16. Juli 2012 21:22; Akt.: 16.07.2012 21:30

Kämpfe in Damaskus – Russland brüskiert den Westen

Nach monatelangen Kämpfen zwischen der syrischen Armee und bewaffneten Regimegegnern erfasst die Gewalt nun auch die Hauptstadt Damaskus. Die oppositionelle Muslimbruderschaft berichtete von Gefechten in mehreren Vierteln der Innenstadt und wertete das als Zeichen für den baldigen Sturz von Präsident Assad.

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In Damaskus meldeten Regimegegner Gefechte aus den Vierteln Al-Tadhamun, Al-Midan und Al-Sahira. Aktivisten veröffentlichten in der Nacht ein Video, das ein Gebiet zwischen den Stadtteilen Kafr Susa und Al-Messe zeigen soll, in dem Schüsse zu hören sind. “Die Stimmung hat sich sehr verändert”, sagte ein Bewohner der Hauptstadt. Berichte von Entführungen machten die Runde.

Die Muslimbrüder riefen die Bewohner von Damaskus auf, Straßen zu blockieren und Brandbomben auf Fahrzeuge der Sicherheitskräfte zu werfen. Regimegegner meldeten zudem heftige Gefechte aus den Provinzen Hama und Aleppo.

Vor der Entscheidung des UNO-Sicherheitsrates über eine Verlängerung der Beobachtermission richtete Russland unteredessen schwere Vorwürfe gegen den Westen. Mit dem Beharren auf Sanktionen provoziere der Westen einen Bürgerkrieg in dem arabischen Land, sagte Außenminister Lawrow in Moskau vor einem Treffen mit dem UNO-Sondergesandten Kofi Annan.

Lawrow warf dem Westen Erpressung vor, weil die Partner im Sicherheitsrat die Fortsetzung der UNO-Beobachtermission von einem Einlenken Moskaus im Streit um Sanktionen abhängig machten. Über die Verlängerung der Mission soll in den kommenden Tagen entschieden werden. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon soll am Dienstag die chinesische Führung in Peking treffen. Die Vetomächte Russland und China lehnen Sanktionen gegen die syrische Führung bislang strikt ab.

Angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien will die Europäische Union ihre Sanktionen gegen das Land erneut verschärfen. Die neuen Strafmaßnahmen sollen bei einem Treffen der EU-Außenminister am 23. Juli in Brüssel beschlossen werden, wie mehrere EU-Diplomaten am Montag in Brüssel laut Medienberichten sagten.



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