IWF entscheidet 2017 über Griechen-Hilfsprogramm

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will einem Medienbericht zufolge voraussichtlich erst im kommenden Jahr entscheiden, ob er sich auch finanziell am laufenden Hilfsprogramm für Griechenland beteiligt. Mit einem Beschluss sei frühestens im Jänner zu rechnen, berichtete der “Spiegel” in seiner am Samstag erschienenen Ausgabe unter Berufung auf den Kreis der Euro-Finanzminister.

Eigentlich wollte der IWF die Entscheidung bis zum Jahresende treffen. Nun will er aber offenbar ein Treffen der Euro-Finanzminister im Dezember abwarten, bei dem nach Angaben von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem über Schuldenerleichterungen für Griechenland diskutiert werden soll.

Athen und die Euro-Länder hatten sich im Juli 2015 auf ein drittes Hilfspaket in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro verständigt, um das hoch verschuldete Griechenland erneut vor dem Staatsbankrott zu retten. Um wie von Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gefordert auch den IWF an Bord zu holen, hatten die Euro-Finanzminister im Mai Athen weitere Schuldenerleichterungen zugesagt.

Dabei geht es allerdings nicht um einen teilweisen Schuldenerlass. Der Euro-Rettungsfonds ESM versucht zunächst, über ein besseres Schuldenmanagement die Zinsbelastung Athens zu senken. Erst am Ende des Hilfsprogramms Mitte 2018 soll laut dem Mai-Beschluss über weitergehende Schritte entschieden werden.

Der IWF, der die griechische Schuldenlast auf Dauer nicht für tragbar hält, hatte Schuldenerleichterungen aber zur Voraussetzung für seine Entscheidung über die Beteiligung an dem Hilfsprogramm gemacht. Vor allem Deutschland sperrt sich gegen einen Schuldenschnitt, der IWF hingegen fordert ihn vehement. Gleichzeitig will Schäuble den IWF aber unbedingt dabei haben.

Laut dem “Spiegel”-Bericht ist aber schon jetzt absehbar, dass das IWF-Engagement deutlich geringer ausfallen wird als vergangenes Jahr in Aussicht gestellt. Die Organisation mit Sitz in Washington will demnach allenfalls einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag zur Verfügung stellen. 2015 waren noch zwölf bis 16 Milliarden Euro im Gespräch gewesen.

(APA/ag.)

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