Künftig keine Gratis-Zahnspange mehr in Salzburg

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Die Gratis-Zahnspange steht drei Jahre nach ihrer Einführung in Salzburg vor dem Aus. Grund dafür ist ein Streit über die Höhe des Ärzte-Honorars zwischen der Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) und jenen 13 Kieferorthopäden, die ihren Vertrag mit der Kasse zum 30. September kündigen.

Seit Einführung profitierten nach Angaben der SGKK über 3.800 Kinder in Salzburg von der Gratis-Zahnspange, viele davon hätten sonst keine Behandlung vornehmen können.

Kieferorthopäden kündigen Vertrag

Dieses Angebot steht jetzt vor dem Aus, denn die Salzburger Vertrags-Kieferorthopäden kündigten der SGKK bereits Ende Juni den Vertrag aufgrund der dreimonatigen Kündigungsfrist. Zu groß seien die Differenzen, die Begründung lautete damals: Die Kieferorthopäden hätten die Behandlung durch die Salzburger Gebietskrankenkasse als “schikanös” und “nicht partnerschaftlich” empfunden, denn es habe laufend vertragswidrige Einmischungen bei der Einstufung der Patienten sowie in die Behandlungskonzepte gegeben. Das habe zur Einschränkung der Behandlungsfreiheit der Kieferorthopäden geführt, lautet die Kritik. Zudem gebe es durch die Gratis-Zahnspange einen “massiven bürokratischen Aufwand”.

SGKK: 1.500 junge Patienten in Behandlung

Seither versuche man seitens der SGKK Gespräche zu führen. 1.500 Kinder und Jugendliche seien nämlich bereits in Behandlung, doch alle Gesprächsangebote – auch welche mit einem externen Mediator – seien abgelehnt worden. Über die sogenannte Clearingstelle konnte bislang ebenso keine gemeinsame Lösung gefunden werden.

Bei den SGKK findet man diesen Vorgang in einer Aussendung “erstaunlich”, da es sich um einen bundesweiten Vertrag handeln würde und die Kieferorthopäden in den anderen Bundesländern mit diesem arbeiteten. Verhandelt wurde er zwischen dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherung und der österreichischen Zahnärztekammer für alle Kieferorthopäden.

Gratis-Zahnspange als Streitthema

Bei den gegenseitigen Differenzen ging es neben der Höhe des Ärzte-Honorars offenbar hauptsächlich um die Frage der Einstufung, also ob ein Kind die Gratis-Zahnspange erhält oder nicht. Die SGKK sprach sich in diesen Grenzfällen nach eigenen Angaben für die Versicherten aus und versuchte im Gespräch mit dem Kieferorthopäden die Gewährung der Gratis-Zahnspange zu ermöglichen. Ansonsten hätten die Familien nur einen Teil der Behandlungskosten rückerstattet bekommen, heißt es.

Vorwurf der Profitgier

“Wir sehen eindeutig einen Zusammenhang mit dem Geld”, sagt SGKK-Obmann Andreas Huss. “Im Wahlbereich können Kieferorthopäden einfach mehr verlangen, als sie für die Gratis-Zahnspange von der Krankenversicherung erhalten. Nur: Für die Salzburger Kieferorthopäden müssen die 3.612 Euro pro Zahnspange reichen, es ist der gleiche Betrag wie in allen anderen Bundesländern – und auch der übliche Preis in Deutschland.”

Bis Donnerstag hätten Salzburgs Kieferorthopäden noch Zeit, um den Lösungsvorschlag der SGKK für alle begonnen Behandlungen und das Verlängerungsangebot bis Ende des Jahres anzunehmen.

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