Kriechbaum traut Fenninger noch mehr zu

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ÖSV-Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum
ÖSV-Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum
Mit dem Riesentorlauf am Samstag in Sölden fällt der Startschuss für den alpinen Ski-Weltcup der Damen. Im Interview mit der APA – Austria Presse Agentur spricht ÖSV-Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum über das Auftaktrennen, Saisonziele, Weltcup-Titelverteidigerin Anna Fenninger und deren Konkurrentinnen um die Große Kugel.


APA: Jedes Jahr stellt sich die Frage: Sölden, ist das ein Rennen wie jedes andere?

Kriechbaum: “Es ist kein Rennen wie jedes andere, weil man sich nicht wirklich darauf vorbereiten kann. Man kann es nicht simulieren. Es geht vom Start flach weg, dann ist es lange steil, dann wieder flach ins Ziel. Sölden ist der Hang der Gegensätze. Und jetzt kommt ein Temperatursturz. Wir haben ja auf dem Gletscher bei eher warmen Temperaturen auf Frühjahrsschnee trainiert, jetzt wird es kälter, das ändert wieder alles drastisch. Das Publikumsinteresse ist natürlich für die Damen super. Es ist natürlich ein Superrennen.”

APA: Im Vorjahr haben Sie als großes Ziel für die Saison “Disziplinwertungen” angegeben. Es ist doch ein bisschen mehr geworden. Was wünschen Sie sich heuer?

Kriechbaum: “Ich wünsche mir, dass viele Läuferinnen wirklich Topleistungen bringen, dass sie ihr Potenzial ausschöpfen. Dass von Material-Setup, vom Gefühl alles zusammenpasst. Fährt man technisch gut, fährt man auch schneller. Ich wünsche mir, dass sie die Geschwindigkeit suchen, das ist das große Ziel. Es an Kugeln festzumachen, ist unmöglich. Aber es gibt eh immer die Vorgabe vom Präsidenten, auch was die Medaillenziele anbelangt, damit befasse ich mich nicht wirklich.” (lacht)

APA: Anna Fenninger ist die Titelverteidigerin im Gesamtweltcup. Was trauen Sie ihr heuer zu?

Kriechbaum: “Anna war den ganzen vergangenen Winter über konstant. Es ist viel möglich. Dass sie nicht ganz so gut und so konstant sein wird oder aber, dass sie gewisse Dinge ausmerzt und noch stärker wird. Diese Erfolge im Rücken machen schon noch ein bisserl stärker, dass man weiß, wie man mit Dingen umgehen kann, wo man vorher unsicher war. Ich denke schon, dass sie noch einmal wie viele andere einen Entwicklungsschritt macht. Man kann nicht genau wissen, wie sich das in der Performance auswirkt. Man braucht nur zu schauen, wie schnell das geht. Tina Maze hatte eine Rekordsaison und dann einen Einbruch. Es geht nicht immer linear mit der Steigerung weiter. Mit Anna ist zu rechnen, aber man muss schauen, falls es nicht so gut weitergeht, dass man ein Rezept hat, wie man damit umgeht.”

APA: Mit Maria Höfl-Riesch hat die Gesamtzweite der Vorsaison die Karriere beendet. Lindsey Vonn kehrt nach Verletzungspause zurück. Was erwartet uns im Kampf um die große Kugel.”

Kriechbaum: “Es wird sich einiges tun. Wenn (Mikaela) Shiffrin jetzt auch noch im Riesentorlauf zu gewinnen anfängt, das technische Können hat sie auf alle Fälle. (Lara) Gut wird sicher sehr stark sein. Vonn wird sicher ein bisschen brauchen, bis sie das Selbstvertrauen hat, um wieder zu gewinnen. Tina Weirather war auch verletzt, es ist schwer zu sagen, aber normalerweise finden Läuferinnen, die ganz vorn waren, auch wieder nach ganz vorn zurück. Das ist zu erwarten, es war ja keine so schwere Verletzung, und sie ist es gewohnt, mit Verletzungen zu hantieren.”

APA: Marlies Schild hat die Karriere beendet. Hat eine das Zeug, in ihre Fußstapfen zu treten?

Kriechbaum: “Marlies war die Siegläuferin schlechthin im Slalom. Eine Läuferin, wovon man sich wünscht, dass man zwei oder drei hätte. Aber man hat sie nicht. Ob eine andere eine Seriensiegerin werden kann, das weiß ich nicht und kann ich nicht prognostizieren. Schön wäre es, wenn das eine Bernadette Schild, Kathrin Zettel oder Michaela Kirchgasser wären. Aber eine, die mit Shiffrin mithalten kann, das ist nochmals was anderes. Marlies hat das zeitweise können.”

APA: Die Damen schwärmen vom besten Neuseeland-Trainingslager seit langem. Welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen?

Kriechbaum: “Natürlich ist es toll, wenn du einen Monat drüben bist und durchgehend schönes Wetter hast. Der schlechteste Tag heuer war wie der schönste letztes Jahr. Du bist da halt sehr von Zufälligkeiten abhängig. Dafür haben wir für die Speedgruppe Chile abgesagt, weil dort kein Schnee war. Natürlich ist es feiner, wenn man auf guter, harter Piste trainiert. Das heißt aber nicht automatisch, dass man dann besonders gute Resultate fährt. Da muss man sehr aufpassen. Wenn man im Sommer einen guten Sprung nach vorne macht und mit Material, Set up und Technik weitergekommen ist, ist das sehr positiv. Aber es gilt, das in den Weltcup hineinzubringen. Da können sich Dinge oft schnell ändern.”

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