Karriere bei IKEA: Interview mit Lehrling Marcel

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Marcel hat seine Lehre erfolgreich bei IKEA abgeschlossen.
Marcel hat seine Lehre erfolgreich bei IKEA abgeschlossen. - © SALZBURG24/Schuchter
Nicht nur in Sachen Einkaufserlebnis ist IKEA innovativ, auch in der Ausbildung seiner Mitarbeiter geht das schwedische Unternehmen ganz eigene Wege. In Salzburg bietet IKEA insgesamt drei Lehrberufe an. Der 22-jährige Marcel erzählt im SALZBURG24-Interview wie die Lehre bei IKEA abläuft und gibt Tipps worauf Interessierte ganz besonders achten sollten.

Das bunte Möbelunternehmen in Salzburg bildet Lehrlinge in den Sparten Einzelhandel, Betriebslogistik und Systemgastronomie aus. IKEA möchte, gemäß seiner Unternehmensphilisophie, auch in der Ausbildung “ANDERS” zu sein. Ziel ist es, dass die Lehrlinge über die Lehrzeit hinaus als Mitarbeiter, Spezialist oder Führungskraft beim Unternehmen bleiben.

Marcel über seine Lehre bei IKEA

Marcel (22) aus Salzburg hat seine Lehre als Einzelhandelskaufmann frisch abgeschlossen. Was ihm ganz besonders an der Ausbildung gefallen hat und warum er seine Zukunft bei IKEA sieht, hat er uns im Interview verraten.

Marcel, warum hast du dich für die Lehrstelle bei IKEA entschieden?

Ich war auf der Suche nach einer Lehre. Nach Abschluss der Hauptschule habe ich mit der HTL angefangen. Dort ist es mir aber nicht so gut gegangen. Ich hatte alles andere im Kopf als lernen. Nach zwei Jahren wollte ich nicht mehr, es war mir zu viel und habe dann bei der HAK angefangen. Auch dort habe ich nach eineinhalb Jahren wieder aufgehört. Zu dem Zeitpunkt habe ich dann auch gemerkt, dass ich ein Arbeitsmensch, ein Macher, bin. Den ganzen Tag lang in der Schule zu sitzen war nichts für mich. Das war mir schlichtweg zu langweilig.

Ich habe dann etwas herumgejobbt. Aber das hat mich auch nicht wirklich glücklich gemacht, weil ich unbedingt auch einen Abschuss haben wolle. Ich habe viele Bewerbungen für eine Lehrstelle rausgeschickt, leider ohne Erfolg. Bis mich dann eine Freundin auf IKEA brachte. Ich bin dann persönlich hin und habe beim Kundenservice einfach mal meine Bewerbung abgegeben.

Die Eigeninitiative scheint ja durchaus genützt zu haben…

Ja. Schon kurze Zeit später wurde ich zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Von 150 Bewerbern wurden drei Leute für den Verkauf genommen. Ich konnte überzeugen.

Wenn du dich an das Bewerbungsgespräch zurückerinnerst, wie war das für dich?

Ich erinnere mich noch sehr gut daran. Ich hatte anfangs Herzrasen ohne Ende und Bauchweh und war wirklich nervös. Da habe ich auch gemerkt, dass mir der Job schon sehr wichtig war. Die Leute von IKEA haben dann aber gleich mit etwas Smalltalk angefangen, was mir die Nervosität schnell genommen hat.

Welche Tipps hast du für Jugendliche, die sich bei IKEA für eine Lehrstelle bewerben möchten?

Macht euch nicht unsinnig nervös. Das bringt wirklich nichts. Viel wichtiger ist es, gut vorbereitet zu sein und schon vorab Informationen über das Unternehmen gesammelt zu haben. Und was ich auch immer gut finde: Die eigenen Schwächen kennen. Das kommt beim zukünftigen Arbeiter immer positiv an.

Was sind denn deine Schwächen?

Meine große Schwäche ist, dass ich sehr schwer Arbeit abgeben kann. Ich bin ein Mensch der versucht, immer alles selbst zu machen. Zumindest war ich mal so. Das hat mir IKEA jetzt aber durch das ständige Arbeiten im Team abgewohnt.

Gibt es noch etwas, das du jungen Leuten fürs Bewerbungsgespräch mitgeben möchtest?

Ja. Wichtig finde ich auch das Äußere. Man soll sich zum Bewerbungsgespräch etwas anziehen, in dem man sich wohl fühlt aber es sollen auch nicht die zerrissenen Jeans sein. Auch Hotpants kommen nicht wirklich so gut an. (grinst)

Was muss jemand deiner Meinung nach unbedingt mitbringen, um bei IKEA eine Lehre zu machen?

Man muss in jedem Fall offen für Neues sein und man sollte einen gewissen Hausverstand haben. IKEA legt großen Wert auf Teamwork, deshalb sollte man ein Teamplayer und kein Einzelkämpfer ein.

Und das wichtigste: Man muss bereit sein zum Lernen. Denn die Möglichkeit bekommt man hier und die sollte man auch nutzen, finde ich. Wenn man die Lehre hier ganz auf die leichte Schulter nimmt, wird es eher nicht funktionieren.

IKEA verlangt schon auch, dass man Engagement mitbringt. Bei regelmäßigen Meetings wird immer alles besprochen, damit sich jeder auskennt. Die Lehrlinge haben alle zwei Wochen ein Treffen mit der Lehrlingsbetreuerin.

Kannst du uns die Lehrzeit bei IKEA kurz beschreiben?

Die Lehrlinge kommen alle zwei bis vier Monate in eine andere Abteilung. Das heißt, wir sehen das ganze Einrichtungshaus vom Verkauf bis zur Logistik. In jeder Abteilung haben wir einen Paten, der für uns zuständig ist und an den wir uns immer wenden können. Durch dieses Konzept kennen sich die Lehrlinge nach der Ausbildung perfekt im gesamten Haus aus. Wir lernen extrem viel und haben von jeder Abteilung Ahnung.

Marcel mit einer Kollegin in seiner Lieblingsabteilung, den Küchen./SALZBURG24/Schuchter Marcel mit einer Kollegin in seiner Lieblingsabteilung, den Küchen./SALZBURG24/Schuchter ©

Mittlerweile hast du ja die Lehre schon abgeschlossen, richtig?

Ja, ich habe die Lehrabschlussprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg geschafft und auch in der Berufsschule habe ich mich ordentlich angestrengt, weil IKEA ziemliche Lehrlings-Goodies vergibt, wenn man solche Erfolge hat. Für einen ausgezeichneten Erfolg gibt es 100 Euro Prämie und für einen guten Erfolg 80 Euro Prämie. Das ist schon eine große Motivation. Denn man braucht das Geld.

Wie sieht dein Ausbildungsalltag heute aus und was sind deine Aufgaben?

Ich bin jetzt in der Küchenabteilung. Das ist die Abteilung, die ich mir gewünscht hatte. Hier plane ich mit den Kunden ihre neue Küche. Das macht total Spaß. Weil das Planen ist einfach genau meins. Und zu sehen, wie sehr sich die Kunden freuen, wenn sie ihre neue Küche vor Augen haben, ist ein richtig cooles Gefühl.

Die Küchenplanung ist Marcels Leidenschaft./SALZBURG24/Schuchter Die Küchenplanung ist Marcels Leidenschaft./SALZBURG24/Schuchter ©

Was macht die Arbeit bei IKEA aus?

Dass wir ein Team sind. Aber trotzdem jeder eigenständig arbeiten darf. Das Schöne ist auch, dass jeder das macht, was gemacht gehört – vom Lehrling bis zum Abteilungsleiter. Und was ich aus großartig finde ist, dass wir alle per Du sind. Das zeigt, dass jeder Mensch gleich viel wert ist. 

Wie schauen deine Pläne für die Zukunft aus?

Ich möchte bei IKEA bleiben und hier ein Training zur Führungsebene machen. Für das Programm habe ich von IKEA schon die Zusage bekommen. Nach dem Zivildienst, den ich jetzt noch machen muss, werde ich mit der weiterführenden Ausbildung anfangen. Und wenn ich weiter denke wünsche ich mir, dass ich irgendwann mal Abteilungsleiter bei IKEA werde. Und den Job, den ich mir erträume, ist Sales Manager. So schnell wird mich IKEA in jedem Fall nicht los.

IKEA vor 74 Jahren von 17-Jährigem gegründet

IKEA ist heute ein multinationaler Einrichtungskonzern mit mit über 130.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in über 40 Ländern. Das Unternehmen wurde im Jahr 1942 von dem damals erst 17-jährigen Ingvar Kamprad in Schweden gegründet. Das Akronym “IKEA” setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Ingvar Kamprad, des elterlichen Bauernhofs Elmtaryd und des Dorfes Agunnaryd zusammen, in dem der Hof lag. Zunächst verkaufte die Firma Kugelschreiber, Brieftaschen, Bilderrahmen, Tischdecken, Uhren, Streichhölzer, Schmuck und Nylonstrümpfe. Ab 1955 bot Kamprad gab es erstmals eigens für IKEA entworfene Möbel. Die Möbel wurden zur Einsparung von Montage- und Versandkosten ab 1956 als Bausatz verschickt. Das erste Möbelhaus öffnete dann drei Jahre später. Heute gibt es alleine in Österreich sieben IKEA-Möbelhäuser.

 

Entgeltliche Kooperation mit IKEA.

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