Keine Landes-Förderungen für Glashaus-Projekt im Burgenland

Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) hat am Samstag seine Zustimmung zu dem geplanten Riesen-Glashaus in Frauenkirchen (Bezirk Neusiedl am See) bekräftigt, gleichzeitig aber Landesförderungen für das Projekt in Abrede gestellt. Bei einer Pressekonferenz in seiner Heimatgemeinde kritisierte er die Methoden der Bürgerinitiative, die gegen das Projekt auftritt.

Er bezeichnete das Vorgehen der Initiative als “Tricksen und Täuschen”. Auch für Frauenkirchens Bürgermeister Josef Ziniel (SPÖ) habe die Initiative eine rote Linie überschritten. Diese habe auf Flugblättern und in Internet-Auftritten mit “Schockanimationen” und persönlichen Angriffen auf die Gemeinderäte und ihn selbst Stimmung gegen das Projekt gemacht, sagte Ziniel in dem mit etwa 100 Leuten zum Bersten gefüllten Saal eines Frauenkirchner Wirtshauses.

Der Gemeinderatsbeschluss für die Umwidmung des Grundstücks, auf dem das Unternehmen Perlinger Gemüse aus Wallern ein rund 14 Hektar großes Gewächshaus errichten will, ruhe durch die Unterschriften der Initiative zwar, er gehe aber nicht davon aus, dass 25 Prozent der Frauenkirchner unterschreiben und somit eine Volksabstimmung zu dem Beschluss erzwingen werden, so Ziniel.

Landeshauptmann Niessl sieht vor allem die Vorteile des Riesen-Gewächshauses für Frauenkirchen. “Wenn 80 oder 90 Arbeitsplätze geschaffen werden, dann bin ich dafür”, betonte er. Auch die Einwände zum Landschaftsbild lasse er nicht gelten: “Wenn in Neusiedl, im Kerngebiet des Neusiedler Sees, ein 13 Meter hohes Hotel gebaut wird, dann ist es doch unverständlich, dass ein sieben Meter hohes Gewächshaus in einem Gebiet, das weder UNESCO Welterbe noch Pufferzone ist, ein Problem darstellt”.

Alle 16 zuständigen Stellen der Landesregierung hätten Grünes Licht für das Vorhaben gegeben, so Niessl. Die Sache muss nun noch im Raumplanungsbeirat der Landesregierung abgesegnet werden, vorbehaltlich einer möglichen Volksabstimmung in Frauenkirchen. Auf die Frage nach Förderungen des Landes für das Glashaus meinte der Landeshauptmann, es sei ihm nicht bekannt, dass der Betreiber um solche angesucht hätte.

Josef Umathum, Sprecher der Bürgerinitiative “Freie Sicht auf Frauenkirchen”, sagte am Rande der Pressekonferenz, man sei nicht grundsätzlich gegen Glashäuser. Es gehe der Initiative vor allem um Diskussion und Offenlegung der Fakten und dagegen, dass Bürgerrechte “niedergetreten” würden.

Nach den burgenländischen Grünen haben am Freitag auch die NEOS Burgenland Kritik an dem geplanten Riesen-Gewächshaus geübt. Landessprecherin Ulli Koch bezeichnete das Vorhaben als “Tomatenfabrik”, welche nur “Niedrigstlohnjobs” schaffe, und kritisierte eine mangelnde Einbindung der Bevölkerung.

(APA)

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