“Keine Hemmungen”: Scheibsta & die Buben präsentieren “Neues”

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Handgemachten Hip-Hop liefert die Salzburger Formation Scheibsta & die Buben: Die sechsköpfige Gruppe hat sich im vergangenen Jahr mit Ohrwurmsongs wie “Schlecht drauf” und unzähligen Konzerten angeschickt, zur fixen Größe in der Szene zu werden.

Nun legt man mit “Neues” nach, wobei in den fünf darauf enthaltenen Liedern auch “neue Soundwelten” erkundet werden sollen, so Rapper Scheibsta.

Scheibsta: Band statt DJ

Der heißt eigentlich Philipp Scheiblbrandner und hat das Mikrofon in der Hand, während seine Kollegen an den diversen Instrumenten für den Rest sorgen. Dabei hatte es für Scheibsta ursprünglich ganz klassisch als MC mit DJs an seiner Seite begonnen. “Mir war da die musikalische Komponente aber irgendwann ein bisschen zu langweilig”, erklärt er im APA-Interview. “Gerade weil der Spielraum im Bereich Dynamik recht starr war. Mit einer Band sind das Spektrum und die Spielwiese sofort viel größer. Und da mir Improvisation wahnsinnig wichtig ist, haben sich die Möglichkeiten mit den Musikern exponentiell vervielfacht.”

Publikumsinteraktion anfangs vordergründig

So ging es gemeinsam mit David Binderberger (Gitarre), Klaus Brennsteiner (Schlagzeug), Lukas Pamminger (Bass), Johann Öttl (Trompete) und Philipp Bernsteiner (Keyboard) zunächst in Freestyle-Manier auf die Bühnen im Großraum Salzburg. “Es gab keine Nummern, eher ging es um Publikumsinteraktion”, erinnert sich Scheibsta. Zwei Jahre später versuchte sich die so formierte und eingespielte Band dann am klassischen Songwriting, verbarrikadierte sich in Proberaum und Studio: “Da hat das ganze Rad begonnen, sich professioneller zu drehen.”

“Neues”: Abwechslung, Sprachwitz und pointierte Phrasen

Zwei Studioalben später will man nun den nächsten Schritt machen, wobei “Neues” erstmals am 25. November im Salzburger Jazzit vorgestellt wird. Wie schon zuvor bestechen Songs wie “Lügnershow” oder “04:36” durch Abwechslung, Sprachwitz und pointierte Phrasen – musikalisch wie textlich. “Man braucht ein sehr hohes Maß an musikalischer Qualität, um es am Schluss so einfach ausschauen zu lassen, wie es live dann wohl wirkt”, weiß der Rapper um die Fähigkeiten seiner Band. “Dabei spielen auch die persönlichen Charaktereigenschaften eine Rolle, weil keiner von uns sich so wichtig nimmt, um unbedingt in jeder Nummer einen Solopart zu haben. Jeder ist sich gut genug, auch mal nur was ganz Minimalistisches zu spielen.”

Unterschiedliche Stile vereint

Entsprechend breit angelegt ist auch die Ausdrucksweise von Scheibsta und den Buben: Mal eher elektronisch angehaucht, dann im Uptempo-Modus auf die Tanzfläche schielend, sind es unterschiedlichste Stile, die in den Sound einfließen. “Wir machen ja nicht nur Hip-Hop, es kann auch eine Country- oder Punknummer entstehen. Es macht einfach viel Spaß, in einer Band zu sein, wo es diesbezüglich keine Hemmungen gibt.” Gleichzeitig versucht die Gruppe neue Wege zu beschreiten, wobei diesmal etwa ein neues Effektgerät von Binderberger genutzt wurde, um sich “neue Ideen und Möglichkeiten” zu erarbeiten. “So kommst du auch zu einem anderen Ergebnis.”

“Fühlt sich so an, als hätten wir unseren Sound gefunden”

Und ist man damit immer zufrieden? “Zum Glück sind wir noch nicht an dem Punkt, dass wir uns nicht mehr mit unserer eigenen Musik identifizieren können”, lacht Scheibsta. “Aktuell fühlt es sich so an, als hätten wir unseren Sound gefunden und entwickeln den kontinuierlich weiter. Bisher flutscht das alles ziemlich reibungslos und im Einvernehmen von allen.” Dieser Entspanntheit ist dann wohl auch geschuldet, dass man sich mitunter an Dinge wie das Vertonen von “Max & Moritz” wagt und auch sonst manchmal ein hörspielartiger Touch durchschimmert. “Wir haben da keine Grenzen, Schubladen oder Maßstäbe”, so der Rapper. “Wir machen das, was uns Spaß macht und schauen, wohin die Reise geht.”

Song-Thema wichtiger als ein guter Reim

Was die Texte betrifft, beschäftigt sich der Salzburger intensiv mit seinen Geschichten. Entsprechend fällt auch seine Antwort auf die Frage aus, was wichtiger ist: ein gutes Thema oder ein guter Reim? “Hättest du mich das vor zehn Jahren gefragt, hätte ich sicher gesagt: die Reime, yo!”, lacht er. “Aber jetzt ist das Thema ausschlaggebender. Natürlich ist die Reimwelt wichtig, aber du machst als Rapper auch eine Evolution durch. Und am Ende des Tages geht es eben eher um das Thema, als ob man Staatsvertragsfest auf Vaterschaftstest reimt.” Wobei: Er bekommt beides ziemlich gut hin. Im Frühjahr ist das Sextett dann wieder auf ausgedehnter Tournee live zu erleben.

(APA)

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