Klirrende Kälte macht Autos zu schaffen

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Schnee und Kälte machen manchem Wagen den Garaus.
Schnee und Kälte machen manchem Wagen den Garaus. - © APA/Gindl/Archiv
Wer kennt das nicht: Man geht in der früh zum Auto, dreht den Zündschlüssel und – nichts passiert. Aktuell macht die Kälte den Autobatterien zu schaffen. Wenn sie dazu altersschwach ist und der Pkw mehrere Tage nicht bewegt wurde, wird es eng. Hier lest ihr, wie ihr böse Überraschungen vermeiden könnt und was ihr tun könnt, wenn die Batterie schließlich doch leer ist. Die Autofahrerclubs ARBÖ und ÖAMTC geben Tipps.

Im Vergleich zu wärmeren Temperaturen verzeichnet der ARBÖ derzeit das doppelte Pannenaufkommen. Und es soll in den nächsten Tagen noch kälter werden. Vor allem in der Nacht sind Temperaturen weit unterhalb der Null-Grad-Grenze zu erwarten. Gerade bei Fahrzeugen die am Wochenende kaum oder gar nicht bewegt werden, können altersschwache Batterien am Morgen schließlich zu Startschwierigkeiten führen. Häufig werden Autobatterien über Jahre nicht kontrolliert, verlieren auf Dauer ihre Leistungsfähigkeit und versagen dann bei Kälteeinbruch gänzlich. Der Ärger ist dadurch vorprogrammiert.

Batterie-Check dauert nur fünf Minuten

Es ist also höchste Zeit die Batterie des Autos überprüfen zu lassen. Wichtig ist, dass die Funktion, Kapazität und damit die Überlebenschance im kommenden Winter gegeben ist. „Besser jetzt stressfrei ins nächste ARBÖ Prüfzentrum kommen und fünf Minuten zum Überprüfen investieren, als sich dann morgens beim Wegfahren schwarzärgern, weil das Auto nicht mehr anspringen will“, sagt ARBÖ-Pressesprecher Sebastian Obrecht.

Darauf solltet ihr im Winter achten

Der ARBÖ Tipp: Besondere Aufmerksamkeit sollte man auch den Flüssigkeitsbehältern im Motorraum widmen. Es ist wichtig, dass ausreichend Frostschutz im Wischwasser vorhanden ist, damit der Behälter bei Minustemperaturen nicht einfriert und springt. Außerdem hält der Frostschutz die Scheibe auch während der Fahrt eisfrei. Und auch die Scheibenwischerblätter sollten schlierenfrei funktionieren. Ob die Beleuchtungsanlagen in Ordnung sind, kann jeder Autofahrer ganz leicht selbst überprüfen und gegebenenfalls dafür sorgen, dass Lampen erneuert werden. Es empfiehlt sich eine gute Winterausrüstung im Auto mitzuführen. Schneeketten, Eiskratzer sowie Enteisungsspray sind von großem Vorteil.

Was tun, wenn die Batterie leer ist?

Auf der sicheren Seite ist, wer die Pannenhilfe ruft, denn oft geht die Batterie bei Minusgraden kaputt und muss getauscht werden. Ist die Batterie prinzipiell noch in Ordnung, springt das Auto mit Starthilfe wieder an. Das geht mit tragbaren, leistungsfähigen Akkupacks oder mit Starterkabeln. „Akkupacks gibt es im Fachhandel und man kann damit auch ohne Spenderfahrzeug bzw. an unzugänglichen Stellen Starthilfe geben“, erklärt ÖAMTC-Pannenhelfer Herbert Thaler.: Achtung: „Wer mit Starterkabeln Strom gibt oder bekommt, muss vorsichtig sein. Falsche Handhabung kann teure Elektronikschäden verursachen“, so Thaler.

Tipps im Umgang mit Starterkabeln

  • Spannung prüfen: Wichtig ist, dass die Nennspannung beider Autobatterien gleich ist – in der Regel zwölf Volt. Der Motor und alle Stromverbraucher des Spender-Kfz, wie Radio und Licht, müssen abgeschaltet sein. “Und die Starthilfekabel sollten einen Überspannungsschutz haben”, rät Thaler.
  • Richtig verbinden: Beim Zusammenschließen muss man zuerst ein Ende des roten Starthilfekabels an den Pluspol (+) der entladenen Batterie klemmen. Das andere Ende wird dann an den Pluspol der Spenderbatterie angeschlossen. Danach wird ein Ende des schwarzen Kabels an den Minuspol (-) der Spenderbatterie angebracht. Dieses Kabel wird dann beim Fahrzeug, das Starthilfe benötigt, mit dem Massepunkt der Karosserie oder dem Motorblock verbunden. Achtung: Den Minuspol der entladenen Batterie darf man nicht mit dem Kabel berühren. Wenn das passiert, kann sich durch Funkenflug Knallgas entzünden.
  • Starthilfe geben: Ist die Verbindung korrekt hergestellt, sollte zuerst der Motor des Spenderfahrzeugs gestartet werden und einige Minuten laufen gelassen werden, um die Batterie des zu startenden Fahrzeuges zu laden. Anschließend das Spenderfahrzeug abstellen und dann das hilfesuchende Auto starten. „Nach einer erfolgreichen Starthilfe sollte die Verbindung zwischen den beiden Autos noch einige Minuten lang aufrecht bleiben und es sollten einige Stromverbraucher wie zu Beispiel Licht, Heckscheibenheizung oder Gebläse eingeschaltet werden. Das schont die Elektronik”, so Thaler.
  • Ordentlich aufladen: Die Kabel müssen in umgekehrter Reihenfolge entfernt werden. “Im Winter sollte man mindestens eine halbe Stunde außerhalb des Stadtgebiets fahren, um die Batterie aufzuladen, noch besser und effektiver ist das Aufladen mit einem Ladegerät“, rät der Club-Techniker abschließend. Empfehlenswert ist auch eine Prüfung der Autobatterie beim ÖAMTC oder in der Fachwerkstätte.

Startprobleme durch richtigen Winterdiesel vermeiden

Die Wintertauglichkeit von Diesel ist gesetzlich geregelt. Konkret ist festgelegt, dass Diesel von 1. Oktober bis 28. oder 29. Februar bis zu minus 20 Grad und von 1. März bis 31. März noch bis zu minus 15 Grad fließfähig sein muss. Aber schon bei einstelligen Minusgraden kann es bei ununterbrochenem Stehen im Freien mit kurzen Fahrten und ungünstiger Lage des Kraftstofffilters zu Startproblemen kommen. “Bei Kälte flockt der Paraffinanteil im Diesel aus, die Filter legen sich zu und die Kraftstoffversorgung funktioniert nicht mehr. Dadurch springt der Motor nicht an, obwohl Batterie und Starter in Ordnung sind”, erklärt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. Für den Experten ist das ein Grund, an der Zapfsäule vorbeugend zum qualitativ besseren Extrem-Winterdiesel (Premium-Kraftstoff) zu greifen, sobald sich Temperaturen im zweistelligen Minusbereich ankündigen.

Verschmutzte Filter und Wasser im Kraftstoffsystem behindern zusätzlich den Kraftstoffdurchfluss und können Startschwierigkeiten verursachen. Vermeiden kann man derartige Probleme laut ÖAMTC nur durch ein regelmäßiges Service, bei dem unter anderem Filter gereinigt oder ausgetauscht werden.

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