Keine bleibenden Schäden für Lungauer Lebensretter Hauer

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Der mutige Lungauer hat sich mittlerweile wieder gut von den Strapazen erholt.
Der mutige Lungauer hat sich mittlerweile wieder gut von den Strapazen erholt. - © ruperthauer.at
Der Lungauer Alpinpolizist, Bergführer und Bergretter Rupert Hauer, der am 19. Mai knapp unterhalb des Gipfels des Mount Everest (8.848 Meter) einem amerikanischen Bergsteiger das Leben rettete, wird die Expedition vermutlich ohne bleibende Schäden überstehen.

Hauer hatte dem anstrengenden Einsatz am Berg nicht nur den eigenen Gipfelsieg geopfert, er zog sich dabei auch schwere Erfrierungen an der Nase zu.

Hauer wird ärztlich überwacht

Wie der 44-Jährige am Freitagnachmittag nach seiner Rückkehr nach Österreich im Gespräch mit der APA sagte, stünden laut Ärzten vermutlich keine Operationen an, er müsse in 14 Tagen aber wieder zu Kontrolle. “Es schaut sehr gut aus. Im schlimmsten Fall muss ein wenig abgestorbenes Gewebe weggekratzt werden.” Hauer, der am Freitag in München gelandet war und sich in Innsbruck untersuchen ließ, meinte auch, sich gut von den Strapazen erholt zu haben. Er wird am Freitag noch die Heimreise zu seiner Familie in den Lungau antreten.

Amerikaner bedankt sich bei Hauer

Der Amerikaner, dem er das Leben gerettet hat, habe sich im Basislager bei ihm bedankt. “Das war eine schöne Sache.” Und auch wenn oft der Vorwurf kursiert, am Everest seien viele Egoisten unterwegs, die mitunter an Sterbenden vorbeimarschieren: Urteilen wollte Hauer darüber nicht. “Es ist ein gewisser Zeitdruck da, wenn jemand mit künstlichem Sauerstoff unterwegs ist. Wenn der in großer Höhe plötzlich ausgeht, kommt das einem Todesurteil gleich. Grundsätzlich gilt: Wenn einer hinaufgeht, muss er selbst wissen, was er tut.”

Harscher Kritik von Hauer

Hauer kritisierte aber, dass Menschen am Everest unterwegs sind, die sich den Berg einfach kaufen würden. “Es wird ihnen zu leicht gemacht. Ich habe Asiaten gesehen, die konnten sich nicht einmal selbst die Steigeisen anziehen und brauchten dazu ihre Sherpas.”

„Würde es in Zukunft wieder tun“

Bereits im Sommer will Hauer – der als Alpinpolizist zurzeit ein Jahr Sabbatical macht – im Kaukasus eine Expedition leiten. Auch der Mount Everest bleibe weiter ein Thema, “auch wenn das eine finanzielle und eine zeitliche Frage ist.” Eines ist aber trotz der Rettungsaktion keine 150 Höhenmeter unter dem Gipfel des höchsten Berges der Welt klar: “Ich würde das auch in Zukunft wieder tun.”

Hauer hatte sich im Basislager logistisch einer Gruppe des deutschen Expeditionsveranstalters Amical Alpin angeschlossen, war aber am Berg selbst alleine unterwegs. “Ohne Sherpa, mit eigenem Zelt, eigenem Kocher, eigenem Gas.” Und er war der einzige zu dieser Zeit, der auf der Nordseite des Everest ohne künstlichen Sauerstoff unterwegs war. Darum musste er am Tag der Besteigung auch spät aufbrechen, um die Gefahr von Erfrierungen bei einem langen Marsch in der Kälte der Nacht zu minimieren.

Bergsteiger war völlig erblindet

Am sogenannten “Third Step”, einer Felsstufe am Nordgrat des Everests auf knapp über 8.700 Meter, traf Hauer auf den in Not geratenen Amerikaner. Diesem waren laut Expeditionstagebuchs auf der Webseite von Amical Alpin schon kurz nach dem eigenen Aufbruch die Brillen vereist. Er ging darum ohne weiter – mit dramatischen Folgen. Obwohl es noch dunkel war, blies der ständige Wind in die ungeschützten Augen und reizte diese. Kurz vor dem Gipfel war der Bergsteiger völlig erblindet. Laut Amical Alpin ist es dabei noch nie gelungen, einen Erblindeten vom Gipfel lebend zurück ins dritte Hochlager zu bringen.

Hauer hatte noch Kraftreserven

Hauer war zu diesem Zeitpunkt gut unterwegs und hatte noch Kraftreserven, als er auf den Amerikaner und dessen Sherpa traf. “Wie ich ihn getroffen habe, war klar erkennbar, dass es ihm schlecht geht.” Gezögert, zu helfen, habe er nicht. “Diese Frage hat sich nicht gestellt. Wäre es mir selbst schlecht gegangen, hätte ich aber gar nicht helfen können.” Gemeinsam mit dem Sherpa half er dem Amerikaners über Kletterstellen und absturzgefährdete Bereiche zurück ins Hochlager. Trotz der vorhanden Fixseile ein höchst anstrengendes Unterfangen. (APA)

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