15. September 2012 12:32; Akt.: 15.09.2012 12:41

Juristen schließen baldige Dutroux-Freilassung aus

Belgien ist schockiert: Der Kindermörder Marc Dutroux könnte wieder auf freien Fuß kommen. Der zu lebenslanger Haft Verurteilte hat einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt, bestätigten die Strafbehörden. Juristen schließen eine baldige Freilassung Dutroux aber aus. Er habe auf lange Sicht praktisch keine Chance freizukommen”, sagte der Strafrechtler Marc Preumont am Samstag.

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Dutroux erfülle keine der notwendigen Vorbedingungen. So dürfe von ihm keine Gefahr mehr ausgehen, und er müsse einen Aufenthaltsort sowie eine Beschäftigung vorweisen. “Nichts davon ist geplant oder wurde von ihm vorgelegt”, sagte Preumont.

Marc Dutroux ist der bekannteste und meistgehasste Kriminelle Belgiens. Er hatte in den 1990er Jahren sechs Mädchen entführt und gefoltert, vier von ihnen starben. 2004 war er wegen mehrfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Derzeit sitzt Dutroux in einem Gefängnis im südbelgischen Nivelles.

Vor rund zwei Wochen war Dutrouxs Ex-Frau und Mittäterin Michelle Martin unter Auflagen vorzeitig freigekommen, sie lebt seitdem in einem Kloster in Südbelgien. Ihre Strafe von 30 Jahren wurde auf 16 Jahre reduziert. Tausende Menschen hatten dagegen protestiert.

In der belgischen Öffentlichkeit herrscht die Gewissheit vor, dass die Regierung eine Freilassung des “Monsters”, wie die Opfer ihn nennen, verhindern wird. Die Möglichkeit dazu bietet das Urteil von 2004: Es hatte “lebenslang” gelautet plus eine zusätzliche “Sicherheits”-Strafe von zehn Jahren, über die die Regierung entscheidet. Sie könnte Dutroux somit in Haft behalten, selbst wenn die vorzeitige Entlassung genehmigt würde.

Unter dem öffentlichen Druck hatte die Regierung erst in der vergangenen Woche eine Änderung der Rechtslage auf den Weg gebracht. Demnach werden die Regeln für eine vorzeitige Entlassung verschärft, die künftig erst nach zwei Dritteln der Strafe – und nicht mehr nach einem Drittel – möglich sein soll. Dies wird aber lediglich für künftige Fälle gelten und nicht rückwirkend.



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