Kinder und Jugendliche unterwegs im Internet

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Vor allem jugendliche Mädchen sind von Cyber-Mobbing betroffen (Symbolbild).
Vor allem jugendliche Mädchen sind von Cyber-Mobbing betroffen (Symbolbild). - © APA/dpa/Julian Stratenschulte
Jugendliche und auch immer mehr Kinder verbringen ihre Freizeit im Internet. Doch was gibt es beim Surfen zu beachten und welche Rolle spielen Eltern dabei? Wir haben uns mit Sonja Messner vom Institut für Medienbildung (IMb) getroffen und dabei auch wichtige Infos zum Thema Cyber-Mobbing bekommen.




Im Durchschnitt bekommen Kinder ihr erstes Handy mit zehn Jahren. Jedoch auch schon im Volksschulalter steigt die Zahl der Handynutzer, weiß Messner. In der Stadt Salzburg liegt die Quote durchaus höher, als im ländlichen Raum. Laut der KIM-Studie besitzen 53 Prozent der sechs bis 13-jährigen Mädchen und 49 Prozent der Buben ein Handy.

Der richtige Zeitpunkt für ein Handy

Für Eltern ist es nicht immer leicht zu entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für ein eigenes Smartphone ist. Die Expertin rät im Gespräch mit SALZBURG24 daher: „Wir vom IMb geben keine allgemeinen Empfehlungen aus, da es immer auf die individuelle Situation der Familie ankommt. Wichtig ist aber, dass es klare Regeln gibt. Entweder man macht mit dem Kind einen bestimmten Zeitpunkt – in vielen Fällen die Erstkommunion oder der Wechsel in eine höhere Schule – aus oder stellt sinnvolle Nutzungsregeln, damit es nicht zu Konflikten kommt.“

Individuelle Nutzungsdauer

Medien gehören heutzutage bei Kinder und Jugendlichen zum Alltag. „Die Nutzungsdauer hängt davon ab, was im Internet gemacht wird. Wichtig ist, wie lange die Aufmerksamkeitsspanne des Kindes ist. Was macht das Kind in dieser Zeit und welche Inhalte werden konsumiert? Es ist leider häufig auch so, dass Eltern auf Zeitgründen keine Alternativen anbieten und der Fernseher oder Smartphone werden dann als Babysitter eingesetzt. Wenn das der Fall ist, dann darf man sich auch nicht wundern, dass Kinder und Jugendliche Zeit damit verwenden“, weiß Messner.

Bei den Inhalten sind auch die Eltern gefordert. „Es ist wichtig, dass sie sich für das interessieren, was das Kind im Internet macht. Wenn ich heute Mama oder Papa bin muss ich mich mit dem Thema auseinandersetzen“, so Messner. Bestenfalls informieren sich Eltern gemeinsam mit den Kindern über die verschiedenen Plattformen, die es im Internet gibt und sprechen regelmäßig mit ihnen über die aktuellen Themen. Für jüngere Kinder gibt es eigene Kindersuchmaschinen, wie etwa Frag Finn.

Mein Kind will Youtuber werden

Oftmals werden Eltern auch mit einem außergewöhnlichen Berufswunsch konfrontiert: Youtuber. „Viele Jugendliche stellen sich das sehr einfach vor: Kamera aufbauen, filmen und das Ganze online stellen. Doch um ein gutes Ergebnis zu erzielen, gehört mehr dazu“, erzählt Messner. Sie rät, dass sich Eltern gemeinsam mit den Kindern mit dem Thema auseinandersetzen, oftmals verlieren Kinder das Interesse, wenn sie sehen, wieviel Aufwand so ein Video ist. „FS1-Freies Fernsehen Salzburg beispielsweise bietet Filmkurse an. Eltern sollen ihr Kind bestenfalls bei seinem Wunsch unterstützen. Wenn sie es ihm verbieten und dann passiert etwas, wie etwa Cyber-Mobbing, hat das Kind eine größere Schwelle zu überwinden, sich an seine Eltern zu wenden. Denn es weiß: Es wurde mir verboten“, klärt die Medienexpertin auf.

Was ist Cyber-Mobbing?

Seit dem 1. Jänner 2016 ist Mobbing im Internet oder das Handy im österreichischen Gesetz verankert und strafbar. Dazu zählen unter anderem das Verbreiten von Lügen, Gerüchten oder intimen Informationen, Beschimpfungen und Drohungen sowie sexuelle Belästigung in sozialen Netzwerken, Foren und auch Messengern, informiert Safer Internet.

Bei Cyber-Mobbing handelt es sich um ein Offizialdelikt, das heißt, dass der Staat den Täter auch ohne Zustimmung des Opfers verfolgen muss: „Bekommen Lehrer einen Fall von Cyber-Mobbing mit, sollten sie sofort aktiv werden und mit Direktoren und Eltern die Situation anschauen. Über die Folgen einer Anzeige wissen wir leider noch nicht viel, da es in Österreich noch keine Urteile gab, daher müssen wir abwarten, um zu sehen, in welche Richtung das Gesetz dann angewendet wird“, erklärt Messner.

Laut einer Umfrage von Rat auf Draht fühlten sich 2015 30,5 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen schon mal von Cyber-Mobbing betroffen, wobei tendentiell älteren, weibliche Jugendliche öfter gemobbt werden.

Was tun bei Mobbing übers Internet?

Oft ist es schwierig zu beurteilen, ob es sich um Cyber-Mobbing oder einen normalen Konflikt zwischen den Kindern handelt, erzählt Messner. „Wir vom IMb arbeiten präventiv und bieten Schulungen für Kinder, Lehrer und Eltern an. Besteht ein Verdacht auf Cyber-Mobbing, bietet sowohl das Friedensbüro als auch die Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg Hilfe an.“

Safer Internet rät Betroffenen:

  • Bleibe ruhig und lass dich nicht von Selbstzweifeln beherrschen.
  • Sperre und blockiere Nutzer, die dich belästigen.
  • Antworte nicht auf Nachrichten, die dich ärgern.
  • Mache Screenshots und sichere Beweise.
  • Rede mit Erwachsenen darüber (Eltern, Lehrern, Rat auf Draht, …).
  • Melde Belästigungen an den Betreiber der Website.
  • Schau nicht weg, wenn du mitbekommst, dass jemand Cyber-Mobbing-Opfer wird.
  • Schütze deine Privatsphäre.
  • Informiere dich über deine Rechte im Internet.
  • Vertraue dir und lass dich nicht von anderen fertig machen und mache auch niemand anderen fertig.

Aber auch Eltern sind gefragt, sie sollen ihre Kinder ernst nehmen und mit ihnen reden. Wichtig ist, dass nicht mit einem Internetverbot reagiert wird und sie als Erziehungsberechtigte dafür sorgen, dass die verletzenden Inhalte aus dem Internet gelöscht werden, raten die Akzente Salzburg.

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