Kurz reist zum zweiten Mal heuer nach Belgrad

Akt.:
Belgrad erhofft sich von Kurz positive EU-Signale
Belgrad erhofft sich von Kurz positive EU-Signale
Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) wird am Mittwoch zum zweiten Mal seit Jahresbeginn Belgrad besuchen. Auf dem Programm stehen Gespräche mit seinem serbischen Amtskollegen Ivica Dacic, Ministerpräsident Aleksandar Vucic sowie ein Besuch der im Mai von Überschwemmungen verwüsteten Stadt Sabac. Am Abend ist noch ein Vier-Augen-Gespräch mit Vucic vorgesehen, ein Novum in Serbien.


Der EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle wird indes am Mittwochnachmittag in Brüssel einen Fortschrittsbericht für die Westbalkanstaaten veröffentlichen. Außenminister Kurz wird am Abend somit die Gelegenheit haben, das Thema mit Vucic genauer zu besprechen. Serbien gehört zu den Schwerpunktländern der österreichischen Außenpolitik. Österreich wird in Belgrad als ein EU-Land betrachtet, von dem es sich starke Unterstützung für die EU-Annäherung Serbiens erhoffen kann.

Vucic will die Beitrittsgespräche bis Ende 2019 abschließen. Zur Zeit geht man in Belgrad davon aus, dass demnächst die Kapitel 32 und 35 – Finanzkontrolle und allgemeine Fragen sowie die Normalisierung der Beziehungen mit dem Kosovo – eröffnet werden können.

Eine Enttäuschung angesichts seiner ehrgeizigen Pläne musste Belgrad zuletzt hinnehmen: EU-Kommissar Johannes Hahn, ab November zuständig für Erweiterungen der EU, bekräftigte zuletzt die Position des designierten Kommissionschefs Jean-Claude Juncker, dass es in den nächsten fünf Jahren keine neuen Mitgliedsstaaten geben solle.

Durch die Krise in der Ukraine hat sich die Außenpolitik Serbiens zudem von jener Brüssels entfernt. Belgrad hat sich den EU-Sanktionen gegen Moskau, seinen Verbündeten in der Kosovo-Frage und wichtigen Wirtschaftspartner, nicht angeschlossen. Wenn noch im Vorjahr die außenpolitischen Entscheidungen Brüssels zu 89 Prozent auch von Belgrad unterstützt wurden, ist ihr Anteil heuer auf 62 Prozent zurückgegangen, heißt es laut Medien im neuesten EU-Fortschrittsbericht.

Außenminister Kurz soll im Zuge seines Besuchs in der westserbischen Kleinstadt Sabac die Arbeit von österreichischen Hilfsorganisationen begutachten. Nach dramatischen Überschwemmungen, bei denen in ganz Serbien mehr als 50 Menschen starben, halfen Landesfeuerwehrverband Salzburg, die Caritas und das österreichische Rote Kreuz (ÖRK) mit ihrem Einsatz.

Feuerwehr und Rotes Kreuz waren gleich in den ersten Tagen mit sechs Booten und drei Hochdruckpumpen an Ort und Stelle, um das Wasser aus Kellern und Wohnräumen zu bekommen. Die Caritas kam mit Hilfspaketen für 1.465 Familien und Viehfutter zur Hilfe. Derzeit würden Häuser für 130 Familien mit Spenden von Caritas renoviert, sagte Miroljub Nikolic, Leiter der Caritas Serbien in Sabac, zur APA. Der Wert der von Caritas Österreich seit Mai in der Stadt geführten Projekte würde sich auf etwa 400.000 Euro belaufen.

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Streaming: Große Unterschiede ... +++ - Neues Entree für Bad Hofgastei... +++ - Verein rettet über 10.000 Hühn... +++ - Figaro Uno ist insolvent: Fili... +++ - Nach langem Bangen: Skigebiet ... +++ - Das ändert sich 2018 im Straße... +++ - Pensionistin bei Wohnungsbrand... +++ - Laufen: Nachbarn retten Rollst... +++ - EZA ruft "Curry Chutney" zurüc... +++ - Martin Matthias Kaindl mit Gro... +++ - 18-Jähriger in Gnigl brutal ni... +++ - Salzburger Quehenberger Logist... +++ - Köstendorf: Burschen vorm Kiff... +++ - Salzburg auf Kurs bei selbstge... +++ - Salzburg laut Greenpeace-Umfra... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen