Land Salzburg hält Trassen für 27 Verkehrsprojekte frei

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Das Programm sei auf Jahrzehnte ausgelegt, sagte Raumordnungsreferentin LHStv. Astrid Rössler.
Das Programm sei auf Jahrzehnte ausgelegt, sagte Raumordnungsreferentin LHStv. Astrid Rössler. - © Neumayr/Archiv
Als erstes Bundesland hat Salzburg nun ein Sachprogramm “Freihaltung für Verkehrsinfrastrukturprojekte” vorgelegt. In diesem Papier sind sämtliche Korridore aufgeführt, die für mögliche Bahn- oder Straßenverbindungen frei zu halten sind.

Das Programm sei auf Jahrzehnte ausgelegt, sagte Raumordnungsreferentin LHStv. Astrid Rössler (Grüne) nach der Vorstellung zur APA.

Über 100 Projekte geprüft und bewertet

Über 100 mögliche Projekte wurden geprüft und bewertet, 27 fanden schließlich Aufnahme ins Programm, davon genau zwei Drittel für Bahn- und ein Drittel für Straßenverbindungen. So ist etwa neben der Hochleistungsstrecke Salzburg bis Köstendorf auch eine Trasse für die Verlängerung der Regionalstadtbahn zwischen Salzburg und Hallein freigehalten, ebenso ein Bahnanschluss für das Zementwerk Leube in Grödig. Noch nicht enthalten sind die Korridore Mondseebahn, Fuschlsee-Ischlerbahn, Anif-Königssee und Trumerseebahn, diese können aber nach Prüfung später noch ins Programm aufgenommen werden.

Zahlreiche Trassen für Straßenvorhaben frei gehalten

Bei den Straßenvorhaben ist unter anderem ein Autobahnanschluss Eugendorf Ost vorgesehen, zudem sollen mehrere Halbanschlüsse zu Vollanschlüssen ausgebaut werden, etwa Kuchl oder Pfarrwerfen. Auch für mehrere viel diskutierte Projekte werden Trassen frei gehalten: Für den Gitzentunnel in Bergheim sowie eine Salzachbrücke bei Muntigl oder Siggerwiesen oder den Kapuzinerbergtunnel in der Stadt Salzburg. Ebenfalls im Papier befindet sich ein Korridor für die kurze Variante der Umfahrung Schüttdorf in Zell am See.

Sachprogramm in Abstimmung mit Verkehrsressort

Das Sachprogramm wurde in enger Abstimmung zwischen dem Verkehrsressort unter Landesrat Hans Mayr (parteifrei) und der Raumordnungsabteilung unter Rössler erstellt. “Trassenverordnungen sind üblicherweise drei bis fünf Jahre verbindlich, unser Programm ist auf Jahrzehnte ausgelegt”, so Rössler. Wobei es wahrscheinlich Sinn mache, die Projekte einer Revision zu unterziehen. Für jedes der 27 Vorhaben wurde vor der Aufnahme ins Programm eine strategische Umweltprüfung durchgeführt.

Gemeinden können sich ab 11. Oktober einbringen

Als nächster Schritt wird nun ein öffentliches Hörungsverfahren gestartet. Ab dem 11. Oktober haben Gemeinden, Betroffene und Interessierte die Möglichkeit, zu den ausgearbeiteten Korridoren Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahmen werden dann ausgewertet, bewertet und berücksichtigt und in einen Abschlussbericht eingearbeitet, sagte Rössler. Anschließend wird die Landesregierung die Verordnung erlassen.

(APA)

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