Karstadt-Aufsichtsrat berät über Sparkurs und Chef

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Am Donnerstag tagt der Karstadt-Aufsichtsrat
Am Donnerstag tagt der Karstadt-Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt ist in Essen zu Beratungen über drastische Einsparungen zusammengekommen. Insidern zufolge will das Gremium am Donnerstag auch seinen Vorsitzenden Stephan Fanderl zum neuen Karstadt-Chef wählen. Die Sitzung werde voraussichtlich bis zum Abend andauern, sagten mehrere Insider.


Dem 20-köpfigen Gremium liegen Pläne zur Sanierung des Konzerns mit rund 17.000 Mitarbeitern vor, die auf einen Stellenabbau und Schließungen von über 20 der 83 verbliebenen klassischen Warenhäuser abzielen.

Insider rechneten nicht mit konkreten Schließungsbeschlüssen bei der Sitzung. Eine letzte Bewährungschance im wichtigen Weihnachtsgeschäft sei wahrscheinlich, auch wenn Kostensenkungen unausweichlich seien. Für die Karstadt-Beschäftigten dauert das Zittern um ihre Zukunft weiter an.

Der österreichische Immobilien-Investor Rene Benko hatte Karstadt im August zum symbolischen Preis von einem Euro übernommen und danach eine Reihe von Vertrauten in den Aufsichtsrat entsandt. An der Spitze des Gremiums steht der Handelsmanager Fanderl, der nun die Geschäfte führen soll. Fanderls Nachfolger an der Spitze des Aufsichtsrats solle sein Aufsichtsratskollege Wolfram Keil werden, hatten Insider gesagt. Gemeinsam mit Keil solle Fanderl zudem in die Leitung der Signa Retail einsteigen, unter deren Dach Benko die Karstadt-Premiumhäuser und die Karstadt-Sportgeschäfte gebündelt hat. Benkos Karstadt-Übernahme hatte auch Spekulationen um eine Fusion mit dem Kaufhof neu aufleben lassen, denn Benko hatte sich bereits in der Vergangenheit um die Metro-Tochter bemüht.

Bei dem Kaufhof-Konkurrenten drehte sich das Personalkarussell in den vergangenen Monaten schnell. Im Juli hatte Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt nach nur 133 Tagen im Amt das Handtuch geworfen. Nach Sjöstedts Abgang führte übergangsweise Finanzvorstand Miguel Müllenbach die Geschäfte.

Fanderl hatte bereits deutlich gemacht, dass Einschnitte unausweichlich seien, um den mit hohen Verlusten kämpfenden Filialisten in ruhigeres Fahrwasser zu lenken. Er hatte hinter die Überlebensfähigkeit von mehr als 20 Karstadt-Häusern ein großes Fragezeichen gesetzt, das Management hat eine Liste von Standorten erstellt, die rote Zahlen schreiben. Zudem hatte das Management einen Personalabbau in einer Höhe von 20 Prozent ins Spiel gebracht, um “Wettbewerbsnachteile” auszugleichen. Damit wären über 3.000 Stellen bedroht, konkrete Zahlen wurden bisher nicht genannt. In Tarifverhandlungen drang das Management zudem auf weitere Einschnitte, Urlaubs- und Weihnachtsgeld stehen auf der Streichliste.

Arbeitnehmervertreter hatten die geplanten Einschnitte bei den Beschäftigten immer wieder scharf kritisiert und ein Zukunftskonzept Benkos gefordert. “Gerade die letzen Jahre haben deutlich gemacht, dass Personalabbau keine Antwort auf die Frage der Zukunft des Warenhauses ist”, hatte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger erklärt. “Man kann operative Fehler und ausbleibenden Erfolg nicht ständig mit Personalabbau kompensieren”, hatte Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt erklärt.

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