Jürgen Klinsmann nicht mehr US-Teamchef

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Jürgen Klinsmann muss gehen
Jürgen Klinsmann muss gehen - © APA (AFP/Getty)
Jürgen Klinsmann ist nach mehr als fünf Jahren seinen Posten als Teamchef der Fußball-Nationalmannschaft der USA los. Nach zuletzt zwei bitteren Niederlagen in der WM-Qualifikation gab der US-Verband am Montag die Trennung vom DFB-Ehrenspielführer bekannt. Wie es mit seinem Assistenten Andreas Herzog weitergeht, ließ der Verband nicht verlauten.

Die Amerikaner drohen angesichts der jüngsten Misserfolge die WM 2018 in Russland zu verpassen. “Wir sind davon überzeugt, dass wir jetzt eine andere Richtung einschlagen müssen”, kommentierte Verbandschef Sunil Gulati die Entscheidung. Der 52-Jährige Klinsmann hatte die US-Amerikaner seit Juli 2011 trainiert, im Dezember 2011 stieß Herzog zum Trainerteam. Das Duo war mit der US-Auswahl bei der WM 2014 ins Achtelfinale gekommen. Obendrein hatten die Amerikaner 2013 den Gold Cup gewonnen.

Die Beurlaubung von Klinsmann, Weltmeister von 1990 und ehemaliger deutscher Teamchef, hatte sich zuletzt bereits angedeutet. Beim 0:4 in Costa Rica in der vergangenen Woche hatten die US-Fußballer die höchste Pleite in der WM-Qualifikation seit 1957 kassiert. Gulati verweigerte Klinsmann anschließend die Rückendeckung und kündigte Gespräche mit dem Deutschen an. Nun folgte die Trennung – obwohl Klinsmann im US-Verband jede Menge vorangebracht hat, wie der Präsident einräumte. “Er hat jeden in unserem Verband dazu aufgefordert, neue Wege zu gehen. Dank ihm sind wir als Organisation gewachsen”, lobte Gulati.

Der Druck auf den Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft hatte schon nach dem 1:2 gegen den Erzrivalen Mexiko am 12. November erheblich zugenommen. Mit null Punkten und einem Torverhältnis von 1:6 stehen die US-Boys momentan auf dem letzten Tabellenplatz der Sechser-Endrunde, die Teilnahme an der WM 2018 in Russland ist stark gefährdet. Nur die ersten drei Mannschaften qualifizieren sich direkt, der Vierte hat noch die Chance über die Play-offs. Derzeit haben Costa Rica (6 Punkte), Mexiko (4) und Panama (4) die besten Aussichten. Auch Honduras (3) und Trinidad & Tobago (0) liegen in der Tabelle noch vor den Amerikanern.

Klinsmann hatte sich zuletzt auffällig viele taktische Fehler ankreiden müssen. Nach seinem Fauxpas gegen Mexiko, als er im ungewohnten 3-5-2-System begann und nach einer halben Stunde alles über den Haufen warf, stellte er gegen Costa Rica wieder auf 4-4-2 um – was ebenfalls nicht funktionierte.

Der ehemalige Stürmer war im Juli 2011 als Nachfolger von Bob Bradley als US-Coach berufen worden. Zuvor hatte Klinsmann das DFB-Team während der WM 2006 im eigenen Land trainiert und in der Saison 2008/2009 den FC Bayern München. Die Bayern hatten sich kurz vor Ablauf der Spielzeit im April 2009 wieder von Klinsmann getrennt – damals ebenfalls wegen ausbleibender Erfolge.

(APA/dpa)

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