Mehrere Tote durch Sturmtief “Friederike” in Europa

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Sturmtief sorgte für Schnee und Chaos in Teilen Deutschlands
Sturmtief sorgte für Schnee und Chaos in Teilen Deutschlands - © APA (dpa)
Sturmtief “Friederike” ist am Donnerstag mit Orkanböen über Europa gefegt und hat mehrere Menschenleben gefordert. Drei Personen starben in den deutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Thüringen, drei weitere in den Niederlanden. In Belgien und Italien waren jeweils ein Opfer zu beklagen. In Deutschland wurde der Bahn-Fernverkehr eingestellt – mit Auswirkungen auf Österreich.

In Emmerich am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen wurde der Polizei zufolge ein 59-Jähriger auf einem Dauercampingplatz von einem entwurzelten Baum erschlagen. In Lippstadt kam demnach ein 68-jähriger Lastwagenfahrer bei einem sturmbedingten Verkehrsunfall ums Leben. In Thüringen wurde in Bad Salzungen ein Feuerwehrmann von einem Baum erschlagen und ein weiterer verletzt. Zudem gab es allein in NRW mindestens 16 Verletzte. Feuerwehr und Polizei rückten zu Tausenden Einsätzen aus. Brücken und Autobahnen wurden wegen umgekippter Lastwagen, umgestürzter Bäume und umherfliegender Äste gesperrt.

Sturm fordert Todesopfer

In den Niederlanden kamen nach Behördenangaben drei Menschen ums Leben, die von Bäumen oder Trümmerteilen getroffen wurden. In der Ortschaft Olst im Osten des Landes sei ein 62-jähriger Mann von einem abgebrochenen Ast erschlagen worden, teilte die Polizei mit. In Enschede nahe der deutschen Grenze starb nach Polizeiangaben ein Autofahrer, nachdem ein Baum auf das Auto gefallen war. Über das dritte Todesopfer war zunächst nichts Näheres bekannt.

Je ein Todesopfer gab es in Belgien und Italien. In Belgien wurde eine Autofahrerin von einem Baum erschlagen, als sie südöstlich von Brüssel durch einen Wald fuhr. In der süditalienischen Stadt Crotone wollte ein Mann sein Dach auf Sturmschäden prüfen. Der Wind warf ihn um, sodass er in den Tod stürzte.

Bahnverkehr eingestellt

Die Deutsche Bahn stellte am Nachmittag den Fernverkehr im gesamten Bundesgebiet ein. Schwerpunkt des Unwetters waren Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dazu wurde in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen auch der Nahverkehr eingestellt. Ebenso verkehrte die Bahn in Nordhessen nicht mehr. Der Stopp des Fernverkehrs hatte auch Auswirkungen auf Österreich: Für die planmäßig im Zweistundentakt verkehrenden Züge Richtung Nürnberg ist in Passau Endstation, wie ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder sagte. Der Bahnverkehr von Salzburg, Kufstein und Lindau nach München und retour verläuft planmäßig. Auch der Korridorverkehr zwischen Salzburg und Kufstein ist nicht betroffen. “Insofern sind wir mit einem blauen Auge davongekommen”, sagte Rieder.

Die ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) riet Reisenden, die noch am Donnerstag Richtung Nürnberg und allenfalls weiter nach Frankfurt, Düsseldorf oder Hamburg wollten, sich genau zu informieren. “Es ist möglich, dass doch der eine oder andere Zug fährt, es gibt allerdings keine Garantie”, sagte Rieder. Er empfahl grundsätzlich, geplante Reisen zu verschieben. Auch in den Niederlanden brach der Bahnverkehr zeitweise zusammen. Zu zahlreichen Zugausfällen kam es weiters in der Schweiz. Der Amsterdamer Flughafen Schiphol wurde zeitweise geschlossen, so dass Hunderte Flüge gestrichen wurden. Auch der Flughafen Köln/Bonn stellte kurz den Betrieb ein. Dort wie auch in Düsseldorf oder Frankfurt hielten sich die Auswirkungen aber in Grenzen.

Unterdessen teilte der Deutsche Wetterdienst via Twitter mit, dass “Friederike” eine höhere Windgeschwindigkeit erreicht hat als der Sturm “Kyrill” im Jahr 2007. “Friederike schlägt Kyrill, was die maximale Windböe betrifft. Vor exakt 11 Jahren gab es 202 km/h auf dem Wendelstein, heute meldete der Brocken eine Böe von 203 km/h”, hieß es.

(APA/dpa)

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