Israel öffnet Zugang zu Tempelberg nach Anschlag wieder

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Zwei Zugänge wurden mit Metalldetektoren ausgestattet
Zwei Zugänge wurden mit Metalldetektoren ausgestattet - © APA (AFP)
Zwei Tage nach einem tödlichen Angriff auf israelische Polizisten in der Jerusalemer Altstadt hat die Regierung den Zugang zu dem für Muslime bedeutsamen Tempelberg wieder geöffnet. Da die zwei geöffneten Zugänge mit Metalldetektoren und Überwachungskameras ausgestattet wurden, weigerten sich am Sonntag allerdings viele Muslime, das Areal mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom zu betreten.

Nach Angaben der Polizei wurden zwei der insgesamt acht Zugänge zum Tempelberg wieder geöffnet. Mit der Abriegelung des Tempelbergs in der Jerusalemer Altstadt hatten Israels Sicherheitsbehörden am Freitag auf einen Anschlag reagiert. Drei arabische Israelis hatten zwei israelische Polizisten erschossen und wurden daraufhin von Sicherheitskräften getötet. Die zweitägige Sperrung des Areals war nach Angaben der israelischen Behörden nötig, um eine Sicherheitsüberprüfung vorzunehmen.

Es war das erste Mal seit dem Jahr 2000, dass die Freitagsgebete in der Al-Aksa-Moschee untersagt wurden. Für einige Stunden hatten die Behörden am Freitag auch den obersten muslimischen Würdenträger Jerusalems, Großmufti Mohammed Ahmed Hussein, festgenommen.

Aus Protest gegen die neuen Metalldetektoren fanden am Sonntag die Mittagsgebete nicht in der Al-Aksa-Moschee, sondern außerhalb des Geländes statt. “Wir lehnen die von der israelischen Regierung auferlegten Änderungen ab”, erklärte der Leiter der Al-Aksa-Moschee, Scheich Omar Kiswani.

An den Zugängen forderten Frauen unter Tränen die Menschen auf, das Gelände nicht zu betreten. Laut israelischer Polizei passierten etwa 200 Menschen die Zugänge. Dabei riefen sie “Allahu Akbar” (Gott ist groß). Der jordanische Wakf-Rat, der die islamischen Stätten auf dem Tempelberg verwaltet, verurteilte die zweitägige Sperrung. Dies sei “die schlimmste Aggression” seit der Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel im Jahr 1967 gewesen, erklärte Wakf-Direktor Abdel Asim Salhab.

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu telefonierte mit dem jordanischen König Abdullah II.. Dieser forderte laut einer Mitteilung seines Palasts die Öffnung des Tempelbergs und verurteilte zugleich den Angriff auf die israelischen Polizisten.

Netanyahus Kabinett beschloss am Sonntag einstimmig einen Gesetzesentwurf, wonach eine israelische Regierung Teile von Jerusalem nur an die Palästinenser abtreten darf, wenn eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament dafür stimmt. Damit soll Jerusalems Unteilbarkeit festgeschrieben und die Anerkennung von Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaates verhindert werden.

Ost-Jerusalem, zu dem auch der Tempelberg zählt, war während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 von Israel besetzt und später annektiert worden. Am Fuß des Tempelbergs steht die Klagemauer, die heiligste Stätte des Judentums.

Unter Netanyahus rechtsgerichteter Regierung hat sich der Konflikt mit den Palästinensern weiter verschärft. Seit Oktober 2015 wurden bei einer Gewaltserie in Israel und den Palästinensergebieten mehr als 280 Palästinenser, 44 Israelis und sieben Ausländer getötet. Bei der Mehrzahl der getöteten Palästinenser handelte es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die zumeist Messer für ihre Angriffe verwendeten.

Am Sonntag erschossen israelische Soldaten im Westjordanland einen Palästinenser, der sie nach Angaben der Armee angreifen wollte. Der Verdächtige habe bei seiner versuchten Festnahme in der Stadt Nabi Salah “das Feuer eröffnen” wollen, erklärte die Armee.

(APA/ag.)

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