Kontroverse um Einsatz von Pflanzenschutzmittel

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Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel hat bei einem Feldversuch der Industriegruppe Pflanzenschutz Verluste zwischen 20 und 86 Prozent der Erntemenge gebracht. “Auch bei der Qualität hat es deutliche Einbußen gegeben”, sagte der Vorstand der Industriegruppe Pflanzenschutz, Christian Stockmar, am Montag. Scharfe Kritik an den Ergebnissen gab es am Montag von Greenpeace.


Bei dem Feldversuch wurden auf mehreren Parzellen verschiedene Kulturpflanzen angepflanzt, jeweils eine Hälfte wurde mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, die zweite nicht. “Wir haben bei den Feldern ohne Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln signifikante Verluste zwischen 20 und 86 Prozent zu verzeichnen gehabt”, so Stockmar. Würden die österreichischen Bauern komplett auf Pflanzenschutzmittel verzichten, wäre damit die Selbstversorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln gefährdet.

“Auf den unbehandelten Flächen mussten die Pflanzen mit Unkräutern, wie Gänsefuß, Klatschmohn, Kamille und Windhalm um Nährstoffe, Platz und Licht konkurrieren, das hat sich stark auf das Wachstum ausgewirkt”, sagte Franz Bauer von der Erzeugergemeinschaft Zistersdorf, die an dem Versuch beteiligt war.

Legt man die Ergebnisse auf den Agrarsektor in Österreich um, dann zeige sich, “was ein Verzicht auf Pflanzenschutzmittel für die Versorgung mit qualitativ hochwertigen heimischen Produkten bedeuten würde”. Ohne Pflanzenschutzmittel würde Roggen von einem Selbstversorgungsgrad von 94 Prozent auf 71 Prozent zurückgehen. Die Selbstversorgung mit Gerste würde von 84 Prozent auf 68 Prozent sinken. Beim Weichweizen, zu dem der Winterweizen zählt, würde sich die Selbstversorgung von 97 Prozent auf nur mehr 28 Prozent und beim Winterdurum von 57 Prozent auf 21 Prozent reduzieren.

Die Ergebnisse des Feldversuchs werden allerdings von Greenpeace nicht gelten gelassen: “Einfach konventionell bewirtschaftete Flächen nicht zu spritzen und zu erwarten, dass es nicht zu Verlusten kommt, ist eine Verhöhnung der Arbeit, die von Biobauern in Österreich geleistet wird”, hieß es in einer Reaktion.

Ökologische Landwirtschaft baue auf sorgfältiger Planung auf und bedeute nicht, nichts gegen Unkräuter und Schädlinge zu unternehmen, “sondern im Einklang mit der Natur Maßnahmen zu setzen”, so Huem Otero, Landwirtschaftssprecherin bei Greenpeace. Ökologischer Pflanzenschutz beruht laut der Sprecherin auf Fruchtfolgen, angemessener Sortenwahl und Biodiversität. Zudem ist mechanische Unkrautbekämpfung wesentlicher Bestandteil der ökologischen Landwirtschaft. “Nur ökologische Landwirtschaft kann gesunde Lebensmittel klimafreundlich auf lange Sicht sichern, ohne unsere Böden und Wasserwege oder unsere Bienen zu gefährden”, sagte Otero.

Greenpeace forderte einen Wandel in der Landwirtschaft, weg von chemieintensiver industrieller Landwirtschaft hin zu ökologischen Anbaumethoden. Darüber hinaus müsse ein Fahrplan zur flächendeckenden Einführung einer sinnvollen Fruchtfolge umgesetzt werden.

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