Ist die Arbeitnehmerveranlagung mit Ende Juni fällig?

Die Arbeitnehmerveranlagung für 2016 ist nicht Ende Juni fällig.
Die Arbeitnehmerveranlagung für 2016 ist nicht Ende Juni fällig. - © Bilderbox
Muss die Arbeitnehmerveranlagung für 2016 bis 30. Juni gemacht werden? Drohen ansonsten finanzielle Einbußen? Diese Fragen beschäftigen gerade viele Salzburger – das berichtet die Lohnsteuerberatung der Arbeiterkammer Salzburg am Donnerstag in einer Aussendung. Wir klären die wichtigsten Fragen auf.

“An diesem Gerücht ist nichts Wahres dran”, klärt AK-Lohnsteuerexperte Peter Lederer gleich zu Beginn auf. “Die Arbeitnehmerveranlagung kann auch noch nach dem 30. Juni beim Finanzamt eingehen.” Neu ist allerdings: Ab Ende Juni tritt die Automatische Arbeitnehmerveranlagung in Kraft. Das neue Service des Finanzamts gilt aber nur für Menschen mit geringem Einkommen oder Mindestpension. Alle anderen müssen einen Antrag stellen – binnen fünf Jahren.

Verwirrung rund um Arbeitnehmerveranlagung

In Sachen Arbeitnehmerveranlagung (AV) herrscht Verwirrung: Viele Salzburger sind der Meinung, dass die Arbeitnehmerveranlagung für das Vorjahr bis spätestens 30. Juni zu machen wäre. Wer diese Frist verpasse, für diejenigen führe das Finanzamt selbständig die AV durch. Und das sei mit finanziellen Einbußen verbunden, denn zusätzliche Beträge wie Werbungskosten, Kinderbetreuungsausgaben etc. könnten ab dann nicht mehr geltend gemacht werden.

Der Grund für die Verwirrung liegt – nach Einschätzungen des AK-Experten – im neuen Finanzamt-Service, der Automatischen Arbeitnehmerveranlagung (AAV), das ebenfalls mit Ende Juni startet.

Betroffene werden schriftlich über AAV informiert

Dieses Service gilt aber nur, wenn bis 30. Juni kein Antrag auf Lohnsteuerausgleich vorliegt, mit einer Steuergutschrift zu rechnen ist, und die Steuergrenze von 11.000 Euro jährlich nicht überschritten wird. Davon profitieren vor allem Menschen mit geringem Einkommen oder Mindestpension. “Pensionisten und Niedrigverdiener erhalten mit dem neuen System auch die Negativsteuer automatisch ausgezahlt”, so Lederer. “Wer so wenig verdient, dass er zwar Sozialversicherung, aber keine Lohnsteuer zahlt, erhält bis zu 400 Euro Sozialversicherung zurückerstattet. Für Pensionisten sind es 110 Euro.”

Ganz still und heimlich funktioniert das neue Service des Finanzamts nicht, die Betroffenen werden vor der Durchführung schriftlich informiert. Und: Zusätzliche Abzugspositionen können bis zu fünf Jahre lang nachgereicht werden.

Ab 11.000 Euro ist AV selbst zu machen

Wer in den letzten beiden Jahren zusätzliche Ausgaben abgesetzt (etwa außergewöhnliche Belastungen durch Krankheits- oder Kurkosten) oder Kinderfreibeträge genutzt hat, muss die Arbeitnehmerveranlagung selbst durchführen. Dasselbe gilt, wenn zusätzlich zu Gehalt oder Pension noch andere Einkünfte vorliegen. “Sobald man über der Steuergrenze von 11.000 Euro ist, muss man die Arbeitnehmerveranlagung selber machen”, sagt der AK-Experte abschließend.

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