Komplizierter Kalender: Ohne Schaltjahr geht es nicht

Wie oft es Schaltjahre gibt, richtet sich nach festen Regeln Wie oft es Schaltjahre gibt, richtet sich nach festen Regeln - © APA
Ein Schaltjahr gleicht die Differenz zwischen dem 365-tägigen Kalenderjahr und dem etwas längeren Sonnenjahr aus.

Fragen und Antworten rund um das Schaltjahr:

Was ist ein Schaltjahr?

Bei Schaltjahren wird in den Kalender ein zusätzlicher Tag eingefügt: der 29. Februar. Damit hat ein Schaltjahr nicht 365, sondern 366 Tage. Wie oft es Schaltjahre gibt, richtet sich nach festen Regeln: Alle glatt durch vier teilbaren Jahre und durch 400 teilbare Jahre sind Schaltjahre. Glatt durch 100 teilbare Jahre sind keine Schaltjahre.

Warum gibt es Schaltjahre?

Für einen Kalender gibt es natürliche Zeitmaße: Das Jahr als die Umlaufzeit der Erde um die Sonne, den Monat als die Umlaufzeit des Mondes um die Erde. Dazu den Tag, der durch die tägliche Sonnenbahn festgelegt wird. Das große Problem ist, dass alle diese Zahlen nicht rund sind. Das Jahr hat im Mittel 365,2422 Tage, zwischen zwei Neumonden liegen 29,5306 Tage. Regelungen für Schaltjahre können diese komplizierte Zahlenverhältnisse aber korrigieren.

Seit wann gibt es Schaltjahre – und wie funktionieren sie?

Jeder Kalender ist wegen der ungeraden natürlichen Zeitmaße ein Kompromiss. Kleinste Ungenauigkeiten können auf lange Sicht große Folgen haben. Das wussten schon die Babylonier im dritten Jahrtausend vor Christus und erfanden Schaltmonate. Die Ägypter ordneten 238 vor Christus für jedes vierte Jahr einen Schalttag an. Der römische Herrscher Gaius Iulius Caesar (Julius Cäsar) führte schließlich im Jahr 45 vor Christus einen Sonnenkalender mit einfacher Schaltjahresregel ein – jedes vierte Jahr.

Wie genau ist unser heutiger Gregorianischer Kalender?

Auch mit Caesars Modernisierung und dem Julianischen Kalender war das Kalenderjahr immer noch rund elf Minuten länger als das Sonnenjahr. Das addierte sich bis ins 16. Jahrhundert auf zehn Tage. Um den Kalender wieder der Wirklichkeit anzupassen, ließ Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 diese zehn Tage einfach ausfallen und modernisierte die Schaltjahresregeln. Auf diese Weise fallen 36524,25 Tage in ein Jahrhundert. Das kommt den natürlichen Zeitmaßen sehr nahe. Die bleibenden minimalen Abweichungen vom Sonnenjahr werden heute mit gelegentlich eingefügten Schaltsekunden ausgeglichen.

(APA)



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