Korbinian Birnbacher wird Erzabt von St. Peter in Salzburg

Korbinian Birnbacher wird Erzabt von St. Peter in Salzburg.
Korbinian Birnbacher wird Erzabt von St. Peter in Salzburg. - © APA/Archiv
Knapp drei Jahre nachdem der Erzabt des Stiftes St. Peter in Salzburg, Bruno Becker, wegen Missbrauchs-Vorwürfen zurückgetreten ist, hat das älteste bestehende Kloster im deutschsprachigen Raum (gegründet 696) wieder einen Erzabt: Korbinian Birnbacher.

Mit der Wahl des 45-jährigen bisherigen Priors Korbinian Birnbacher läuteten die 21 Brüder der Abtei am Mittwoch gleichzeitig einen Generationenwechsel ein.

Nach Beckers Rücktritt wurde Pater Benedikt Röck für drei Jahre zum Administrator bestellt. Dessen Amtszeit endet am 12. April, man habe aber den anstehenden Wahltermin etwas vorverlegt, um möglichem Druck von außen zu entgehen, erläuterte der designierte Erzabt am Donnerstag vor Journalisten. Die Amtseinführung findet also am 12. April im Rahmen des Mittagsgebetes statt, die Abtsweihe (Abtsbenediktion) erfolgt am Nachmittag des 21. April, dem Guthirten-Sonntag. “Als Abt bin ich der Hirte der Gemeinschaft”, so Birnbacher.

Wahl war geheim

Der genaue Ausgang der geheimen Wahl obliegt der Verschwiegenheit, laut Wahlleiter Abtpräses Christian Haidinger vom Stift Altenburg gab es mehrere Wahlgänge, was aber nicht überraschend sei, weil es ja vor der Wahl keine nominierten Kandidaten gebe. Schon vor dem ersten Wahlgang entschieden sich die Mönche, den neuen Abt auf zwölf Jahre zu bestellen und nicht – wie laut Statut ebenfalls möglich – gleich bis zum 70. Geburtstag.

Birnbacher in Bad Reichenhall geborgen

Birnbacher wurde 1967 in Bad Reichenhall geboren und ist mit 20 Jahren in die Erzabtei St. Peter eingetreten. Seine ewige Profess, das Ordensgelübde, legte er 1991 ab, drei Jahre später wurde er zum Priester geweiht. Er studierte in Salzburg und Rom und promovierte 1997 im Fach Ordensgeschichte. Nach seiner Rückkehr aus Rom war Pater Korbinian unter anderem als Novizenmeister, Stiftsarchivar, Hochschulpfarrer, Kooperator in Abtenau, Kustos der Kunstsammlungen und ab 2009 als Prior tätig. Wer ihm in dieser Funktion nachrückt, steht noch nicht fest.

Erzabtei mit Missbrauchs-Vorwürfen konfrontiert

Die Erzabtei St. Peter war 2010 in die Schlagzeilen geraten, weil bekannt wurde, das der damalige Erzabt Bruno Becker vor 40 Jahren einen Minderjährigen sexuell missbraucht haben soll. Das Opfer, ein damals 53-jähriger Mann, sagte, dass er auch von zwei anderen Patres immer wieder missbraucht worden sei. “Die Turbulenzen haben sich inzwischen beruhigt, wir konnten jetzt mit Gelassenheit in die Wahl gehen. Wir sind gut aufgestellt”, sagte der neue Erzabt. Sorge bereite ihm aber, dass nun in kürzester Zeit drei seiner Mitbrüder schwer erkrankt seien.” (APA)

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