KTM in der MotoGP: Die Königklasse wird orange

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Bei Tests hecheln die KTMs noch ein wenig hinterher.
Bei Tests hecheln die KTMs noch ein wenig hinterher. - © APA/Scheriau/Archiv
KTM geht am kommenden Wochenende in Doha mit dem Bike RC16 erstmals in der MotoGP, der Königsklasse der Motorräder, an den Start. Auch in der Moto2 gibt es ein Debut. Hier lest ihr, wie viele Millionen Euro die Oberösterreicher dafür in die Hand nehmen mussten und wie groß der Abstand zur Spitze derzeit ist.


Mit Maverick Vinales hat die MotoGP 2017 nicht nur einen weiteren Titelanwärter, sondern mit KTM auch ein neues Team. Die Österreicher beteiligen sich durch den Einstieg in die Königsklasse und die Moto2 erstmals in allen drei Kategorien der Straßen-WM mit eigenen Werkteams. Titelchancen hat man weiter aber nur in den kleineren Klassen, in der MotoGP steht man vor einem riesigen Lernprozess.

KTM wirft 30 Millionen Euro in die MotoGP-Schlacht

Für den 16-fachen Dakar-Gewinner KTM hat das mit Ausnahme einer Pause während der Finanzkrise seit 2003 dauernde Engagement in der Straßen-WM natürlich vor allem zum Ziel, die Verkaufszahlen zu befeuern. “Europameister” ist man längst, nun will man Nummer drei der Welt werden. “Da heißt es, mit den japanischen Mitbewerbern in den Ring zu steigen”, erklärte Firmenchef Stefan Pierer vor dem Saisonstart im APA-Interview, warum man ab 2017 eine 70-Mann-Crew sowie 30 Millionen Euro Budget alleine für die MotoGP in die Schlacht wirft.

Die KTM RC16 in Aktion: Klingt höllisch und sieht gut aus.

RC16 hinkt noch zwei Sekunden hinterher

Um das Verkaufsziel zu erreichen, müssen mittelfristig Siege und langfristig auch der WM-Titel her. Das wird dauern. Die letzten Testfahrten vor dem WM-Auftakt in Doha zeigten den ambitionierten und durch zahlreiche Offroad-Erfolge sowie Siege und WM-Titel in den kleineren Straßen-WM-Kategorien verwöhnten Einsteigern aus Mattighofen nochmals, dass die Trauben in der schnellsten und teuersten Kategorie gegenüber Yamaha, Honda, Ducati, Suzuki und Aprilia hoch hängen. Über zwei Sekunden betrug in Losail der Rückstand der beiden KTM-Fahrer, dem Spanier Pol Espargaro und dem Briten Bradley Smith.

Sich deshalb zu fürchten, das spielt es bei KTM aber nicht. Dafür stehen neben Stefan Pierer, CEO der KTM-Gruppe, auch Zweirad-Kapazunder wie der frühere Motocross-Weltmeister und nunmehrige Berater Heinz Kinigadner, Teammanager Mike Leitner oder auch Motorsportdirektor Pit Beirer. Pierer ist hauptverantwortlich dafür, dass aus der 1934 von Hans Trunkenpolz (dem “T” bei KTM) gegründeten Reparaturwerkstatt nach einem Beinahe-Konkurs mittlerweile der größte Motorrad-Hersteller Europas und Weltmarktführer bei Geländesport-Motorrädern geworden ist.

Die fesche “Österreicherin” verdreht die Köpfe

Auffallen wird KTM in der MotoGP zunächst vor allem durch das Design. Im unübersehbaren KTM-Orange ist die RC16 eine echte und fesche “Österreicherin” geworden. Entworfen und gebaut im neuen und an ein “Raumschiff” (“space ship Pit”) erinnernden Renn-Hauptquartier in Munderfing, schickt KTM als einziger Hersteller aber ein Bike mit Stahlrohrrahmen statt Alu an den Start.

An dem Motorrad ist sehr vieles “homemade”, selbst die Federelemente (WP) stammen aus dem eigenen Konzern. Die seit Jahren bestehende Partnerschaft mit Red Bull spiegelt sich auch im Namen des MotoGP-Teams wieder.

Eigene Wege geht KTM auch bei der Elektronik. Als einziges Team setzt man 2017 auf die sogenannte “Screamer”-Technologie, bei der im Gegensatz zum “Big Bang” die Zündfolge des Vierzylinder-Motors nacheinander erfolgt. Das gibt zwar mehr Motorenpower und macht viel Lärm, aber auch Probleme bei der Traktion. Es taugt auch als Erklärung dafür, warum die RC16 derzeit noch vor allem in den Kurven und beim Beschleunigen Zeit verliert. An den Experimenten mit den neuen Aerodynamik-Ersatzlösungen für die nun verbotenen “Winglets” beteiligte sich KTM hingegen praktisch nicht, man hat vorerst andere Baustellen.

Top 15 als vorsichtiges Ziel

Bei KTM sieht man die kommenden Jahre aber ohnehin als Ära, in der es vorerst vor allem zu lernen gilt. Top-15-Plätze und damit WM-Punkte sind das Ziel für 2017. Gegen Saisonende hofft man, an die Top-Ten-Plätze anklopfen zu können, der Einsatz eines dritten Bikes am Sachsenring und in Spielberg soll dabei helfen.

“Ready to Race ist unser Motto, also sind wir bereit”, hofft Kinigadner vor dem Saisonstart. “Aber wir wissen, dass die Arbeit jetzt erst so richtig beginnt.” Zunächst muss vor allem der rund 270 PS starke Motor optimal fahrbar gemacht werden. “Danach können wir uns um die Feinheiten bei Aerodynamik und Elektronik kümmern”, erklärte Kinigadner in ServusTV. “Wir sind Neulinge in dieser Klasse, es wird seine Zeit brauchen”, weiß der Tiroler.

In drei Jahren soll es dann auch mit Podestplätzen und Siegen klappen. Bis zu einem WM-Titel auch deutlich länger. “Es wird hart, aber wir sind Rückschläge gewohnt und geben nicht auf”, kehrte Pierer den Kämpfer hervor. Der aktuelle Vertrag mit der Dorna läuft fünf Jahre.

MotoGP - Saison 2017

(APA)

 

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