Kältewelle lässt Salzburger Seen zufrieren: Wie helfe ich bei Einbruch am Eis?

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Die Wasserrettung macht auf die Gefahr von gefrorenen Gewässern aufmerksam.
Die Wasserrettung macht auf die Gefahr von gefrorenen Gewässern aufmerksam. - © WR Salzburg
Die kommende Kältewelle mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad lässt viele Gewässer in Salzburg zufrieren. Bereits jetzt haben kleinere Badeseen, vor allem in den Gebirgsgauen, eine geschossene Eisdecke. Die Wasserrettung warnt jedoch, die Flächen schon zu betreten. Wir geben euch Tipps, wie ihr im Notfall helfen könnt.

Grundsätzlich gilt: Eisflächen nur betreten, wenn sie freigegeben worden sind. Auch wenn das Eis stabil und dick wirkt, von außen lässt sich das schwer einschätzen. Aufgrund verschiedener Einflüsse kann das Eis an verschiedenen Stellen eines Gewässers recht unterschiedliche Durchmesser aufweisen, klärt die Wasserrettung Salzburg in einer Aussendung auf. Bodenwärme, Strömungen, Zuflüsse warmer Industriegewässer oder Quellen, Gasbläschen aus schlammigem Grund, oder ehemalige Einbruchstellen sowie Eisrisse seien mögliche Ursachen dafür. Bereits bei geringer Belastung können solche Eisflächen brechen. Ein vereistes Gewässer sollte deshalb nur dann betreten werden, wenn absolut sicher ist, dass die Tragfähigkeit des Eises ausreicht. Es ist auch zu beachten, dass Schnee ein sehr schlechter Wärmeleiter ist und daher schneebedeckte Eisflächen meist dünner sind als schneefreie.

Wie erkenne ich, ob das Eis dünn ist?

Für die Erkennung der Gefahr am Eis gibt es keine Faustregel: “Da muss man sich auf sein Gefühl und sein Gehör verlassen. Beginnt das Eis zu schwingen oder zu knacksen, sollte man das Eis robbend verlassen”, rät Markus Gewolf von der Wasserrettung.

So verhalte ich mich richtig auf dem Eis:

Von Brücken fernhalten

Von Brücken oder Stegen sowie von Zu- oder Abläufen sollte man sich besser fernhalten, das Eis kann dort sehr dünn sein. Es herrscht Einbruchgefahr. Auch bei dunklen Stellen sollte man besonders aufpassen.

Nie alleine aufs Eis gehen

Besonders wichtig ist es, nicht alleine aufs Eis zu gehen und sich auch niemals weiter als auf Rufdistanz von anderen zu entfernen. Vor allem Kinder sollten immer in Begleitung eines Erwachsenen sein.

Entscheidung nach dem ersten Schritt

Bevor man mit dem gesamten Gewicht auf das Eis tritt, sollte zuerst vorsichtig getestet werden. Steigt man auf die Fläche, darf keine Bewegung erkennbar sein. Bilden sich Sprünge und Luftblasen, oder man hört gar ein Knistern und Knacken, sollte man schleunigst das Eis verlassen.

Wasserrettung klärt über die Rettungsmöglichkeiten auf

Generell gilt das rechtzeitige Alarmieren der Einsatzkräfte als wichtigste Maßnahme. Über die Notrufnummer 144 ist die Wasserrettung rund um die Uhr erreichbar.

Selbstrettung aus winterlichen Gewässern

Eine Selbstrettung aus dem eisigen Nass der winterlichen Gewässer muss innerhalb kürzester Zeit erfolgen. Bereits wenige Minuten, nachdem der Verunglückte ins eiskalte Wasser geraten ist, werden seine Glieder durch die Kälte so steif, dass alle Versuche einer Selbstrettung scheitern werden. Da die unmittelbare Berührung mit dem eiskalten Wasser starke Schmerzen verursacht, müssen alle geistigen und körperlichen Kräfte mobilisiert werden, um eine Panik zu vermeiden und möglichst schnell das eiskalte Wasser verlassen zu können. Je nach Beschaffenheit des Eises bieten sich zwei Möglichkeiten an: Ist das Eis halbwegs tragfähig, versucht euch flach auf das Eis zu schieben und kriecht dann langsam über das Eis zum Ufer, reicht die Stabilität des Eises dazu nicht aus, versucht das Eis mit den Fäusten oder den Ellbogen stückweise zu zerbrechen und bahnt euch so einen Weg zum Ufer oder zu tragfähigerem Eis.

Bei der Rettung aus bitterkaltem Wasser zählt jede Sekunde./WR Salzburg Bei der Rettung aus bitterkaltem Wasser zählt jede Sekunde./WR Salzburg ©

Rettung durch einen oder mehrere Helfer

Bei der Rettung eines im Eis eingebrochenen Menschen muss der Retter bedenken, dass das offensichtlich nicht mehr ausreichend tragfähige Eis für den Helfer eine erhebliche Gefahr darstellt. Man muss sich jedoch auch darüber im Klaren sein, dass sich der Eingebrochene wegen der einsetzenden Unterkühlung und der raschen Erstarrung seiner Glieder nur kurze Zeit an der Oberfläche halten kann und daher höchste Eile geboten ist.
Sofern es möglich ist, wird die Rettung von Land aus durchgeführt. Der Retter reicht, schiebt oder wirft dem Verunglückten Hilfsmittel wie Bretter, Stangen, Leitern, Gartentische und -bänke aus Holz, Türen, Leinen, Teile von Holzzäunen, Äste oder auch Strauchwerk zu. Besser wären ein Rettungsball oder Rettungsring mit Leine.

Gelingt es dem Verunglückten nicht sich selbst zu befreien, so muss der Retter ihm auf dem Eis zu Hilfe kommen. Hierbei darf sich der Helfer der Einbruchstelle nie stehend nähern. Er schiebt sich vielmehr liegend, möglichst mit ausgebreiteten Armen, zum Eisloch vor (dabei sollte er unbedingt angeleint sein, zur Not auch mit einem Auto-Abschleppseil, einer Hundeleine oder ähnlichem). Von großem Vorteil ist es, wenn er sich auf einer großflächigen Unterlage (Leiter, breites Brett) liegend an den Eingebrochenen heranschiebt. Sind mehrere Retter an der Unfallstelle, so sollten alle Retter, zumindest aber der erste Retter mit einer Leine gesichert werden.

Hat sich der Retter der Einbruchstelle genügend genähert, schiebt er vorhandene Hilfsmittel wie Bretter, Leitern oder ähnliches über die Einbruchstelle, um die Tragfähigkeit des Eises zu erhöhen und um dem Eingebrochenen die Möglichkeit zu geben, sich selbst daran herauszuziehen. Die scharfe Eiskante sollte überdeckt werden (mit einer Jacke, einem Rundholz oder Ähnlichem.), da sich sonst der Eingebrochene an der Eiskante verhaken kann und es so erschwert wird ihn auf das Eis zu ziehen.Wichtig: Gerettete flach lagern, möglichst nicht bewegen und nicht schnell wärmen!

 

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