Kartnig mit Fußfessel in der Oper Graz

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Kartnig ließ sich "Tosca"-Premiere nicht entgehen
Kartnig ließ sich "Tosca"-Premiere nicht entgehen
Für Irritationen beim Grazer Opernpublikum hat am Wochenende Ex-Sturm Graz-Präsident Hannes Kartnig gesorgt: Er besuchte – obwohl er 15 Monate eine Fußfessel tragen muss – Samstagnacht die Premiere von “Tosca”, so steirische Medien. Rechtlich sei das in Ordnung, da Kartnig für den Samstag einen Ausgang beantragt habe. Beim Verein “Neustart” sieht man unter Umständen Probleme.


Kartnig hatte die Premiere zusammen mit seiner Ehefrau und einem befreundeten Paar besucht. Der wegen Steuerhinterziehung zu 15 Monaten Haft und einer Geldstrafe in der Höhe von 5,5 Millionen Euro verurteilte 62-jährige Werbeunternehmer ist leidenschaftlicher Opernbesucher und seit Jahren bei fast jeder Premiere dabei. Seit Mitte September trägt der Steirer eine elektronische Fußfessel. Er darf tagsüber arbeiten gehen, aber Abends und des Nachts sein Haus in Graz nicht verlassen.

Laut Andreas Zembaty vom Verein “Neustart”, der Menschen mit Fußfessel begleitet, ist der Zweck der Fußfessel eindeutig definiert. “Es dient der Berufsausübung zu festgelegten Zeiten und der Pflege privater Beziehungen”. Dazu gehöre auch, dass man mit dem Ehepartner etwas unternehme. Aber die Fußfessel sei eine Vergünstigung, ein Strafvollzug in Freiheit, so Zembaty zur APA. Es sei die Frage, was mit der Justiz vereinbart sei. Der Wochenplan sei minutiös geregelt, “das wird uns auch mitgeteilt”, so Zembaty. Darüber hinaus habe ein Fußfesselträger an wenigen Tagen auch einen längeren Ausgang.

Kulturelle Veranstaltungen besuchen gehe grundsätzlich auch, aber “Herr Kartnig steht eben auch unter starker medialer Beobachtung”. Man werde darüber reden müssen, diese Sachlage sei auch für “Neustart” ein Thema in der Betreuung. Er verstehe, dass manche Leute sich fragen würden, ob ein Opernbesuch noch Strafe sei.

Laut “Kleine Zeitung” (Montag-Ausgabe) ist Kartnig am Montagvormittag zur Justizanstalt Graz-Jakomini gebeten worden, um den Fall zu besprechen. Kartnig selbst sagte laut der Zeitung, er habe offiziell genehmigten Ausgang gehabt, zwölf Stunden. “Glauben Sie, ich gehe wohin, wenn ich das nicht darf?”, ortete er eine Vernaderungsaktion.

Ab 12. November muss sich Kartnig am Straflandesgericht Graz wegen Betrugs verantworten. Der Prozess wegen des Vorwurfs, die Bundesliga und den Steirischen Fußballverband mit gefälschten Ticketabrechnungen betrogen zu haben, war vom Obersten Gerichtshof zum Teil aufgehoben worden. Die Neuauflage betrifft nicht nur Kartnig, sondern auch weitere Mitglieder der früheren Führungsriege des Fußball-Vereins. Der Prozess könnte bis Mitte Dezember dauern.

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