Krimmler Ache wird gebändigt: Riesiges Schutzbauwerk im Pinzgau

Die Baustelle an der Krimmler Ache.
Die Baustelle an der Krimmler Ache. - © Land Salzburg/Neumayr
Diese Sperre wird riesengroß: Mit einer Spannweite von rund 150 Metern und einer Höhe von 17 Metern entsteht derzeit an der Krimmler Ache im Pinzgau eines der größten Schutzbauwerke Salzburgs und auch Österreichs. 100 Gebäude in Wald und Krimml, der Bahnhof der Pinzgaubahn und die Bundesstraße werden künftig vor Muren und Überflutungen geschützt.

Bereits im Mai wurde mit den Arbeiten begonnen, 120 Tonnen Stahl und 1.200 Kubikmeter Beton wurden bereits verbaut. Baukosten bisher: 800.000 Euro. Das gesamte Projekt ist mit 2,4 Millionen Euro budgetiert, die Hälfte davon übernimmt der Bund. Das Land, der Wasserverband Salzach Oberpinzgau, die Wassergenossenschaft Krimmler Ache und die Gemeinden Krimml und Wald stemmen die anderen 50 Prozent. Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) sprach am Montag bei einem Lokalaugenschein von einer “Investition in die Sicherheit der Menschen”.

Platz für 200.000 Kubikmeter Geschiebe

Im Dezember soll die Sperre fertig sein. “Im Stauraum ist dann Platz für mehr als 200.000 Kubikmeter Geschiebe”, erläuterte Leonhard Krimpelstätter, der Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) Salzburg. “Das entspricht etwa einem 30 Meter hoch bedeckten Fußballplatz.”

Schutz in den Gebirgsgauen verstärken

Extremwetter-Ereignisse mit sehr viel Niederschlag in kurzer Zeit wirken sich vor allem in den Gebirgsgauen kleinräumig sehr stark aus. “Dort müssen wir den Schutz weiter verstärken”, ist Schwaiger überzeugt und erinnert daran, wie sehr sich die Schutzbauten der Wildbach- und Lawinenverbauung bewährt haben: “Beim schweren Murenabgang in Großarl vor einem Jahr hat allein die Wildbachsperre im Augraben 70.000 Kubikmeter an Geröll zurückgehalten. Und auch beim Unwetter im Glemmtal im August dieses Jahres konnten wesentlich größere Schäden verhindert werden. Besonders wichtig ist es hier, dass die Sperren in kurzer Zeit geräumt werden und so weitere Murenabgänge hintangehalten werden”, betonte Schwaiger.

Agieren statt reagieren

Um für Extremwetter-Ereignisse noch besser gerüstet zu sein, wird im Pinzgau nach dem Motto “Agieren statt reagieren” noch ein weiteres Pilotprojekt vorangetrieben, das auch andere Bundesländer etablieren wollen. Sind Wildbachsperren nach Unwettern zu räumen, so haben die Verantwortlichen bereits Flächen in unmittelbarer Nähe identifiziert und reserviert, die das Material aufnehmen können.

“Die Bezirkshauptmannschaft hat die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen für deren Benützung bereits geprüft. Insgesamt gibt es bereits 13 solcher Projekte im Pinzgau mit einer Vorsorgefläche von insgesamt fast 17 Hektar”, so der Landesrat. Weitere 30 Flächen werden derzeit noch geprüft. “Ziel ist, dass es für alle Sperrbauwerke im Pinzgau entsprechende Deponieflächen in kurzer Entfernung gibt, auf denen das Murmaterial gelagert werden kann”, so Landesrat Schwaiger und Leonhard Krimpelstätter.

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