Kristoffersens Zukunft weiter offen – Gespräch am Montag

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Ski-Jungstar Henrik Kristoffersen
Ski-Jungstar Henrik Kristoffersen - © APA (AFP)
Ob und wann Ski-Jungstar Henrik Kristoffersen an den Rennstart zurückkehrt, ist weiter offen. Der Slalom-Weltcupsieger verzichtet bekanntlich auf das Saison-Eröffnungsrennen am Sonntag in Levi, weil er mit dem Verband wegen eines Individual-Kopfsponsors im Clinch liegt. Cheftrainer Christian Mitter will Kristoffersen zurück, betonte aber in Levi: “Nicht um jeden Preis!”

Der 36-jährige Österreicher ist seit zwei Jahren Herrenchef in Norwegen und als solcher natürlich nicht erfreut darüber, dass mit dem 22-jährigen Kristoffersen ein Siegfahrer und potenzieller Weltcup-Gesamtsieger auf den Levi-Slalom verzichtet. Der sechsfache Junioren-Weltmeister hat ein offenbar millionenschweres Angebot von Red Bull, die Marketing-Rechte für die Helmwerbung liegen aber mittlerweile beim Verband. Unberührt bleiben nur Alt-Verträge wie jene von Aksel Lund Svindal.

Der Verband hat dem von Vater Lars vertretenen Kristoffersen, der zudem eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet hat, deshalb Anfang November den Deal untersagt. Die Situation ist kürzlich aber eskaliert, weil der Rennfahrer klagen will, sich öffentlich über Teamkollegen beklagt sowie gemeint hatte, so sei er gegen einen Marcel Hirscher chancenlos.

Sätze, die man in Norwegen nicht so stehen lassen will. Deshalb soll ein Gespräch am kommenden Montag in Oslo, bei dem neben dem Läufer und dessen Vater auch der fließend norwegisch sprechende Mitter sowie der norwegische Alpin-Präsident teilnehmen, Klärung bringen. Dort soll vor allem der aufgewirbelte Staub weggewischt werden.

Bleibt Kristoffersen aber bei seiner Forderung nach dem Individualsponsor, “dann wird es schwierig”, betonte Mitter. Der Steirer ist ein Verfechter des in Norwegen stark gelebten Team-Gedankens. “Bei uns ist die Einzelperson nie größer als das Team. Das ist unsere Kultur, die wir hier aufgebaut haben und die ich fortsetze”, fand der Ramsauer klare Worte.

Ärger verspüre er aber keinen, betonte Mitter. Auch nicht wegen des freiwilligen Startverzichtes Kristoffersens für Levi. “Wegen der ganzen Sache hat Henrik ziemlich viel Energie verloren. Er ist ein Vollblut-Rennfahrer und wenn sich so einer nicht hundertprozentig fühlt, ist das, als ob er krank oder verletzt wäre.”

Insgesamt sei es Kristoffersens Recht, die Sache so zu sehen, wie er das wolle. “Man muss nur das Sportliche vom Juridischen trennen und auch die restliche Mannschaft raus halten”, betonte Mitter. “Henrik ist weiter hundertprozentiges Team-Mitglied und wenn er mich morgen anruft, fährt er”, machte der Steirer klar, dass es seitens des Verbandes derzeit keine Drohgebärden gebe.

Dass die Causa zur Zerreißprobe wird oder den Skisport ähnlich auf den Kopf stellen könnte wie seinerzeit das Bosman-Urteil den Fußball, glaubt Mitter nicht. “Das Ganze ist einfach etwas untraditionell für Norwegen. “Ich hoffe, dass der Bua nicht verliert und weiß, dass der Sport der Grund ist, warum er dieses Angebot und alle Möglichkeiten bekommt. Fährt er keine Rennen, nimmt er sich diese Chancen.”

Kristoffersen hat zuletzt in Geilo privat mit seinem Vater trainiert. Es gebe keinen Ausschluss oder ein Trainingsverbot, betonte der Chefcoach der Norsker, die sich auf den aktuellen WM-Winter meist abseits der anderen Teams vorbereitet haben.

Gute Nachrichten gibt es dafür von Svindal, der sich vergangenen Winter in Kitzbühel schwer am Knie verletzt hatte. Er macht laut Mitter in Copper Mountain in den USA wieder die vollen Trainings-Einheiten mit. Dorthin soll nächst Woche auch das norwegische Technikteam fliegen, möglichst mit Kristoffersen an Bord. Verhindern könnte das nicht nur der aktuelle Streit, sondern auch das Wetter. Denn auch im geplanten US-Trainingsort Aspen liegt derzeit kein Schnee.

(APA)

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