Kokainmenge in Innsbrucker Abwasser steigt

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Die Kokainmenge im Abwasser von Innbruck steigt.
Die Kokainmenge im Abwasser von Innbruck steigt. - © Bilderbox
Die nachgewiesene Menge an Kokain im Abwasser in Innsbruck ist im Steigen. Dies ist eine der wesentlichen Erkenntnisse einer vom Institut für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck (GMI) durchgeführten Untersuchung. Die Entwicklung in der Tiroler Landeshauptstadt folge damit dem europäischen Trend, hieß es am Mittwoch.

Die Innsbrucker Gerichtsmedizin ist Teil des europaweiten Netzwerkes SCORE, das in Zusammenarbeit mit der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht jährlich die Mengen der vier verbotenen Substanzen Kokain, MDMA (Ecstasy), Amphetamin und Metamphetamin in den Abwässern europäischer Städte untersucht. In Innsbruck wird als bisher einzige Stadt Österreichs ein Abwasserdrogenmonitoring durchgeführt.

Antwerpen gilt als europäische Drogenhauptstadt

“Das Wichtigste vorweg: Innsbruck zählt nicht zu den europäischen Drogenhauptstädten. Diese Rangliste wird zum wiederholten Mal von Antwerpen, Zürich und Barcelona angeführt. Innsbruck ist im Hinblick auf die im Abwasser nachgewiesenen Mengen von Kokain, Amphetamin, MDMA und Metamphetamin bestenfalls im Mittelfeld der 56 untersuchten Städte zu finden”, erklärten die Experten.

Kokain, MDMA und Amphetamin im Abwasser

An insgesamt 150 Tagen zwischen März 2016 und Jänner 2018 wurde in Innsbrucks Abwasser der Gehalt von Drogen bestimmt. Mengenmäßig am meisten wurde dabei Kokain, gefolgt von MDMA und Amphetamin sowie Metamphetamin gefunden. Besonders erfreulich sei der Umstand, dass das als besonders gefährlich geltende Metamphetamin nur in sehr geringen Mengen vorhanden ist.

Für den beobachteten Anstieg dürfte ausschlaggebend sein, dass nicht nur mehr, sondern auch reineres Kokain am Markt vorhanden ist. Letztere Information basiere auf der statistischen Auswertung der Zusammensetzung von 190 Kokainproben, die im Rahmen eines vom Land Tirol geförderten und in Kooperation mit MDA basecamp durchgeführten “Drug Checking”-Programms in den letzten drei Jahren zur chemischen Analyse an die GMI gebracht wurden, hieß es.

Die im Untersuchungszeitraum nachgewiesenen Mengen an Amphetamin, MDMA und Metamphetamin würden einen stabilen Verlauf zeigen. Auffällig sei, dass vor allem MDMA bevorzugt an Wochenenden und vor Feiertagen konsumiert werden. “Ecstasy ist eine Partydroge und wird primär an Wochenenden konsumiert, wogegen Amphetamin und Kokain einerseits im Rahmen einer Abhängigkeit täglich, andererseits aufgrund ihrer leistungssteigernden Wirkung auch im Berufsleben und damit auch an Arbeitstagen unter der Woche konsumiert werden”, meinte Michael Willis, Leiter des Vorarlberger Kompetenz- und Behandlungszentrums für Suchterkrankungen Maria Ebene in Frastanz.

(APA)

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