Johann Padutsch: Mann der frühen Stunde will es noch einmal wissen

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Johann Padutsch hatte mit einer Kandidatur eigentlich nicht mehr gerechnet.
Johann Padutsch hatte mit einer Kandidatur eigentlich nicht mehr gerechnet. - © APA/BARBARA GINDL
Eigentlich wollte sich Johann Padutsch (Bürgerliste/Grüne) schon aus der Stadtpolitik zurückziehen. Eine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters sei in seiner Lebensplanung nicht mehr vorgesehen gewesen. Doch nach dem Rücktritt von Langzeit-Stadtchef Heinz Schaden entschloss er sich doch zum Antritt. Für den erfahrenen Stadtrat ist es bereits der fünfte Versuch.

Padutsch gilt als politisches Urgestein. Der HTL-Absolvent war zunächst als Bauleiter bei Großprojekten im Ausland tätig. Ende der 1970er Jahre schloss er sich der Bürgerliste Salzburg an, die aus der Protestbewegung gegen die Verbauung großer Grünflächen und die Zerstörung der Altstadt hervorgegangen war. 1982 erzielte die Partei bei den Gemeinderatswahlen in der Stadt 17,7 Prozent. Padutsch zog in den Gemeinderat ein.

Padutsch polarisiert mit Beschränkung des Autoverkehrs

“Ich bin damals wegen der Zugpferde Johannes Voggenhuber und Herbert Fux in die Politik gegangen”, sagt Padutsch. Doch Jahre später kam es zum Bruch mit den zwei Vorbildern. Der Politiker war einer der Wegbereiter der Grünlanddeklaration und maßgeblich an Projekten wie dem Unipark Nonntal oder der Stadtteilerneuerung in Lehen beteiligt. Er tritt für eine höhere Baudichte ein, um die Grüngürtel zu schützen. Und er polarisiert wie kaum ein zweiter Politiker, weil er sich etwa für Beschränkungen im Autoverkehr einsetzt.

Fehlanzeige bei Nachfolger bei Stadtgrünen

Der Aktionismus der frühen Jahre ist zwar längst dem Pragmatismus des Berufspolitikers gewichen. Doch trotz einer gewissen Amtsmüdigkeit, die ihm zuletzt immer wieder nachgesagt wurde, gilt Padutsch als konstruktiver und lösungsorientierter Sachpolitiker. Und er ist authentisch, Politsprech ist dem 62-Jährigen fremd. Allerdings war es ihm bisher kein großes Anliegen, einen Nachfolger aufzubauen. Den Stadtgrünen fehlt es an frischen Gesichtern.

Stadtchef oder Schluss mit Politik

Padutsch ist in zweiter Ehe verheiratet und Vater von vier Söhnen. Er gilt als begeisterter und guter Koch und ist gerne in der Natur. Sollte er Stadtchef werden, will er bei den nächsten Wahlen im Frühjahr 2019 noch einmal antreten. Ansonsten setze wieder “Plan A” ein: Nach 37 Jahren wäre dann endgültig Schluss mit der Politik.

“Schaden und ich haben uns bei vielen Projekten gefunden. Aber Amtsberichte, die ihm nicht in den Kram gepasst haben, haben nie das Licht der Ausschüsse, des Stadtsenats oder des Gemeinderats erblickt. Das käme bei mir nie infrage. Es ist ein demokratisches Grundprinzip, auch solche Berichte behandeln zu lassen.” Schaden habe als Einzelperson seine Macht in den Vordergrund gestellt. “Ich bin eher jemand, der versucht, breite Zustimmung zu finden – egal ob in der Bevölkerung oder im Gemeinderat.”

Padutsch will Verhinderer-Mentalität aufbrechen

Dass er als Person polarisiere, sei ihm bewusst. “Aber es braucht in der Politik eine klare eigene Meinung und einen klaren eigenen Standpunkt. Ich stehe für ein weltoffenes, tolerantes und menschliches Salzburg. Ich will eine kompakte Stadt, in der ein urbanes Leben möglich ist. Wo der Mensch im Vordergrund steht und nicht das Auto.”

Die in der Stadt mitunter vorhandene Verhinderer-Mentalität lasse sich bei entsprechendem Dialog aufbrechen, ist sich Padutsch sicher. Den Konsolidierungskurs bei den Stadtfinanzen will Padutsch beibehalten. “Wir stehen gut da, dürfen uns aber nicht dazu verführen lassen, mehr Geld auszugeben als wir einnehmen. Das wird ein Spagat, weil wir etwa im ÖV mehr investieren müssen.”

(APA)

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