Kunst und Geschichte für Blinde im Salzburg Museum

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Ausstellung "Bitte berühren" in der Neuen Residenz
Ausstellung "Bitte berühren" in der Neuen Residenz
Es war der oft gefallene Satz, “Du bist blind, was willst du in einem Museum”, der den Anstoß gab. Das Salzburg Museum und der Blinden- und Sehbehindertenverband Salzburg haben sich zusammengetan und spezielle Ausstellungskonzepte für rund 1.500 Mitglieder konzipiert. Am Donnerstag wurden Details von “Bitte berühren” analog zur Ausstellung “Krieg.Trauma.Kunst” präsentiert.

“Original Gasmasken, ein Eisernes Kreuz, ein Gebetsbuch aus einem Schützengraben, Bomben zum Anfassen oder eines jener berühmten Nagelbretter, mit denen die finanzielle Opferbereitschaft für den großen Krieg demonstriert wurde, sind aufbereitet zum Betasten und erspüren mit allen Sinnen”, erläuterte Nadja Al-Masri-Gutternig, Kunsthistorikerin und Sonderpädagogin im Salzburg Museum. “Es ist unglaublich, so gut wie jede unserer Spezialführungen für Blinde und Sehbehinderte sind ausgebucht. Zum Teil haben sogar an die 20 Leute teilgenommen, das war schon zu viel”, so die Kunstvermittlerin, die auch Führungen für u.a. Migranten, Rollstuhlfahrer, Autisten und Lebenshilfe-Klienten organisiert. Alle diese Angebote, inklusive der Eintritt ins Museum selbst, sind gratis.

Blindverkostungen sehr beliebt

Besonders beliebt sind die Blindverkostungen, bei denen das Kriegsbrot gereicht, Eichelkaffee getrunken oder die sogenannte Schneeschokolade gekostet wird (eine in den Kriegsjahren beliebte Mischung aus Kokosfett, Kakao und Zucker, die zum Verfestigen in den Schnee gestellt wurde, Anm.). “Wir vermitteln unsere Ausstellungen an diese speziellen Menschen bereits seit fünf Jahren. Zur Zeit läuft die österreichweite Aktionswoche ‘Der weiße Stock’, und ‘Bitte berühren’ ist unser aktueller Beitrag dazu”, so Al-Masri-Gutternig.

Auch Sehende können “blind” sein

Blindenverbandsobmann Josef Schinwald wies auf die Möglichkeit für normal sehende Ausstellungsbesucher hin, sich bei “Bitte berühren” spontan anzuschließen und die Rollen zu wechseln. “Sehende haben die Möglichkeit, mit Dunkelbrille und Langstock die Ausstellung mithilfe von blinden und seheingeschränkten Personen zu erkunden. Da passieren spannende Dinge”, sagte Schinwald.

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