Junge Wienerin zertrümmerte Rivalin aus Eifersucht die Nase

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Auch vor Gericht wurden Unfreundlichkeiten ausgetauscht
Auch vor Gericht wurden Unfreundlichkeiten ausgetauscht - © APA, (Archiv/Pfarrhofer)
Eine 25-jährige Wienerin glaubte nicht recht zu sehen, als sie in der Nacht auf den 28. Februar 2016 im Fiesta Dance Club in Favoriten das Tanzbein schwang. Im selben Lokal vergnügte sich ihr Ex-Mann ausgerechnet mit jener jungen Frau, mit der er sie über zwei Jahre außerehelich betrogen hatte. Was dann geschah, ist am Montag im Landesgericht für Strafsachen behandelt worden.

Als die 23-Jährige auf die Toilette wollte, nutzte die gehörnte Ehefrau die Situation, um es der Rivalin heimzuzahlen. Sie griff nach einer Wodkaflasche und schlug ihr diese ins Gesicht. Die 23-Jährige ging blutüberströmt in die Knie und landete im Spital, wo ein verschobener Nasenbeinbruch diagnostiziert wurde, der in weiterer Folge operativ behandelt werden musste. Reue dürfte die Täterin nicht verspürt haben, schickte sie ihrer Konkurrentin doch noch eine SMS hinterher: “Du Hure, ich hab’ dich für dein ganzes Leben verunstaltet.” “Ich bin dennoch bei ihm”, konterte die Verletzte.

Vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Stefan Erdei) war die bisher unbescholtene Angeklagte geständig: “Ich bin schuldig. Aber ich wollte ihr nicht wehtun.” Dass letzteres nicht ganz der Wahrheit entsprach, zeigte sich im Verlauf ihrer weiteren Befragung. Als sie die Neue ihres Ex-Manns erblickte, sei sie wütend geworden, räumte die 25-Jährige ein: “Ich hab’ falsch reagiert. Ich hab’ die Kontrolle verloren.”

Das Opfer verwies als Zeugin auf den Umstand, dass sie aufgrund der Operation nun mit einem kleinen Höcker auf der Nase durchs Leben gehen müsse. Die 23-Jährige hatte unmittelbar nach dem erlittenen Schlag mit der Glasflasche noch versucht, sich mit einer halbvollen Bierflasche zu revanchieren, die sie in Richtung der 25-Jährigen warf. “Ich hab’ leider nicht getroffen”, berichtete die Zeugin, die mittlerweile übrigens nicht mehr mit dem Ex-Mann ihrer Kontrahentin liiert ist.

Dieser wurde auch als Zeuge vernommen. Zur Wahrheitsfindung konnte der 24-Jährige nicht viel beitragen. “Endlich bin ich von beiden weg und kann machen was ich will”, gab er dafür zu Protokoll.

Am Ende wurde die Angeklagte wegen schwerer Körperverletzung zu neun Monaten bedingt und zur Zahlung eines Schmerzengeldes in Höhe von 1.000 Euro an die Verletzte verurteilt. Sie nahm das Urteil an. Die Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab. Die Entscheidung des Schöffensenats ist damit nicht rechtskräftig.

(APA)

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