Landesräte: Fünf-Euro-Wohnungen in Salzburg möglich

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Billigeres Wohnen ist für Salzburg ein wichtiges Anliegen. (Themenbild)
Billigeres Wohnen ist für Salzburg ein wichtiges Anliegen. (Themenbild) - © APA/Hochmuth/Archiv
Eine 70-Quadratmeter-Wohnung für 350 Euro im Monat? Die Landesräte Hans Mayr (SBG), Josef Schwaiger (ÖVP) und Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler wollen diese Idee nach Salzburg bringen. Sie holen sich in Tirol gerade Inspirationen. Aber ist das wirklich umsetzbar?

Fünf Euro Miete brutto warm pro Quadratmeter und Monat – dieser Preis ist nicht unmöglich, heißt es von Vertretern der Salzburger Landesregierung. Bei einer Exkursion machten sich Landesrat Hans Mayr, Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler und Landesrat Josef Schwaiger ein Bild von einem unter diesen Bedingungen umgesetzten Wohnprojekt in Tirol, wie das Land Salzburg in einer Aussendung mitteilt.

Haustechnik und Ausbau sollen billigen Mietpreis ermöglichen

Faktoren, die den niedrigen Mietpreis ermöglichen, sind Haustechnik und Ausbau, sowie günstiger Grund und Boden: Durch intelligente Leitungsführung mit kurze Strecken, optimierte Zugänglichkeit für Wartungsaufgaben oder Einzelboiler werden Kosten und Energie gespart. Standardisierter Innenausbau und einfache Grundrisse machen eine Vorfertigung und eine zeitlose Standardmöblierung möglich.

Kein Tiefgaragenplatz, keine zentrale Wasservorheizung

Bereits beim Rohbau wird auf ökologisch unbedenkliches Material geachtet. Die schlichte Bauform senkt Kosten und Errichtungsaufwand. Ein standardmäßiger Verzicht auf Tiefgaragenplätze erleichtert den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel. Bei einem angenommenen Garagenentgelt von 50 Euro pro Monat lassen sich so bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung 35 Cent pro Quadratmeter und Monat einsparen.

Bei den Fünf-Euro-Wohnungen wird das Warmwasser nicht zentral erwärmt. Der Verbrauch ist bedarfsorientierter und damit energieoptimiert. “Es geht nicht nur darum, günstiger zu bauen. Auch die Betriebskosten müssen gesenkt werden. Nicht jede Wohnung benötigt beispielsweise eine aktive Wohnraumlüftung oder einen barrierefreien Zugang. Im Wohnbau muss es nicht immer die Luxusklasse sein, die Mittelklasse ist guter Standard und zudem auch leistbar”, sagte Landesrat Josef Schwaiger.

Mayr: “Glaube nicht an Fünf-Euro-Wohnen”

Ob Fünf-Euro-Wohnungen für Salzburg umsetzbar sind, ist noch unklar. Als Mayr den Vorschlag im März erstmals aufbrachte, kam Kritik von den Stadt-Grünen. Man warnte damals vor einer Ghettoisierung: “Im sozialen Wohnbau geht es um Integration. Eigene Low-Budget-Häuser würden aber das genaue Gegenteil bewirken und zu Konzentration statt Integration führen – und das kann einfach nicht unser Ziel sein“, so Gemeinderätin Ulrike Saghi damals. Eine Fünf-Euro-Miete hält man offenbar ohnehin nicht umsetzbar, wie Hans Mayr gegenüber dem ORF meint:„In Salzburg glaube ich nicht an das Fünf-Euro-Wohnen, dazu sind die Preise zu sehr entglitten. Aber wenn wir es schaffen, um zwei bis 2,50 Euro vom derzeitigen Niveau herunterzukommen, dann haben wir einen Riesenschritt gemacht.

 

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