Jeder zweite steigt vom Auto auf’s Fahrrad um

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Immer mehr Autofahrer sind mit dem Fahrrad unterwegs.
Immer mehr Autofahrer sind mit dem Fahrrad unterwegs. - © dpa/Christoph Schmidt
Österreichweit hat Salzburg mit 86 Prozent die meisten Haushalte mit Fahrrädern. Das ergab eine Umfrage des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ). Jeder fünfte Autofahrer fährt außerdem bereits mehrmals die Woche mit dem Fahrrad. Was braucht es also, damit noch mehr vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen? Die Befragten wünschen sich viele Verbesserungen.

Sieben von zehn Autofahrern fahren auch Rad, jeder zweite Radfahrer radelt heute Strecken, die früher mit dem Auto gefahren wurden. Das ergab die Umfrage des VCÖ, die vom Institut Integral durchgeführt wurde. Drei Viertel der Haushalte in Österreich haben zumindest ein Fahrrad.

Salzburg hat die meisten Fahrradhaushalte

Die Zahl der Fahrradhaushalte ist in Salzburg mit 86 Prozent laut Statistik Austria am höchsten, gefolgt von Vorarlberg und Oberösterreich (jeweils 83 Prozent) sowie Niederösterreich (82 Prozent), Kärnten (81 Prozent) sowie  Burgenland und Tirol (jeweils 80 Prozent). Die wenigsten Fahrradhaushalte gibt es in Wien (61 Prozent), aber Wien zählt mit Salzburg, Tirol und Vorarlberg zu jenen Bundesländern, wo es mehr Fahrrad- als Auto-Haushalte gibt.

Sieben von zehn Autofahrern fahren Rad

“Die Schnittmenge zwischen Autofahrern und Radfahrern ist sehr groß. Drei Viertel der Alltagsradfahrer sind auch Autofahrer, sieben von zehn Autofahrern fahren auch Rad. Das Fahrrad ist ebenso ein Individualverkehrsmittel, das jedoch deutlich weniger Platz braucht sowie kostengünstiger und umweltfreundlicher ist”, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. 1.514 Personen sind in Österreich befragt worden.

Fahrrad ersetzt das Auto

Zwei Drittel der Österreicher fahren Rad, jeder Dritte tritt mehrmals die Woche in die Pedale. Fast alle nutzen das Fahrrad auch als Verkehrsmittel im Alltag, ein kleiner Teil fährt nur für Sportzwecke. Die Hälfte fährt heute Strecken mit dem Rad, die früher mit dem Auto gefahren wurden. “Neben der Umwelt profitieren auch alle, die weiterhin mit dem Auto fahren. Weniger Autos auf der Straße bedeutet weniger Staus und weniger Parkplatzprobleme”, erklärt Gansterer.

Radfahren statt Auto wird von den Umsteigern als Gewinn erlebt: 87 Prozent der Umsteiger macht das Radfahren Spaß, für 88 Prozent war auch der Gesundheitsnutzen ein Motiv für den Umstieg und 53 Prozent sind mit dem Fahrrad schneller am Ziel als mit dem Auto.

Radfahrer wünschen sich mehr Radwege

Insgesamt können in Österreich noch deutlich mehr Autofahrten auf das Fahrrad verlagert werden. Um Umwege zu vermeiden, wird von jedem vierten die verstärkte Öffnung von Einbahnen für den Radverkehr gewünscht. Drei von zehn sind mit dem Netz an Radverbindungen in ihrem Wohnort unzufrieden, jeder vierte bemängelt, dass wichtige Ziele im Wohnort nicht gut und sicher mit dem Fahrrad erreichbar sind. 45 Prozent wünschen, dass das Queren von Hauptstraßen in ihrem Wohnort sicherer und einfacher wird.

Mit der Anzahl der Radfahrenden steigt auch der Bedarf an mehr und besseren Rad-Abstellmöglichkeiten. Jeder zweite ist mit Anzahl oder Qualität der Radabstellanlagen im Wohnort unzufrieden. Jeder dritte wünscht bessere Abstellmöglichkeiten bei Geschäften. Immerhin 48 Prozent machen mehrmals die Woche private Erledigungen, wie etwa Einkaufen mit dem Fahrrad.

Bereits drei Prozent der Alltagsfahrer haben Faltrad

Verbesserungen wünschen sich die Radfahrer auch bei der Kombination von Fahrrad und Öffentlichem Verkehr. So wünschen 58 Prozent auf Strecken, die sie heute mit dem Auto fahren, Verbesserungen für die Kombination Radfahren und Öffentlicher Verkehr. Jeder Bahnhof und jede wichtige Haltstelle des Öffentlichen Verkehrs soll ausreichend und sichere Abstellplätze für Fahrräder haben sowie mit dem Fahrrad gut erreichbar sein. Für Pendler, die eine Bahn in Radfahrdistanz haben, ist Bike & Ride eine kostengünstige Alternative zum Auto. Ideal sind auch Falträder, die wie ein Gepäckstück im Zug oder Bus mitgenommen werden können. Drei Prozent der Alltagsradfahrer haben ein Faltrad.

Der VCÖ fordert den verstärkten Ausbau der Radfahr-Infrastruktur in Österreich. Vor allem in den Ballungsräumen kann die allgemeine Verkehrssituation durch mehr Rad-Schnellverbindungen deutlich und vor allem nachhaltig verbessert werden. In den Regionen braucht es sichere Verbindungen zwischen einer Siedlung und dem nächstgelegenen Ort.

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