Jihadisten eroberten Stadtteile von Kobane

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Die Terrormiliz IS hat Kobane erreicht
Die Terrormiliz IS hat Kobane erreicht
Kämpfer der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) sind trotz internationaler Luftschläge und massiver Gegenwehr kurdischer Milizionäre in die strategisch wichtige syrische Grenzstadt Kobane eingedrungen. Wie Menschenrechtsbeobachter am Dienstag berichteten, übernahmen IS-Kämpfer mindestens drei östliche Stadtteile, in denen sie auf mehreren Gebäuden die schwarze Jihadistenflagge hissten.


Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind bei den Kämpfern bereits mehr als 400 Menschen getötet worden. Kurdische Volksschutzeinheiten erklärten Kobane (arabisch: Ayn al-Arab) zur “Militärzone” und brachten die noch verbliebenen Zivilisten an die nahe gelegene türkische Grenze. In zahlreichen österreichischen und europäischen Städten kam es zu Protestaktionen kurdischer Gruppen.

Die Einnahme der Stadt Kobane wäre für den IS strategisch wichtig: Die Terrormiliz würde damit nicht nur ein großes zusammenhängendes irakisch-syrisches Gebiet, sondern auch weite Teile der Grenze zur Türkei kontrollieren. Die im syrischen Bürgerkrieg stark gewordene Terrormiliz beherrscht inzwischen weite Landstriche in Syrien und im Irak.

Tausende Kurden protestierten in der Türkei gegen die Belagerung der nordsyrischen Stadt. Sie forderten die türkischen Regierung auf, mehr zum Schutz der überwiegend kurdischen Bevölkerung in der Grenzstadt zu tun.

Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Demonstranten vor, die Autos und Reifen in Brand steckten. Ein Demonstrant wurde getötet, Dutzende verletzt. Die Proteste am Dienstag konzentrierten sich in den überwiegend von Kurden bewohnten Provinzen im Osten und Südosten der Türkei. Aber auch in der Metropole Istanbul und in der Hauptstadt Ankara kam es zu Kundgebungen.

In Varto, einer Stadt in der osttürkischen Provinz Mus, sei ein 25-jähriger Mann bei Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten ums Leben gekommen, berichteten örtliche Medien. Sechs weitere Demonstranten seien verletzt worden. In den Provinzen Mardin und Van verhängten die Behörden eine Ausgangssperre.

Der Vormarsch der extremistischen Kämpfer des “Islamischen Staates” (IS) in Kobane erhöht den Druck auf das NATO-Mitglied Türkei, sich in den Konflikt einzuschalten. So warfen kurdische Politiker der Regierung in Ankara Untätigkeit vor und riefen zu Protesten auf. Der stellvertretende Ministerpräsident Yalcin Akdogan verwahrte sich dagegen. “Es ist eine massive Lüge, dass die Türkei nichts im Fall Kobane tut”, schrieb er auf Twitter. In humanitären Belangen unternehme sein Land alles, was es könne. Mehr als 180.000 Flüchtlinge aus Kobane hat die Türkei bereits aufgenommen.

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