Kunstsammlerin Leopold mit Wiener Verdienstzeichen geehrt

Akt.:
Elisabeth Leopold erhielt das Goldene Ehrenzeichen
Elisabeth Leopold erhielt das Goldene Ehrenzeichen - © APA
Elisabeth Leopold, Kunstsammlerin und Mitbegründerin des gleichnamigen Museums, ist am Mittwoch mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien ausgezeichnet worden. Ex-Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) lobte als Laudator die “unermesslichen Verdienste” der gebürtigen Wienerin, die mit ihrem 2010 verstorbenen Mann Rudolf eine der bedeutendsten Sammlungen der Wiener Moderne aufgebaut hat.

“Sie sind viel mehr als die Frau von Rudolf Leopold”, betonte Ostermayer in seiner Rede im Rathaus mehrmals: “Seine geniale Sammlertätigkeit hätte sich so nicht realisieren lassen, wenn er Sie nicht an seiner Seite gehabt hätte”, sprach der frühere Politiker von der “unermüdlichen Vitalität” der Gewürdigten und deren “Liebe und Hingabe für die Kunst”.

Diese begleitete Leopold, 1926 in Wien-Hernals geboren, über Jahrzehnte. Die pensionierte Augenärztin lernte bereits während ihres Medizinstudiums ihren späteren Mann Rudolf Leopold kennen, begleitete ihn bei seinen Kunstreisen und unterstützte ihn in seiner Sammeltätigkeit. Die mehr als 5.000 Kunstwerke, die u.a. den weltgrößten Bestand an Schiele-Werken sowie Bilder von Klimt, Kokoschka oder Egger-Lienz umfassen, wurden 1994 in eine Stiftung eingebracht, seit 2001 sind Teile der Öffentlichkeit dank des Leopold Museums im Wiener Museumsquartier zugänglich.

Ostermayer erinnerte freilich auch an das jahrelange Ringen in der Causa Mayländer. Er schaltete sich – damals noch als Minister – in die Verhandlungen über den Verbleib bzw. die Rückgabe von fünf Schiele-Blättern aus dem Besitz der Leopold Museum-Privatstiftung ein. Denn diese hätten eigentlich an die Erbin nach Karl Mayländer restituiert werden müssen, wäre das Leopold ein Bundesmuseum. Unter Vermittlung Ostermayers einigte man sich im April 2016 schließlich darauf, zwei Blätter zurückzugeben.

Es sei ihm eine Ehre diese Laudatio zu halten, “auch deshalb, weil ich glaube, Sie nicht nur überredet zu haben, dieser Lösung zuzustimmen, sondern Sie von ihrer Richtigkeit überzeugt zu haben”, freute er sich heute: “Diese Belastung, die Vorurteile geschürt und dunkle Schatten auf das Leopold Museum geworfen hat, konnten wir beseitigen – auch dafür vielen Dank.”

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) streute Leopold ebenfalls Rosen. “Die Sammlung, das Museum und Sie als Person als integrativen und konstitutiven Bestandteil dieser Stadt zu wissen, ist ein großes Glück”, meinte der Ressortchef.

Leopold selbst beteuerte: “Ich liebe dieses herrliche Wien.” Was die Kunstsammlung betrifft, erinnerte sie an Aussagen, die sich das Ehepaar zu Beginn ihrer Tätigkeit des Öfteren anhören habe müssen. “Ein Professor hat einmal gesagt: ‘Sie sammeln den Schiele? Da haben S’ aber schon einen Pecker.'” Schiele habe eben damals nichts gegolten. Was ihre eigene Rolle betrifft, zeigte sie sich bescheiden und widersprach insofern ihrem Laudator: “Mein Mann war ein geniales Erkennungsgenie. Ich habe ihm nur geholfen.”

(APA)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen