Ähnlich ist die Situation in der Bundeshauptstadt: In Wien sind 18 Prozent aller Schüler ausländische Staatsangehörige, während der Ausländeranteil an den Sonderschulen bei 28 Prozent liegt. Praktisch das gleiche Muster zeigt sich, wenn man unabhängig von der Staatsangehörigkeit die Umgangssprache der Kinder heranzieht. Laut Statistik haben 18 Prozent aller Schüler in Österreich (Wien: 43 Prozent) eine andere Umgangssprache als Deutsch, an den Sonderschulen sind es dagegen 29 Prozent (Wien: 53 Prozent).
Für eine Abschaffung der Sonderschulen plädieren jedoch die Grünen und SOS Mitmensch. Die Kritik von Integrations-Staatssekretär Kurz an der Abschiebung von Migrantenkindern in die Sonderschule sei zwar richtig, so die Grüne Integrationssprecherin Alev Korun in einer Aussendung. Dessen Forderung nach Deutsch-Förderung in eigenen Klassen vor dem Eintritt ins Regelschulwesen hält sie aber für falsch.
“Die richtige Schlussfolgerung ist vielmehr, dass wir einerseits statt Sonderschulen die Förderung von Kindern durch zusätzliche LehrerInnen in gemeinsamen Klassen verstärken müssen und andererseits integrative Schulen schaffen, die weder Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache noch Kinder mit Förderbedarf in die Sonderschule abschieben”, so Korun. SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak wiederum hält es für “absurd, dass Kurz an einem Tag fordert, man möge Kinder, die nicht gut Deutsch können, absondern und ihnen die Schulreife verweigern, und am nächsten Tag die Abschiebung von MigrantInnen in Sonderschulen kritisiert”.