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Kritik am Tourismus: Bergrettung Salzburg fordert mehr Lawinen-Infos

Die Salzburger Bergrettung fordert mehr Lawinen-Infos im Tourismus. Die Salzburger Bergrettung fordert mehr Lawinen-Infos im Tourismus. - © Bilderbox
Die Salzburger Bergrettung fordert eine Aufklärungs-Kampagne über die Gefahren in den Bergen und speziell über Lawinen.

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Wie Estolf Müller, oberster Bergretter im Land Salzburg, im APA-Gespräch erklärte, könnte dies entscheidend dazu beitragen, die Zahl von Verschütteten und in Bergnot geratenen Wintersportlern zu senken. "Leider scheint die Tourismus-Wirtschaft daran nicht interessiert. Man glaubt, damit zahlende Gäste abzuschrecken.

Aber gerade dieses Wochenende mit den unzähligen Einsätzen der Bergretter beweist einmal mehr, dass man das Problem nicht totschweigen kann", argumentierte Müller.

Info-Blätter über Lawinen gefordert

Müller schlug vor, Info-Blätter in Ski-Verleih-Geschäften, Hotels und Lift-Kassen nicht nur aufzulegen, sondern den Leuten in die Hand zu drücken. Via I-Pods könne ebenso informiert werden wie mit Videos über Lawinen und Lawinenwarnstufen. Auch die Gondeln seien für Audio-Informationen über die vielen Gefahren in den Bergen geeignet, so der Bergrettungs-Chef. "Sämtliche Informationen müssten natürlich in alle relevanten Sprachen übersetzt werden, sonst erreicht man viele in den Bergen besonders unerfahrene Gäste nicht. Aber allein die Übersetzungen übersteigen die Finanzkraft der ausschließlich aus Freiwilligen bestehenden Bergrettung."

Lawinen-Info „Pflicht des Fremdenverkehrs“

Müller sagte, aufzuklären sei die Pflicht des Fremdenverkehrs. "Uns geht es nicht um Angstmache, wie Vertreter der Tourismuswirtschaft immer wieder sagen. Im Gegenteil, Aufklärung gibt den Urlaubern das Gefühl, dass man sich um ihre Sicherheit kümmert. Die unvermeidbaren Negativschlagzeilen über Lawinenopfer sind für mich jedenfalls viel schlimmer“, sagte der Salzburger Bergretter und erneuerte die Bereitschaft der Bergrettung, gemeinsam mit dem Fremdenverkehr Aufklärungs- und Informations-Kampagnen zu erarbeiten.

Die Ausrüstung der meisten Variantenfahrer und Tourengeher sei mittlerweile erstaunlich gut, so Müller weiter. "Es ist bemerkenswert, wie viele Leute bereits Airbag-Rucksäcke, Lawinen-Piepser und Schaufeln mit auf ihren Touren haben. Aber das hebt die tatsächliche Sicherheit nur bedingt. Denn mit der Qualität der Ausrüstung steigt die Risikobereitschaft. Immer wieder beobachten wir, dass technisch gut ausgerüstete Bergsportler auch entsprechend mehr riskieren." (APA)



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