Kerns “Plan A” sieht Gratislaptops für Schüler vor

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Kerns Plan beinhaltet auch freies WLAN in den Schulen
Kerns Plan beinhaltet auch freies WLAN in den Schulen - © APA
SPÖ-Bundeskanzler Bruno Kreisky brachte in den 1970er-Jahren das Gratis-Schulbuch für alle, Christian Kern will der Pate des Gratis-Laptops werden: Geht es nach seinem “Plan A”, soll künftig jedes Kind in der fünften Schulstufe ein persönliches Tablet und in der neunten Schulstufe seinen Laptop erhalten, dazu soll jede Klasse WLAN haben. Verbesserungen soll es außerdem für Brennpunktschulen geben.

Rund 84.000 Schüler der fünften Schulstufe würden bei Umsetzung von Kerns Plan jedes Jahr mit einem Tablet ausgestattet, weitere rund 86.000 Schüler der neunten Schulstufe bekämen einen Laptop. Diese sollen dann nicht nur im Unterricht, sondern auch für Hausübung und Recherche genutzt werden und gehen in das Eigentum der Schüler über.

Die Kosten für das Angebot, das an allen Schultypen und öffentlichen wie privaten Einrichtungen gelten soll, betragen laut Bildungsministerium einmalig 100 Mio. Euro sowie weitere 100 Mio. Euro jährlich. Zum Teil würden dadurch im Gegenzug Produktions- und Vertriebskosten von Schulbüchern wegfallen, heißt es in “Plan A”. Damit könnte man allerdings nur rund zehn Prozent der Gesamtkosten für Schulbücher einsparen, räumt man im Bildungsministerium auf APA-Nachfrage ein.

Die Einrichtung von WLAN in jeder Klasse würde zusätzlich mit einmalig 100 Mio. Euro zu Buche schlagen. An den Volksschulen soll außerdem das laufende “Mobile-Learning-Projekt” ausgebaut werden, damit die Kinder am schuleigenen Tablet möglichst früh den Umgang mit digitalen Lernmitteln einüben.

Standorte mit vielen Schülern mit besonderem Förderbedarf (Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss, nicht-deutsche Muttersprache) sollen künftig speziell unterstützt werden, und zwar nicht nur mit dem schon bekannten “Chancenindex”, über den Brennpunktschulen zusätzliche Mittel erhalten sollen. “Plan A” sieht außerdem Anreize für Lehrer vor, sich an einer Brennpunktschule (laut Unterlage derzeit rund zehn Prozent der Volks- und 22 Prozent der Neuen Mittelschulen) zu engagieren: Mehrjährige Lehrverpflichtungen an solchen Standorten sollen in der weiteren Karriere speziell angerechnet werden, für die Besetzung von Leistungspositionen sollen sie sogar Voraussetzung sein.

Abseits dessen finden sich in “Plan A” im Bildungsbereich noch der Ausbau der Schulautonomie, den die Regierung derzeit vorbereitet, und eine Verbesserung des Unterrichts in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).

(APA)

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