Krank im Urlaub: Was ist zu tun?

Wer im Urlaub krank wird, muss das unverzüglich dem Arbeitgeber melden.
Wer im Urlaub krank wird, muss das unverzüglich dem Arbeitgeber melden. - © Bilderbox
Eine Lebensmittelvergiftung im Hotel, ein gebrochenes Bein bei einem Absturz beim Wandern, ein Sonnenstich am Urlaubsstrand. Jahr für Jahr erkranken oder verletzen sich Salzburgs Arbeitnehmer im Urlaub. „Diese an sich schon unangenehme Situation wirft zusätzlich noch Fragen im Arbeitsrecht auf“, sagt Heimo Typplt, Leiter der AK-Rechtsabteilung. Wir klären auf.

Erkrankt oder verletzt sich ein Arbeitnehmer während des Urlaubs, unterbricht die Krankheit den Urlaub, sofern die Krankheit länger als drei Kalendertage andauert. Urlaubstage gehen also keine verloren. Der Arbeitnehmer muss den Krankenstand unverzüglich dem Arbeitgeber melden und einen geeigneten Nachweis über die Dauer der Erkrankung bringen

„Die krankheitsbedingte Unterbrechung verlängert den Urlaub nicht“, betont Heimo Typplt. „Sobald der vereinbarte Urlaub zu Ende oder der betroffene Arbeitnehmer wieder gesund ist, muss er sofort wieder in die Arbeit gehen.“

Am ersten Arbeitstag nach dem „Urlaub“ sollte der betroffene Arbeitnehmer neben dem Attest des ausländischen Arztes eine Bescheinigung vorlegen, mit der bestätigt wird, dass der behandelnde Arzt zur Ausübung des Berufes befugt ist.

Gilt Sozialversicherung auch im Ausland?

„Ja, die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) gilt prinzipiell in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum“, erklärt der AK-Experte. „Den Versicherungsnachweis finden Sie auf der Rückseite der e-Card.“ Für Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und die Türkei gilt die EKVK nicht. Für diese Länder kann man einen so genannten Betreuungsschein (früher: Auslandskrankenschein) bei der Gebietskrankenkasse beantragen. Den sollte man im Krankheitsfall gegen einen örtlichen Krankenschein austauschen. In Serbien und Bosnien geht das übrigens auch mit der e-Card.

„Der Versicherungsschutz hat zwei wichtige Einschränkungen“, warnt der AK-Experte. „Mit Ihrer Krankenversicherung sind im Ausland nur die Kosten für Akut-Fälle abgedeckt. Fahren Sie nur ins Ausland, um sich einer bestimmten Behandlung zu unterziehen, müssen Sie selbst zahlen.“

Im Rest der Welt muss man die Behandlungskosten zunächst selbst tragen. Die heimische Krankenversicherung ersetzt dann bis zu 80 Prozent der Kosten, die bei der gleichen Behandlung bei einem Vertragsarzt in Österreich entstanden wären. Besonders teuer kann es im Spital werden. „Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man eigens eine private Auslandskrankenversicherung für den Urlaub abschließen“, empfiehlt Heimo Typplt. „Außerdem ist bei Urlaubsbuchungen vieler Kreditkarten eine kostenlose Unfall- und Krankheitsversicherung inkludiert. Hier sollte man sich genau erkundigen.“

Was darf ich im Krankenstand überhaupt machen?

Auch im Urlaub müssen sich Arbeitnehmer fragen: Was darf ich im Falle eines Krankenstandes tun und was nicht. „Das hängt ganz vom Einzelfall ab“, so der AK-Experte. „Wurde der Arbeitnehmer mit einem grippalen Infekt und erhöhter Temperatur krankgeschrieben, so darf er sich nicht in der prallen Sonne am Meer aufhalten.“ Bei einer Fußverletzung spricht wiederum nichts gegen einen Strandbesuch.

Grundsätzlich gilt: Der Arbeitnehmer hat sich während seiner krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit so zu verhalten, dass die Arbeitsfähigkeit möglichst bald wiederhergestellt werden kann. „Bei Unklarheiten halten Sie am besten Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt“, so Heimo Typplt.

Verspätet am Arbeitsplatz: Darf ich gekündigt werden?

„Wenn Sie wegen einer Erkrankung oder Verletzung auf der Insel festsitzen ist das kein Kündigungsgrund“, erklärt der Rechtsexperte. „Hier liegt ein Verhinderungsgrund vor, der im Arbeitsrecht als entgeltfortzahlungspflichtig bezeichnet wird.“ Das gilt auch bei Streiks, schlechtem Wetter oder wenn eine Behörde die Weiterreise verhindert, etwa bei Problemen mit den Reisedokumenten. „Auch wenn Angehörige erkranken und Sie nicht rechtzeitig den Dienst antreten können, braucht man keine Angst um seinen Job zu haben“, so der AK-Rechtsexperte.

In diesen Fällen ist eine verspätete Rückkehr kein Entlassungsgrund, das Entgelt muss fortgezahlt werden, und ein einseitiger Verbrauch von Urlaub kann für diese Zeit nicht angeordnet werden.

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