KTM-Pilot Walkner als erster Österreicher auf Dakar-Podest

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Walkner sorgte für Podest-Premiere
Walkner sorgte für Podest-Premiere - © APA (Archiv/AFP)
KTM-Werkspilot Matthias Walkner hat am Samstag ein Kapitel österreichischer Motorsport-Geschichte geschrieben. Der 30-jährige Salzburger beendete die Extrem-Rallye Dakar in Buenos Aires auf dem zweiten Gesamtrang und fixierte damit den ersten rot-weiß-roten Podestplatz in der Endwertung des berühmt-berüchtigten Offroad-Klassikers, der seit 2009 in Südamerika gefahren wird.

“Endlich ist es vollbracht”, lautete der erste Kommentar von Walkner, der nach all den Strapazen überglücklich war. “Nach zwei Mal ‘Game over’ und letztes Jahr mit dem Oberschenkelbruch, nach dem die erste Jahreshälfte wirklich zach war, gibt mir der Moment jetzt so viel zurück. Nach fast 9.000 Kilometern auf dem Podium oben zu stehen ist ein unbeschreiblich geiles Gefühl”, betonte der Ex-MX3-Weltmeister.

Exakt 32 Minuten fehlten Walkner am Ende auf seinen 27-jährigen Teamkollegen Sam Sunderland, der als erster Brite die Dakar gewann. “Never finished, now 1-2”, twitterte der oberösterreichische Motorrad-Hersteller KTM nach dem 16. Dakar-Triumph en suite voller Stolz. Denn auch der Engländer Sunderland (Aufgaben 2012 und 2014) hatte wie Walkner (Aufgaben 2015 und 2016) bisher nie das Ziel der Dakar erreicht. Doch im dritten Anlauf gab es für beide ein Happy End. Der Spanier Gerard Farres Guell sorgte als Gesamtdritter dafür, dass ausschließlich KTM-Fahrer das Podium bei der Siegerehrung besteigen durften.

Einer der ersten Gratulanten war Walkners Mentor Heinz Kinigadner. Der zweifache Motocross-Weltmeister hat auf KTM zahlreiche Dakar-Etappen gewonnen und Walkners Weg in den Rallye-Sport begleitet. “Mich freut das ganz narrisch für den Matthias. Man muss bedenken, er hat vor nicht einmal drei Jahren erst mit dem Rallye-Sport begonnen”, erinnerte der 56-jährige Tiroler.

“Dass er die Dakar jetzt gleich auf dem zweiten Platz beendet, das ist noch keinem Motorradpiloten aus Österreich gelungen. Das ist natürlich riesig, und ich gratuliere ihm und dem ganzen Team sehr! Unsere ganze KTM-Mannschaft hat einen top Job gemacht”, betonte Kinigadner.

Dabei hatte das rot-weiß-rote Werksteam sehr viele Tiefen zu bewältigen. Vor allem, als sich der favorisierte Vorjahressieger Toby Price schwer verletzt hatte. “Als Toby Price etwa zur Halbzeit der Rallye mit einem Oberschenkelbruch ausgefallen ist, da mussten Sam Sunderland und Matthias Walkner die Verantwortung übernehmen. Sie haben das mit Bravour gemacht”, lobte Kinigadner das Top-Duo.

“Nach Tobys Ausfall war zuerst Matthias auf dem Weg zur Gesamtführung. Doch leider hatte er dann an einem ultraschwierigen Tag Navigationsprobleme, das hat ihn 30 Minuten gekostet. Diese halbe Stunde konnte er nicht mehr aufholen. Und da hat Sam Sunderland die Führung übernommen, ist sehr clever gefahren und hat verdient gewonnen”, analysierte “Kini”.

Im Gegensatz zu Premierengewinner Sunderland feierte der Franzose Stephane Peterhansel bereits seinen 13. Dakar-Triumph. Der 51-jährige Peugeot-Pilot setzte sich im Endklassement 5:13 Minuten vor seinem Landsmann und Teamkollegen Sebastien Loeb durch. Für Titelverteidiger Peterhansel war es nach 2004, 2005, 2007, 2012, 2013 und 2016 der bereits siebente Gesamtsieg der Auto-Wertung, nachdem “Monsieur Dakar” 1991, 1992, 1993, 1995, 1997 und 1998 bereits auf zwei Rädern nicht zu bezwingen gewesen war.

“Es ist die Intensität, die die Schönheit dieses Sieges ausmacht, weil es ein Wettbewerb auf allerhöchstem Niveau war”, betonte Peterhansel, der den neunfachen Rallye-Rekordweltmeister Loeb nur mit viel Mühe und dank der Rennrichter auf Distanz halten konnte. Nach einem Unfall mit einem Motorrad auf der 10. Etappe war er eigentlich schon mit klarem Rückstand aussichtslos hinter Loeb gelegen, der insgesamt fünf und damit die Hälfte aller gefahrenen Etappen für sich entschied.

Doch die Jury gewährte Peterhansel eine Zeitgutschrift, weil er zunächst beim verletzten Motorradfahrer Simon Marcic geblieben war und deshalb viele Minuten eingebüßt hatte. So bekam der Rekordsieger am Grünen Tisch Platz eins zurück und verteidigte seinen Vorsprung danach bis ins Ziel erfolgreich. Der Franzose Cyril Despres machte als Dritter den totalen Peugeot-Triumph in der Endwertung perfekt.

Nach den finalen 64 Sonderprüfungskilometern der Tageswertung, in der Walkner auf Platz vier landete, stand noch eine lange neutralisierte Verbindungsetappe von rund 650 Kilometern bis zum Ziel in Buenos Aires auf dem Programm. Erst gegen 20.00 MEZ wurden die Dakar-Helden in der argentinischen Metropole von den Fans erwartet.

(APA)

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