Keine Annäherung vor dritter Metaller-KV-Runde

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Gewerkschaftschefs wollen den Druck erhöhen
Gewerkschaftschefs wollen den Druck erhöhen
Zwei kurze Verhandlungsrunden über den Kollektivvertrag 2015 haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Maschinen- und Metallwarenindustrie hinter sich, zu einer Annäherung ist es bisher nicht gekommen. Aus Verhandlungskreisen hieß es, dass noch nicht einmal konkrete Zahlen für eine Lohnerhöhung am Tisch liegen.


Morgen, Dienstagmittag, sitzen die Sozialpartner wieder zusammen, gibt es keine Fortschritte, dann folgen zwei Tage später bereits Betriebsrätekonferenzen inklusive möglicher Betriebsversammlungen. “Wenn wir am Dienstag kein Licht am Ende des Tunnels sehen, dann werden wir den Druck erhöhen”, so Rainer Wimmer, Chef der Produktionsgewerkschaft Pro-Ge. Und Karl Proyer, Vizechef der GPA, ergänzt: “Ich sehe die dritte Verhandlungsrunde mit großer Sorge. Wir werden sehr schnell entscheidungsfähig sein.”

Das Match um den kommenden Kollektivvertrag (KV) haben die Gewerkschaften mit ihrer Forderung nach einer Freizeitoption eröffnet. Dies bedeutet, dass der Arbeitnehmer auf freiwilliger Basis auf eine Ist-Lohn-Erhöhung verzichtet und dafür mehr Freizeit bekommt. Wer nur nach KV bezahlt wird, kann die Freizeitoption nicht nutzen, da nicht unter Kollektivvertrag gezahlt werden darf. Der Ist-Lohn ist hingegen eine freiwillige Überzahlung durch den Arbeitgeber.

Bei der Elektro- und Elektronikindustrie wurde die Freizeitoption bereits eingeführt, der Fachverband der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) lehnt sie allerdings ab. “Der Vorschlag ist in Wahrheit eine dauerhafte Arbeitszeitverkürzung durch die Hintertür, die Unternehmen müssten in vielen Fällen zum Ausgleich der freien Tage zusätzliche Überstunden bezahlen”, so FMMI-Obmann Christian Knill nach der zweiten KV-Runde. Seine Befürchtung: “Werden die freien Tage dann genommen, wenn es Arbeit gibt, statt bei Flaute, verschärft das die Probleme.”

Der FMMI ist seinerseits mit der Forderung nach einem mehrjährigen KV-Abschluss in den Ring gestiegen, was wiederum GPA und Pro-Ge ablehnen. Der Industrie gehe es hier nur um die “Zerstörung bewährter Strukturen”, so Proyer. Und Wimmer meinte, darüber könne man höchstens reden, wenn der Prozentsatz der Lohn- und Gehaltserhöhung “stimmt”.

Im Vorjahr einigten sich beide Seiten auf einen Lohnzuwachs von im Schnitt 2,8 Prozent – bei einer Inflationsrate von 2,4 Prozent. Heuer liegt die Teuerungsrate der vergangenen zwölf Monate bei 1,8 Prozent. Der IWF hat Österreich für heuer eine Inflationsrate von 1,7 Prozent vorausgesagt. Im Vorjahr benötigten die Sozialpartner fünf Verhandlungsrunden für eine Einigung.

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