Jeder vierte tödliche Verkehrsunfall im Bezirk Salzburg-Umgebung

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Kein Bezirk schaffte es, keine Verkehrstoten zu beklagen.
Kein Bezirk schaffte es, keine Verkehrstoten zu beklagen. - © APA/dpa/NEWS5 / Fricke
Jeder vierte tödliche Verkehrsunfall auf Salzburgs Straßen passiert im Flachgau. Das ergab eine Analyse durch den Verkehrsclub Österreich. In den anderen Bezirken schaut es nicht viel besser aus. Zur Vermeidung von Verkehrstoten fordert der Verkehrsclub Österreich vor allem strengere Maßnahmen bei Schnellfahren und dem Handy am Steuer.

In den vergangenen viereinhalb Jahren kamen im Land Salzburg 170 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, allein im Bezirk Salzburg-Umgebung forderte der Straßenverkehr 45 Todesopfer. Darauf macht jetzt der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) aufmerksam. Der VCÖ betont, dass es verstärkte Maßnahmen gegen Schnellfahren sowie Handy- und Alkohol am Steuer braucht. Zudem ist es wichtig, im Ortsgebiet durch mehr Verkehrsberuhigung die Verkehrssicherheit für Fußgänger zu erhöhen.

Oberstes Ziel: keine Verkehrstoten

In der Verkehrssicherheit kann es nur ein Ziel geben: Kein tödlicher Verkehrsunfall. Dieses Ziel wurde in den vergangenen viereinhalb Jahren weder von der Stadt Salzburg noch von einem der regionalen Bezirke erreicht, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Die Unfallbilanz der vergangenen viereinhalb Jahre schaut für die Salzburger Bezirke sehr traurig aus. Die meisten Verkehrstoten waren im Bezirk Salzburg-Umgebung zu beklagen, 45 Menschen starben hier bei Verkehrsunfällen zwischen Jänner 2012 und Juni 2016. Damit passierte jeder vierte tödliche Verkehrsunfall in Salzburg in diesem Bezirk.

Am wenigsten Todesopfer im Bezirk Tamsweg

Sehr hoch war die Zahl der Verkehrstoten auch im Bezirk Zell am See. 42 Menschen kamen hier durch Verkehrsunfälle ums Leben. Im Bezirk St. Johann im Pongau verunglückten 36 Menschen bei Verkehrsunfällen tödlich, in der Stadt Salzburg waren 24 Todesopfer zu beklagen, im Bezirk Hallein 13 und im Bezirk Tamsweg zehn, berichtet der VCÖ.

VCÖ: kindgerechte Verkehrsplanung ist gut für alle

“Mit Verkehrsberuhigung sowie Tempo 30 statt 50 kann die Verkehrssicherheit in Städten und Gemeinden deutlich erhöht werden. Der Maßstab für die Verkehrssicherheitsarbeit im Ort sollten Fußgänger und hier wiederum Kinder und ältere Menschen sein. Eine Verkehrsplanung, die kindgerecht ist, ist für alle Verkehrsteilnehmer sicherer”, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

Viele Schnellfahrer und Telefonierer in Salzburg

Insgesamt sind verstärkte Maßnahmen gegen Schnellfahren sowie gegen Handy und Alkohol am Steuer nötig. Der VCÖ weist darauf hin, dass allein im Vorjahr im Land Salzburg rund 394.000 Geschwindigkeitsübertretungen registriert wurden. Zusätzlich hat die Salzburger Exekutive fast 1.500 Alko-Lenker und rund 6.700 Lenker mit dem Handy am Steuer erwischt. All diese Vergehen sind keine Kavaliersdelikte, sondern gefährden die Gesundheit und das Leben anderer, so der VCÖ. Die Verkehrsplanung ist gefordert, Straßen so zu sanieren, dass sie nicht zum Schnellfahren einladen, sondern die Autofahrenden unterstützen, das Tempolimit einzuhalten. Zudem sollte Handy am Steuer auch in Österreich ins Vermerksystem aufgenommen werden.

Auch öffentlicher Verkehr verbessert Sicherheit

Wichtig für mehr Verkehrssicherheit ist auch der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs. Pendler sind sicherer unterwegs, wenn sie mit der Bahn zur Arbeit fahren können. Für  die Verkehrssicherheit von Jugendlichen sind wiederum Disco- und Nachtbusse sowie Anrufsammeltaxis sehr wichtig. “Der Ballungsraum Salzburg kann mit einer Offensive für die Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs sowie der Radfahrinfrastruktur nicht nur Staus und Verkehrschaos vermeiden, sondern auch die Verkehrssicherheit deutlich erhöhen”, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest.

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