Juschtschenko “enttäuscht” von Österreich

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Viktor Juschtschenko sieht Krim als ukrainisch
Viktor Juschtschenko sieht Krim als ukrainisch
Der Ex-Präsident der Ukraine, Viktor Juschtschenko, zeigt sich in einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins “profil” enttäuscht, dass “einige europäische Führer derzeit die Meinung vertreten, dass neue Sanktionen gegen Russland nicht angebracht” wären. “Besonders enttäuscht bin ich von unseren eigenen Nachbarn und auch von Österreich.”


Zu viele Politiker machen sich laut Juschtschenko Gedanken darüber, wie sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin zufriedenstellen könnten. “Ich frage mich: zu welchem Preis?” Juschtschenko warnt in dem Interview davor, dass sich der Krieg in den umkämpften Gebieten im Osten der Ukraine zu einem “eingefrorenen Konflikt” entwickeln könnte und zeigt sich überzeugt, dass auch die Krim am Ende wieder ukrainisch sein werde. “Die Krim ist ukrainisch, war ukrainisch und wird es immer sein. Die Souveränität der Ukraine sollte nicht einmal zur Diskussion stehen”, so Juschtschenko.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat unterdessen in dem Konflikt wieder ein wenig Öl ins Feuer gegossen und sich dafür ausgesprochen, künftig an ukrainischen Schulen Englisch statt Russisch als erste Fremdsprache zu unterrichten. “Englisch sollte die zweite Sprache werden, die an Schulen gelehrt wird”, sagte Poroschenko am Freitag bei einem Besuch in der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg).

In Lember spricht die Bevölkerung überwiegend Ukrainisch und unterstützt eine Annäherung an die Europäische Union. Die Äußerungen dürften bei der russischsprachigen Bevölkerung auf Unmut stoßen, die sich ohnehin durch die prowestliche Regierung Poroschenkos benachteiligt sieht.

Poroschenko sagte, es gebe einen Zusammenhang zwischen den Englischkenntnissen und dem Lebensstandard einer Gesellschaft und verwies auf das Beispiel von Singapur, wo in den 1950er-Jahren Englisch als zweite Amtssprache eingeführt wurde. “Je mehr Ukrainer Englisch sprechen, umso besser wird es der Ukraine ergehen”, sagte der Präsident, der selbst gut Englisch spricht. Die Sprachenfrage sorgt in der Ukraine seit langem für Streit. Die frühere Sowjetrepublik ist geteilt zwischen einem überwiegend Ukrainisch sprechenden Westen und dem russischsprachigen Osten.

Seit der Unabhängigkeit 1991 ist Ukrainisch die einzige Amtssprache des Landes. Im Osten empfinden dies viele als Diskriminierung und fordern die Einführung von Russisch als zweite Amtssprache. Seit dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch im Februar hat der Sprachenstreit wieder an Aktualität gewonnen.

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