Kinder bauen die Grazer Zukunft aus Lego

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Lego-Event "Build the Change"
Lego-Event "Build the Change"
Hunderte Schülerinnen und Schüler bauen seit Donnerstag in der Grazer List-Halle mit Legosteinen an der Zukunft. Es ist die österreichweit erste derartige Veranstaltung des vor sieben Jahren im Lego-Hauptquartier im dänischen Billund ersonnenen Konzepts “Build the Change” (Bau die Veränderung), das Kinder an der künftigen Gestaltung der menschlichen Umwelt als Ideenlieferanten teilhaben lässt.


Nachdem das Konzept bereits in 13 Ländern auf sämtlichen Kontinenten zu Gast war, findet von 2. bis 5. Oktober in Graz die Premiere im deutschsprachigen Raum statt. Außerdem ist es mit geplanten 7.000 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen die bisher größte Aktion dieser Art. Selbst in New York, wo der “Build the Change”-Zirkus die nächste Station machen soll, werde es kein Ereignis in dieser Größe, wie Gernot Plagger, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung (IV) Steiermark stolz erklärte.

Die IV war es auch, die die Initiative ergriff und mit der Lego-Eventmanagerin Camilla Torpe vergangenes Jahr Kontakt aufnahm und die zwei Tonnen Legosteine – etwa zehn Millionen Stück – in die steirische Landeshauptstadt holte. 400 Firmen vertritt die IV in der Steiermark. Das Konzept ist wohldurchdacht: Die Lego gewordenen Ideen der Kinder werden in Graz von 110 Kindergartenpädagoginnen auf Kärtchen dokumentiert. Diese “Zukunftsbilder” sollen dann der Industrie helfen, Strategien zu entwerfen, um den Steirern “in jeder Hinsicht” eine lebenswerte Zukunft zu bieten – das gehe sowohl Arbeit als auch Umwelt an, sagte Plagger gegenüber der APA.

An Enthusiasmus fehlt es den Kindern jedenfalls nicht, wie man sich bereits am ersten Tag in der List-Halle überzeugen konnte. “Das ist ein Flugschiff”, erklärte der neunjährige Jakob ein Gebilde, das aussieht, als hätte Leonardo da Vinci mit bunten dänischen Bausteinen gearbeitet. “Es ist sehr umweltfreundlich, nur die Düsen, die laufen mit Diesel, aber die laufen nur ganz kurz, die nehmen wir nur im Notfall.” Für den Antrieb seien eigentlich die Solarplatten vorgesehen, “aber die werden nicht immer ganz voll”. Sogar an einen zweiten, pedalen Sicherheitskreislauf hat der Bub gedacht – ein ganzer Baum von Strampelplätzen soll dafür sorgen, dass das Flugschiff nicht abstürzt, wenn die Systeme ausfallen.

Jakob ist mit seinem Umweltbewusstsein früh dran, denn für die meisten Volksschüler stünden Energiefragen “noch eher weniger” im Vordergrund. “Das kommt später”, erklärte Katharina Gölles, Lehrerin einer dritten Klasse der Volksschule Eisteich. Ihr sei aufgefallen, dass viele der Buben und Mädchen Fortbewegungsmittel bauten: “Mischungen aus Flugzeugen, U-Booten und Schiffen”. Bei Häusern sei zum Beispiel wichtig, dass für Tiere und Spielsachen viel Platz sei.

Auch praktisches Denken und Wohnkomfort ist ein Thema. So hat das – äußerlich an eine typische Grazer Luxuswohnstätte im Weiße-Schuhschachtel-Stil gemahnende – Haus von Chantal und Annalena, beide elf Jahre alt, einen Teleporter-Schacht als exklusive Aufstiegshilfe in den ersten Stock. Ob sie denn auch an eine Nottreppe gedacht hätten? “Die braucht man nicht”, so die überraschende Antwort von Chantal. Denn: “Der Beamer funktioniert immer. Der geht mit Öl.”

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