IWF für Österreichs Wirtschaft leicht optimistisch

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IWF-Hauptquartier in Washington
IWF-Hauptquartier in Washington
Die Weltwirtschaft verliert nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter an Fahrt. Die Prognose für Österreich ist eine Spur besser als jene von WIFO und IHS. So soll Österreichs Wirtschaft nach IWF-Berechnungen heuer real um 1,0 Prozent wachsen, 2015 soll sich das BIP-Wachstum auf 1,9 Prozent beschleunigen.


Das geht aus dem am Dienstag präsentierten “World Economic Outlook” hervor. Der Anstieg der österreichischen Verbraucherpreise soll heuer und im kommenden Jahr 1,7 Prozent betragen, der Leistungsbilanz-Überschuss wird sich nach Ansicht der IWF-Ökonomen von heuer 3,0 Prozent auf 3,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) weiter verbessern. Die Situation am österreichischen Arbeitsmarkt wird aus internationaler Sicht weiterhin relativ entspannt bleiben und nach IWF-Berechnung heuer 5,0 und im nächsten Jahr 4,9 Prozent betragen.

Die in Washington ansässige Finanzinstitution IWF senkte ihre Erwartung für das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 3,3 Prozent. Als Gründe nannte der IWF die Gefahr einer Stagnation in der Eurozone sowie geopolitische Risiken durch die Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine.

Im Jahr 2015 soll die Wirtschaftsleistung der Welt den Angaben zufolge um 3,8 Prozent zulegen, nachdem beim Konjunkturausblick im Juli noch von 4,0 Prozent Wachstum die Rede war. “Das weltweite Wachstum bleibt fragil und uneinheitlich”, heißt es in dem IWF-Bericht. Die Industrieländer und insbesondere die Eurozone seien noch nicht vollständig aus dem Schatten der Finanzkrise herausgetreten.

Die Experten des Währungsfonds sprechen sich daher für eine weiterhin lockere Geldpolitik aus, um die Konjunktur zu unterstützen. In “einer Reihe von Volkswirtschaften” könnten außerdem staatliche Investitionen in die Infrastruktur das Wachstum stärken. Vor allem Deutschland empfiehlt der IWF, mehr Geld für die Modernisierung des Straßen- und Schienennetzes auszugeben.

Die USA sieht der Währungsfonds nach dem winterbedingten Konjunktureinbruch zu Jahresbeginn wieder auf robustem Wachstumskurs. Das Bruttoinlandsprodukt der weltgrößten Volkswirtschaft soll in diesem Jahr um 2,2 Prozent zulegen, ein Plus von 0,5 Prozentpunkten im Vergleich zum Juli. Für 2015 erwartet der Währungsfonds ein Wachstum von 3,1 Prozent.

Der Ausblick für die Eurozone trübte sich dagegen ein. Der Währungsfonds senkte seine Wachstumsprognose für 2014 um 0,3 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent. Im kommenden Jahr soll die Wirtschaftsleistung im Euroraum statt um 1,5 Prozent nur um 1,3 Prozent zulegen. Schlechte Nachrichten hielt der IWF für Frankreich und vor allem Italien bereit, dessen Wirtschaft in diesem Jahr sogar um 0,2 Prozent schrumpfen soll.

Auch für Deutschland korrigierte der IWF die Wachstumserwartung für dieses Jahr um 0,5 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent nach unten. Für 2015 rechnet die Organisation dann mit 1,5 Prozent Wachstum in der Bundesrepublik.

Sorgen bereitet dem Währungsfonds weiter der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, der die Gasversorgung in Europa beeinträchtigen könnte. Auch der Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak könnte über höhere Energiepreise die Weltwirtschaft lähmen. Noch seien die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krisen aber regional begrenzt.

Ähnlich bewertet der IWF die Ebola-Epidemie, der in Westafrika fast 3.500 Menschen zum Opfer gefallen sind. Bis jetzt seien vor allem die Wirtschaften von Liberia, Guinea und Sierra Leone betroffen. “Sollte der Ausbruch sich verstärken und erheblich auf die Nachbarländer übergreifen, könnte er weiter reichende Konsequenzen haben”, heißt es im Bericht des Währungsfonds.

Unter den Schwellenländern bleibt China der Wachstumsgarant. Für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt erwartet der Währungsfonds ein Wachstum von 7,4 Prozent in diesem Jahr und 7,1 Prozent im kommenden Jahr. Brasiliens Wirtschaft erhält dagegen keinen Wachstumsschub durch die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land und legt nur um 0,3 Prozent zu. In Russland machen sich die in der Ukraine-Krise vom Westen verhängten Sanktionen bemerkbar, die Wachstumsprognose verharrt bei mageren 0,2 Prozent.

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