IWF warnt vor Währungskrieg zusätzlich zum Handelsstreit

Akt.:
Gruppenfoto der IWF-Jahrestagung auf Bali
Gruppenfoto der IWF-Jahrestagung auf Bali - © APA (AFP)
IWF-Chefin Christine Lagarde fürchtet neben einem Handels- auch einen Währungskrieg. Das könne das Wachstum der Weltwirtschaft dämpfen und auch Unbeteiligte treffen, warnte die Französin am Donnerstag bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank auf der indonesischen Ferieninsel Bali. Hintergrund ist der seit Monaten schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China.

Den Konflikt zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften hat US-Präsident Donald Trump vom Zaun gebrochen. Er wirft China unfaire Handelspraktiken und Diebstahl geistigen Eigentums vor. Der Volksrepublik wird zudem zur Last gelegt, ihre Währung gegenüber dem Dollar abzuwerten, was tendenziell das ohnehin schon hohe US-Handelsdefizit noch vergrößert.

An den Finanzmärkten sind Anleger zunehmend nervös. Dazu hat auch der jüngste IWF-Bericht zur Finanzstabilität beigetragen. Er nährte die Furcht vor abrupten Markt-Anpassungen. Am Donnerstag fielen die europäischen Aktienmärkte auf den niedrigsten Stand seit gut eineinhalb Jahren. Der IWF hatte erst am Dienstag seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft gesenkt und dafür die Handelskonflikte mitverantwortlich gemacht.

Lagarde forderte jetzt alle Länder auf, auf eine Deeskalation hinzuarbeiten. Zudem sprach sie sich dafür aus, die globalen Handelsregeln zu verbessern, anstatt sie aufzugeben. Trump hat das Welthandelssystem scharf kritisiert, weil es sein Land angeblich benachteiligt. China wirft er auch vor, den Yuan zu manipulieren, um damit Handelsvorteile zu erlangen. “Wir hoffen, wir bewegen uns weder in die Richtung eines Handelskriegs noch in die eines Währungskriegs”, sagte Lagarde. Vertreter des amerikanische Finanzministeriums arbeiten gerade an ihrem Halbjahresbericht über Währungsmanipulationen. Lagarde führte die Schwäche des Yuan gegenüber dem Dollar auf die Zinsanhebungen der US-Notenbank Fed zurück. Der IWF unterstütze den Kurs der Regierung in Peking, die Wechselkurse flexibler zu gestalten.

Die chinesische Notenbank hatte den Yuan zuletzt die psychologisch wichtige Marke von 6,9 zum Dollar durchbrechen lassen, die Währung wertete daraufhin weiter ab. Die Regierung in Peking bekräftigte, ihre Währung nicht als Waffe im Handelsstreit mit den USA einsetzen zu wollen.

Trump hat wiederholt auch die hohen Handelsüberschüsse Deutschlands kritisiert. Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz wies dies im “Handelsblatt” zurück. Der Vorwurf, das deutsche Leistungsbilanzüberschuss führe zu globalen Ungleichgewichten, lasse wichtige Aspekte außer Acht. Im weltweiten Maßstab müsse man die EU als Ganzes betrachten und nicht die einzelnen Staaten. “Bei den USA pickt sich auch niemand Kalifornien heraus und vergleicht die Handelsbilanz mit der von Frankreich oder Deutschland.”

(APA/ag.)

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Neue Volksschule in Großarl fe... +++ - Salzburgs Jugend ist digital u... +++ - Schönfeldspitze: 19-Jährige st... +++ - Salzburg AG schnürt Obus-Maßna... +++ - Sanierung des Justizgebäudes v... +++ - Motorrad kracht in Magistratsa... +++ - Autolenker in Großarl mit 2,16... +++ - DSGVO: Müssen auch in Salzburg... +++ - Auto brennt in Anif völlig aus... +++ - Alle drei Stunden ereignet sic... +++ - Welt-Händewaschtag: So werden ... +++ - Salzburgerin bei Sturz in Bach... +++ - Vermisstensuche am Untersberg:... +++ - Pfefferspray-Attacke auf Busfa... +++ - Wolf-Dietrich-Studentenheim im... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen