Jugend Trend Monitor 2017: So denkt Österreichs Jugend

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Jugendliche in Österreich wurden zu verschiedenen Themen befragt. (Symbolbild)
Jugendliche in Österreich wurden zu verschiedenen Themen befragt. (Symbolbild) - © APA/HELMUT FOHRINGER/Archiv
Wie tickt unsere Jugend eigentlich? Wie stehen sie zur EU? Hat Bargeld eine Zukunft? Und wem wollen sie am 15. Oktober bei der Nationalratswahl ihre Stimme geben? Im aktuellen Jugend Trend Monitor zeigen wir euch die Meinung der jungen Generation auf.

Bereits zum fünften Mal wurden im Rahmen des Jugend Trend Monitors über 3.000 junge Österreicher im Alter zwischen 14 und 29 Jahren zu aktuellen Themen befragt.

DocLX Holding-Mastermind Alexander Knechtsberger (li.) und Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl haben am Dienstag den Jugend Trend Monitor in Wien präsentiert./leisure.at DocLX Holding-Mastermind Alexander Knechtsberger (li.) und Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl haben am Dienstag den Jugend Trend Monitor in Wien präsentiert./leisure.at ©

Proeuropäische Haltung nimmt im Alter ab

Demnach stehen 60,8 Prozent der befragten Jugendlichen trotz Brexit und Co. dem Euro als Währung positiv gegenüber. Nur 5,3 Prozent haben eine sehr negative Einstellung zur europäischen Währung. Etwas zurückhaltender fällt die allgemeine Zustimmung zur Union selbst aus: 53,1 Prozent stehen ihr eher positiv oder sehr positiv gegenüber. Männliche Befragte stehen der EU mit einem Anteil von 55,9 Prozent etwas positiver gegenüber als junge Damen. Die Zustimmung nimmt mit dem Alter ab; in der sehr jungen Zielgruppe der 14- bis 19-Jährigen liegt sie noch bei 73,6 Prozent, während bei den 25- bis 29-Jährigen nur mehr 36,7 Prozent eine positive Grundhaltung zur Europäischen Union haben.

Zu den wichtigsten Erwartungen an die EU zählt die Terrorismusbekämpfung (58,6 Prozent), klare Lösungen bei der Einwanderungspolitik (56,6 Prozent) und die Förderung von internationalem Frieden (52,4 Prozent). Auch die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Sicherung des Gesundheits- und Sozialwesens sind den Jugendlichen wichtig.

Stark ausgeprägtes Nationalbewusstsein im Westen des Landes

Während sich knapp 40 Prozent der Befragten in erster Linie ihrem Bundesland zugehörig fühlen und immerhin noch 34,8 Prozent als Österreicher fühlen, sieht sich nur jeder Zehnte als Europäer. Besonders stark ausgeprägt ist das Zugehörigkeitsgefühl zum eigenen Bundesland im Westen und Süden Österreichs (Tirol: 59,5 Prozent, Vorarlberg: 59 Prozent, Steiermark: 55,7 Prozent und Kärnten: 55,4 Prozent). Am wenigsten dem eigenen Bundesland zugehörig fühlen sich die Wiener mit einem Anteil von 24,3 Prozent.

Sebastian Kurz und FPÖ haben bei der Sonntagsfrage die Nase vorne

Bei der Frage nach der präferierten Partei im österreichischen Nationalrat haben die Liste Sebastian Kurz – Die neue Volkspartei (24 Prozent) und die FPÖ (23,9 Prozent) die Nase deutlich vorne. Die SPÖ kommt nur auf 13,1 Prozent, die Grünen auf 9,7 Prozent und die NEOS auf 6,1 Prozent. Besonders hoch fällt die Zustimmung für die Liste Kurz bei Maturanten mit 29,5 Prozent aus, während 29,1 Prozent der Befragten ohne Matura die FPÖ bevorzugen würden. Beachtliche 19 Prozent würden gar nicht oder ungültig wählen.

Besonders hohe Zustimmung bekommt die Liste Kurz bei jungen Wählern (14 bis 19 Jahre: 35,6 Prozent), während die FPÖ vor allem bei den 25- bis 29-Jährigen (34,8 Prozent) punkten kann. Die FPÖ findet bei Frauen 25,7 Prozent Zustimmung und bei Männern 22,1 Prozent.

Integration beschäftigt die Jugendlichen

Nur 14 Prozent der jungen Menschen stehen der Integration grundsätzlich positiv gegenüber. 39,1 Prozent haben eine tendenziell ablehnende Haltung, wobei diese mit dem Alter deutlich zunimmt (14 bis 19 Jahre: 25,4 Prozent; 25 bis 29 Jahre: 47,2 Prozent).

Immerhin 36,7 Prozent sind der Überzeugung, dass die österreichische Bevölkerung am besten zum Gelingen der Integration beitragen kann, wobei dieser Wert mit zunehmendem Alter deutlich abnimmt. Ebenfalls wichtig für den Erfolg von Integrationsmaßnahmen sind Bildungseinrichtungen (23 Prozent) und politische Parteien (15,6 Prozent). Nur jeder Zehnte glaubt, dass NGOs und soziale Institutionen einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Integration leisten können.

Liste Sebastian Kurz hat die besten Konzepte zur Integration

Die besten Konzepte für gelungene Integration trauen die jungen Menschen der Liste Sebastian Kurz – Die neue Volkspartei (20,4 Prozent) und der FPÖ (16,6 Prozent) zu. Nur 14,1 Prozent glauben, dass die SPÖ derzeit die richtigen Konzepte liefert. Ähnlich gering ist das Vertrauen mit 13,8 Prozent auch in die Grünen.

Von den Migranten selbst erwarten die befragten Jugendlichen vor allem Respekt (66,8 Prozent), Sinn für Gleichberechtigung (37,7 Prozent) und Toleranz (37,1 Prozent). Ebenfalls gefragt sind der Sinn für Demokratie, soziale Verantwortung und Höflichkeit.

Die Mobilität der Zukunft

Ein weiterer Themenkomplex des Jugend Trend Monitors 2017 beschäftigt sich mit Fragen zur Mobilität der Zukunft. Für 75 Prozent der Befragten ist der Führerschein nach wie vor wichtig, wobei die Bedeutung mit zunehmendem Alter leicht abnimmt. Ein eigenes Auto ist für 41,7 Prozent der Befragten wichtig. Auto und Führerschein haben naturgemäß in ländlichen Regionen einen höheren Stellenwert als in urbanen Ballungsräumen.

Für 63,6 Prozent der Befragten bietet ein eigenes Auto Freiheit und Unabhängigkeit, 47,7 Prozent hilft es Zeit zu sparen und 45,9 Prozent schätzen den Komfort. 37,4 Prozent sehen darin eine große Kostenbelastung und 26,4 Prozent nennen Umweltbelastung im Zusammenhang mit dem eigenen Auto.

Bargeld verliert an Stellenwert

Bei der Frage nach gängigen Zahlungsmitteln geben nur mehr 50,7 Prozent der Befragten Bargeld an. Bereits 28,7 Prozent setzen auf die Bankomat- oder Kreditkarte (5,7 Prozent). Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auch die Sofortüberweisung und der Online-Bezahldienst PayPal. Die NFC-Technologie (Near Field Communication) zur kontaktlosen Bezahlung wird bereits von 38,9 Prozent der jungen Menschen zumindest fallweise genutzt. Hier steigt die Anwendungshäufigkeit mit zunehmendem Alter. Männer erweisen sich mit 45,3 Prozent als deutlich affiner zur kontaktlosen Zahlung als Frauen.

Bereits 24 Prozent der jungen Menschen können sich vorstellen, dass Österreich bald zu einer bargeldlosen Gesellschaft wird, während dies für 53,2 der Befragten aus heutiger Sicht noch kaum oder gar nicht vorstellbar ist. 20 Prozent der Befragten würden eine bargeldlose Gesellschaft sogar begrüßen, während zwei Drittel sich dagegen aussprechen.

Den größten Vorteil in der bargeldlosen Gesellschaft sehen die jungen Menschen in der Verhinderung von Falschgeld (44,2 Prozent), in der Fehlervermeidung beim Wechselgeld (39,3 Prozent) und in der fehlenden Notwendigkeit, Bargeld bei sich zu tragen (36 Prozent). Als größten Nachteil fürchten 67,6 Prozent der jungen Menschen, bei technischen Problemen nicht mehr auf das eigene Geld zugreifen zu können. 65,4 Prozent befürchten, dass ältere Menschen mit den neuen Technologien überfordert wären und 61,4 Prozent geben zu bedenken, dass Kartenverlust oder das Vergessen des Kennworts jede Bezahlung unmöglich machen würden.

Mobile Payment ist bei Österreichs Jugend noch nicht angekommen

Im Mittel führen die Befragten 35 Euro Bargeld mit sich. Nur 3,4 Prozent geben an, gar kein Bargeld bei sich zu haben.

Mobile Zahlungsmöglichkeiten wie beispielsweise Apple Pay stehen 26,2 Prozent der jungen Menschen positiv und 33,5 Prozent negativ gegenüber. 27,9 Prozent haben es bereits aktiv genutzt, wobei Männer (33,9 Prozent) zu den aktiveren Nutzern als Frauen (21,7 Prozent) zählen.

Die schönsten Wochen des Jahres: Trends im Tourismus

Im Mittel unternehmen junge Menschen im Alter zwischen 14 und 29 Jahren zwei private Reisen pro Jahr laut aktuellem Jugend Trend Monitor. Die beliebteste Urlaubsdestination ist mit Abstand Österreich (61,9 Prozent) vor Italien (47,8 Prozent) und Kroatien (43,1 Prozent). Am liebsten wird mit Freunden (59,2 Prozent), dem eigenen Partner (52,9 Prozent) oder den Eltern (39,5 Prozent) verreist. Junge Männer reisen bevorzugt mit Freunden (61,2 Prozent), während junge Damen die Urlaubszeit gerne mit dem eigenen Partner (61,8 Prozent) und den Eltern (44,8 Prozent) verbringen.

Müssten die jungen Menschen nicht auf das Budget achten, würde knapp ein Viertel den Urlaub am liebsten in einer Luxusvilla auf den Malediven oder in der Karibik verbringen. 13,8 Prozent würden mit dem Wohnmobil die Vereinigten Staaten durchqueren und zehn Prozent reizt der Abenteuer-Urlaub in Australien. 45,8 Prozent können sich vorstellen, die Welt alleine und auf eigene Faust zu umrunden.

Auf die Frage nach Ängsten bei der Urlaubsplanung geben 42 Prozent Terrorbedrohung an. Auf den weiteren Plätzen der negativen Gefühle kommen Diebstahl (40,3 Prozent) und Krankheiten (37,3 Prozent). Besonders hoch ist die Angst vor Terror bei Frauen mit 50,6 Prozent ausgeprägt, die allgemein etwas ängstlicher als junge Männer sind.

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