Italienisches Erdbeben auch in Salzburg spürbar

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Auch in Teilen Salzburgs waren die Erschütterungen zu spüren.
Auch in Teilen Salzburgs waren die Erschütterungen zu spüren. - © ZAMG
Die Erdbeben in Mittelitalien waren auch in Teilen Österreichs spürbar. Das berichtete der Österreichische Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Die Experten vermuten hinter der jüngsten Häufung massiver Erdstöße im südlichen Nachbarland einen Zusammenhang mit dem schweren Erdbeben in der Region im vergangenen Sommer.

Es war bereits das zweite schwere Erdbebenereignis in Italien in diesem Jahr. Das erste hatte sich am 24. August 2016 ereignet, 298 Menschen starben. Italien gehört zwar zu den besonders erdbebengefährdeten Ländern Europas, aber Beben dieser Stärke treten laut Österreichischem Erdbebendienst hier statistisch gesehen nur alle zehn Jahre auf. Durch das Beben im August könnte eine benachbarte Bruchlinie aktiviert worden sein, welche die Stöße der vergangenen Nacht ausgelöst hat.

Afrikanische Platte drückt gegen Alpen und Apennin

Unterhalb Italiens bewegt sich ein etwa 1.000 Kilometer langer Keil der afrikanischen Platte mehrere Meter im Jahrhundert nach Norden und Westen und drückt gegen die Alpen und den Apennin. Dabei bauen sich Spannungen im Untergrund auf. “Werden diese Spannungen zu groß, kommt es zu einem Bruch und die Erde bebt”, so die österreichischen Experten.

Erschütterungen auch in Salzburg

Die ZAMG erhielt bis Donnerstagfrüh rund 150 Meldungen über ihre Website (www.zamg.ac.at/cms/de/aktuell/erdbeben), die meisten aus Innsbruck, Klagenfurt, Villach und Salzburg, und da vor allem aus den oberen Stockwerken von Gebäuden. Die Menschen beobachteten vor allem ein Schwanken des Gebäudes, das Schwingen von Lampen und das Zittern von Flüssigkeiten in Flaschen und Gläsern.

Beben verursachen schwere Schäden

Der Erdbebendienst der ZAMG registrierte in der Nacht auf Donnerstag zwei starke Beben in Mittelitalien, an der Grenze der Regionen Umbrien und Marken. Die Bebenherde wurden am 26. Oktober 2016 etwa 15 Kilometer nördlich von Norcia bei Visso, in der Provinz Macerata, um 19.10 Uhr (Magnitude 5,4) und um 21.18 Uhr (Magnitude 5,9) lokalisiert. Die Beben ereigneten sich laut diesen Angaben in rund acht Kilometern Tiefe. Besonders das zweite Beben verursachte schwere Schäden an Gebäuden.

Nachbeben zu erwarten

Zwischen und nach diesen beiden starken Beben ereigneten sich weitere spürbare Erdstöße mit Magnituden zwischen 3,1 und 3,8. “Auch in den nächsten Tagen und Wochen sind weitere Nachbeben zu erwarten. Ihre Stärke nimmt zwar ab, weitere Schäden sind aber nicht auszuschließen, da manche Gebäude durch die Hauptbeben geschwächt bzw. beschädigt sind”, analysierten die ZAMG-Fachleute.

Aufräumarbeiten in Italien bei starkem Regen

Die ersten Such- und Aufräumarbeiten wurden in der Nacht durch zeitweise starken Regen behindert. Noch am Donnerstag klang der Regen aber ab, die nächsten Tagen sollten in der betroffenen Region weitgehend trocken verlaufen. Allerdings seien relativ kalte Nächte zu erwarten, mit Tiefsttemperaturen zwischen fünf und zehn Grad. Tagsüber erwarten die Meteorologen Höchstwerte zwischen 15 und 20 Grad.

(APA)

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