Größter Tageslicht-Angriff in Gaza seit 2014 – zwei Tote

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Seit 30. März töteten israelische Soldaten rund 140 Menschen
Seit 30. März töteten israelische Soldaten rund 140 Menschen - © APA (AFP)
Bei massiven israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind am Samstag nach palästinensischen Angaben zwei Jugendliche getötet worden. 14 weitere Menschen seien bei einem Angriff auf ein Gebäude der im Gazastreifen herrschenden Hamas verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Am Samstagabend verkündete die Hamas die Einigung auf eine Waffenruhe.

Israels Luftwaffe flog am Samstag Angriffe auf Dutzende Hamas-Ziele. Damit reagierte Israel auf Attacken militanter Palästinenser auf sein Grenzgebiet. Es handle sich um “den größten Tageslicht-Angriff” im Gazastreifen seit dem Gaza-Krieg im Sommer 2014, sagte der israelische Armeesprecher Jonathan Conricus.

Militante Palästinenser feuerten Dutzende Mörsergranaten und Raketen auf israelisches Gebiet ab. Mindestens eine Rakete schlug nach Polizeiangaben am Samstag in der Grenzstadt Sderot ein.

Nach dem heftigen Schlagabtausch mit Israel hat die Hamas am Samstagabend eine Waffenruhe verkündet. Hamas-Sprecher Fawzi Barhoum (Fausi Barhum) teilte mit, ägyptische Bemühungen um eine Beruhigung der Lage hätten Erfolg gehabt. Ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu wollte sich dazu nicht äußern.

Bereits am Freitag war bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee an der Gaza-Grenze ein palästinensischer Jugendlicher getötet worden. Ein 20-Jähriger erlag den Angaben zufolge am Samstag seinen Verletzungen.

Bei dem Luftangriff auf ein Hamas-Gebäude im Westen der Stadt Gaza wurden 15-Jähriger und ein 16-Jährige getötet. Sie seien von Granatsplittern tödlich verletzt worden, hieß es. Augenzeugen zufolge hielten sie sich in der Nähe des Gebäudes auf. Nach Angaben der israelischen Armee nutzte die Hamas das Hochhaus und einen Tunnel darunter zum Training für Häuserkampf. Bewohner seien vor dem Angriff gewarnt worden.

Hamas-Sprecher Fawzi Barhoum (Fausi Barhum) sagte, man wolle mit den Angriffen auf Israel eine “klare Botschaft senden” und “den Feind dazu zwingen, die Eskalation zu stoppen”.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat am Samstag mit einer Verschärfung der Angriffe im Gazastreifen gedroht, sollten Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Israel andauern. Bei einer Beratung mit dem Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und der Armeespitze habe man sich “für einen entschlossenen Einsatz gegen den Hamas-Terror entschlossen”, sagte Netanyahu.

Die israelische Armee habe der im Gazastreifen herrschenden Hamas mit massiven Luftangriffen den “härtesten Schlag” seit dem Gaza-Krieg versetzt. “Wir werden die Intensität der Angriffe wenn nötig verstärken”, sagte Netanyahu. Militante Palästinenser im Gazastreifen haben nach Armeeangaben am Samstag insgesamt 100 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert.

Israel hatte bereits in der Nacht Hamas-Ziele angegriffen, darunter zwei Angriffstunnel. Tagsüber sei das Hauptquartier eines Hamas-Bataillons in Beit Lahia im Norden des Gazastreifens komplett zerstört worden, ebenso wie ein logistisches Zentrum mit Helium-Vorräten, sagte Armeesprecher Conricus.

Er sprach von “Vergeltung der israelischen Armee gegen die Hamas”. Seit Monaten verübe die radikalislamische Palästinenserorganisation Terrorangriffe auf Israel. Der Armeesprecher nannte die Angriffe mit Brand-Drachen, Attacken am Grenzzaun sowie die Angriffe mit Raketen und Mörsergranaten. Zuletzt habe die Gewalt zugenommen, sagte Conricus.

“Unsere Botschaft an die Hamas ist: Wir können und werden die Intensität unserer Angriffe steigern”, sagte der Sprecher. “Die Hamas drängt die Bevölkerung des Gazastreifens immer weiter an den Rand des Abgrunds.”

Seit dem 30. März haben israelische Soldaten bei teils gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze nach palästinensischen Angaben rund 140 Menschen getötet. Viele davon waren Hamas-Mitglieder. Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge in das israelische Staatsgebiet.

Unterdessen besuchte der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas Moskau. Er wurde am Samstag von Staatschef Wladimir Putin empfangen. Die Lage im Nahen Osten sei schwierig, sagte Putin nach Angaben des Kremls. Abbas sprach der Agentur Interfax zufolge den verschärften Konflikt mit Washington wegen der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem an. Die Palästinenser beanspruchen den von Israel besetzten Ostteil der Stadt als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Es gebe auch keine Gespräche mit den USA mehr über das Problem palästinensischer Flüchtlinge, sagte Abbas. “Wir widersetzen uns den Versuchen der Amerikaner, uns ihre Entscheidungen zu den sensibelsten Problemen Palästinas aufzuzwingen.”

(APA/dpa)

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