Johann Strobl wird Chef der Fusionsbank RBI

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Der 57-Jährige gehört seit 2007 dem Vorstand an
Der 57-Jährige gehört seit 2007 dem Vorstand an - © APA
Johann Strobl (57) wird Konzernchef der neuen Bank, die gerade aus der Fusion der Raiffeisen Zentralbank (RZB) mit der börsennotierten Raiffeisen Bank International (RBI) entsteht. Das hat der Aufsichtsrat am Mittwoch offiziell gemacht. Strobl war bisher Vizechef der börsennotierten RBI. Der künftige Vorstandsvorsitzende wird sich am Donnerstagvormittag in einer Pressekonferenz den Medien stellen.

Der bisherige Vorstandschef der Raiffeisen Bank International, Karl Sevelda (66), legt sein Amt nieder, sobald die Fusion der beiden Banken rechtswirksam geworden ist. Er bleibt damit voraussichtlich bis Ende März, dann wird die neue Bankspitze übernehmen.

Bisher hatte die RBI sechs Vorstände, die RZB hatte drei. Die neue RBI nach der Fusion wird wieder sechs Vorstandsmitglieder haben. Die bisherigen RZB-Vorstände Walter Rothensteiner, Johannes Schuster und Michael Höllerer gehören dem Vorstand der Fusionsbank nicht mehr an.

Strobl, promovierter Betriebswirt mit 27 Jahren Bankerfahrung, war vom Vorstand der Bank Austria zu Raiffeisen gekommen, wo er ab 2007 Risikovorstand der RZB war. Seit 2010 ist er im Vorstand der RBI, seit 2013 stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Sobald die Fusion im Firmenbuch eingetragen ist, was gegen Ende des ersten Quartals 2017 der Fall sein soll, besteht der Vorstand aus Strobl (Vorsitzender), Klemens Breuer (stellvertretender Vorstandsvorsitzender), Finanzchef Martin Grüll, Andreas Gschwenter, Peter Lennkh sowie Hannes Mösenbacher, der bisher dem Vorstand nicht angehört hatte.

Neben den Ausführungen zum Umbau der Chefetage nach der Fusion der Raiffeisen Zentralbank mit ihrer bisherigen Osteuropatochter RBI werden in der PK Details zur bevorstehenden Fusion an sich erwartet. Die Eigentümer – Raiffeisenlandesbanken und Streubesitzaktionäre – hoffen indes, dass die Bank bald wieder dividendenfähig ist. Der Chef der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg, Wilfried Hopfner, hatte dies vorige Woche als vordringlichste Aufgabe des neuen Chefs genannt.

Mit der Fusion sollen redundante Aktivitäten beendet, komplizierte Strukturen beseitigt, Synergien realisiert und Kapitalvorteile gehoben werden – nicht nur auf Ebene der beiden Fusionsbanken selbst. Der RZB-Gruppe hatten die europäischen Bankenaufseher im letzten Banken-Stresstest in Krisenszenarien den vorletzten Platz zugewiesen.

Unter entsprechendem Druck hat die RBI als großer Osteuropabankenkonzern ein massives Rückbauprogramm laufen, das u.a. den Verkauf der Polen-Bank und der Slowenientochter sowie Ausstieg bzw. Rückzug aus den Geschäften in Asien und USA vorsah. Aus dem Russlandgeschäft wurden Risiken herausgenommen, nach wie vor ist aber die russische Tochter die Cash Cow des RBI-Konzerns. Auch die RZB hat ihre Beteiligungen zuletzt deutlich gestrafft.

Vertragsdetails zur technischen Zusammenlegung von Mutter und Tochter sollte es, so verlautete bisher, kurz vor Weihnachten geben. Die Verschmelzungsdokumente wurden bis 23. Dezember angekündigt. Per Ende September hat die RBI pro-forma-Rechnungen zu den Eckdaten der Fusionsbank vorgelegt. In dieser vorweggenommenen Ergebnisrechnung hätte die RBI-neu Ende September 2016 eine Bilanzsumme von 137,3 Milliarden Euro gehabt und unterm Strich 433 Mio. Euro Neunmonatsgewinn.

(APA)

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