Karate: Buchinger, Pokorny und Co. kämpfen bei “größter WM aller Zeiten” in Linz

Buchinger feiert am WM-Eröffnungstag ihren 24. Geburtstag.
Buchinger feiert am WM-Eröffnungstag ihren 24. Geburtstag. - © APA/HERBERT PFARRHOFER
Mit mehr als 1.200 Sportlern aus 129 Nationen werden die 23. Karate-Weltmeisterschaften am Dienstag in Linz eröffnet. Von Mittwoch bis Sonntag werden die Sieger in 16 Klassen ermittelt, 72 Para-Athleten sind in drei Kategorien in den Ablauf inkludiert. Die “größte WM aller Zeiten” bringt Herausforderungen für die Organisatoren, sagte OK-Chef Ewald Roth.

Die Karate-WM platzt aus allen Nähten. Vor der für Dienstag (18.30 Uhr) angesetzten Eröffnung nahm der Zustrom an teilnehmenden Sportlern auch am Montag vorerst kein Ende, OK-Chef Roth rechnet noch mit unangemeldeten Neuankömmlingen. 30 Prozent mehr an Athleten als bei der Bremen-WM 2014 seien zu erwarten, das sei ein Plus von 300 Aktiven.

Rekord-WM in Linz

Roth berichtete von täglich neuen Rekordmeldungen, an den Finaltagen soll in 110 Ländern live übertragen werden. Nationen, die noch nie dabei gewesen seien, wie El Salvador, Kosovo, Madagaskar und Sierra Leone werden Athleten schicken. Dadurch platze der Zeitplan aus allen Nähten, die Kämpfe werden wohl abends etwas länger dauern. Die Auslosung finde am Dienstag statt. Salzburg geht mit insgesamt acht Athleten an den Start, Medaillenhoffnungen dürfen sich vor allem Alisa Buchinger, Stefan Pokorny und Thomas Kaserer machen.

Karate wird endlich olympisch

Der Start am Freitag werde um eine Stunde nach vorne verlegt, erklärte der OK-Chef des Weltverbandes, Esteban Perez. Er führte die vielen Teilnehmer unter anderem darauf zurück, dass 2020 das erste olympische Kräftemessen im Karate stattfinden werde. Von der Organisation in Linz und der Stadt zeigte er sich begeistert. Dass alles funktioniert, habe sich bei den bereits stattfindenden Lehrgängen der Kampfrichter gezeigt.

Buchinger holte bereits Edelmetall

Sportlich sei Österreichs Team gut aufgestellt, sagte Roth. Die Aushängeathletinnen Buchinger (Klasse bis 68 kg) und Bettina Plank (50) seien fit und gut vorbereitet. “Die Situation ist ungewohnt, der Druck und die Erwartungshaltung enorm”, gab er aber zu bedenken. Buchinger hat zwar 2014 eine Bronzemedaille erkämpft, davor gab es zwölf Jahre kein WM-Edelmetall für Österreich und nun die WM daheim. In Planks Gewichtsklasse gebe es vier Athletinnen, die jederzeit die Goldmedaille machen können, so Roth.

Linz zeigt sich sportlich

Linz erhalte die Möglichkeit, sich als Sportstadt zu präsentierten, freute sich Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ). Er strich hervor, dass es die zweite WM auch für Menschen mit Beeinträchtigung sei und wünschte sich, dass die Veranstaltung, abgesehen von der wirtschaftlichen Bedeutung, auch aufgrund der sozialen Ebene in Erinnerung bleibe. Es sei viel Arbeit gewesen, sie nach Linz zu holen. Neben Inklusion wird auch Nachhaltigkeit groß geschrieben. Die WM ist das größte “Green Event” Oberösterreichs.

WM sorgt für Mega-Reichweite

Roland Breiteneder, selbst ehemaliger Karatesportler und Europameister, deckt mit seiner Firma den Bewerb elektronisch ab. Er rechnet mit rund 70 Mio. Zugriffen, doppelt so vielen wie bei der vorigen WM in Bremen 2014. Eine riesige Reichweite in den Social Media verspricht er sich durch die Profile der Sportler, die während der WM betreut werden. Neu ist, dass der vor zwei Jahren eingeführte Videobeweis von den Besuchern mitverfolgt werden kann. In puncto Sicherheit werde es ein Scan-System für alle Personen geben, erklärte Breiteneder.

In diesem Bereich werfen die internationalen Ereignisse ihre Schatten auf Linz. Das habe sich zeitweise beim Kartenvorverkauf bemerkbar gemacht und zusätzliche Sicherheitsvorschriften erfordern rund 200.000 Euro mehr für Personal bei den Zutrittskontrollen, so Roth. Bei einem Gesamtbudget von rund 3,2 Mio. Euro ein beträchtlicher Posten.

(APA/SALZBURG24)

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